Wichtige Fragen werden gestellt

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hallo-Telefonaktion zur energetischen Sanierung wird gut angenommen

HANNOVER. Energetisch bauen und sanieren- das war das Thema unserer aktuellen Leseraktion am vergangenen Dienstag. Norbert Kochannek, Energieexperte von den Stadtwerken Hannover, sowie der Finanzierungsexperte Michael Niedrum vom Verband der Privaten Bausparkassen beantworteten die Leserfragen. Hier eine Zusammenfassung:

Frage: Wir wollen eine neue Heizung in unserem Haus installieren. Gibt es auch Zuschüsse aus der Region?
Antwort: Es gibt öffentliche regionale Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen. Sie können bei Bausparkassen und Banken eine Zuschussberatung vereinbaren. Ein Ingenieurbüro prüft die von Ihnen geplanten Maßnahmen, und dann wird festgestellt, welche öffentlichen Zuschüsse gewährt werden können.

Frage: Was bedeutet KfW-Haus 85?
Antwort: Das heißt, dass Sie nach der energetischen Sanierung in Ihrem Haus 15 Prozent Energie einsparen – über den normalen Standard hinaus.

Frage: Ist es energetisch überhaupt sinnvoll, ein Haus nur zu dämmen?
Antwort: Besser wäre eine Komplettsanierung, aber die meisten Hauseigentümer können sich das nicht leisten. Konsultieren Sie einen Energieberater, der die so genannte energetische Bilanz des Hauses aufstellen und Ihnen vorschlagen kann, welche Maßnahmen den größten Energieeinspareffekt haben.

Frage: Wie hoch ist der KfW-Kredit zur energetischen Sanierung?
Antwort: Es gibt einen Kredit bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit zu einem Prozent effektiv – vorausgesetzt, es hat eine Energieberatung stattgefunden.

Frage: Im nächsten Frühjahr wollen wir neue Fenster einsetzen. Unser Bausparvertrag ist bis dahin noch nicht in der Zuteilung. Ein KfW-Kredit würde sich dafür nicht lohnen, sagte man uns. Wie können wir die Zuteilung des Bausparvertrages beschleunigen?
Antwort: Sie können den Vertrag eventuell teilen oder eine Zwischenfinanzierung vereinbaren. Sprechen Sie mit Ihrer Bausparkasse.

Frage: Ich wohne in einer Wohneigentumsanlage aus den 60er Jahren. Wir wollen einen Giebel wärmedämmen. Manche sind dagegen, weil sie meinen, es würde mehr schaden als nützen. Wie kann ich argumentieren?
Antwort: Wohngebäude aus den 60er Jahren haben in der Regel keinen ausreichenden Wärmeschutz. Allein deshalb wäre eine Dämmung schon von Nutzen. Die Oberflächentemperatur erhöht sich, Schimmelbefall wird reduziert und natürlich die Heizkosten gesenkt. Holen Sie sich fachliche Beratung von einem Energieberater, zum Beispiel von proKlima. Die Investitionskosten werden durch die Einsparung der Energiekos­ten refinanziert.

Frage: Wir haben neue Fenster eingebaut, zweifachwärmeschutzverglast. Bekomme ich dafür noch eine Förderung?
Antwort: Sobald der Auftrag an den Handwerker vergeben ist, gibt es keine Förderung mehr. Das heißt, wer Geld für seine energetische Sanierung haben möchte-Kredit oder Zuschuss-muss diese vorher beantragen. Für Ihre Maßnahme hätten Sie ohnehin nichts bekommen. Gefördert werden in der Regel nur Dreifachverglasungen in energetisch optimierter Ausführung.

Frage: Wir hatten eine Energieberatung und wollen jetzt eine neue Heizung einbauen, die Zwischendecke dämmen und neue Fenster einsetzen. Ein KfW-Kredit ist beantragt. Können wir parallel unseren Bausparvertrag nutzen?
Antwort: KfW-Kredit und Bausparmittel sind kombinierbar.

Frage: Unser Haus stammt aus den 70er Jahren und ist energetisch sicher nicht auf dem aktuellen Stand. Meine Frau und ich sind jetzt Anfang 60. Wenn wir jetzt investieren – das lohnt sich doch für uns gar nicht mehr …
Antwort: Zum einen ist das Zinsniveau derzeit sehr niedrig, Investitionen über Kredite also vergleichsweise günstig. Die Energiepreise werden steigen. Falls Sie oder Ihre Erben das Haus verkaufen wollen oder müssen, müssen Sie einen Energieausweis vorlegen, in dem die energetische Bilanz des Hauses dokumentiert wird. Ist das Haus „sparsam“, steigt der Wert. Nicht zuletzt tun Sie der Umwelt einen Gefallen, wenn Sie Energie einsparen.

Frage: Wir wollen unser Dach dämmen. Gibt es einen Zuschuss?
Antwort: Für die Dachdämmung können Sie einen Zuschuss von 3000 Euro von der KfW bekommen. Den Zuschuss beantragen Sie direkt bei der KfW – vor Beginn der Bauarbeiten. KfW-Zuschüsse und KfW-Kredite sind an eine Energieberatung durch einen bei der KfW gelisteten Energieberater gebunden. Zusätzlich ist eine Förderung über proKlima und andere kommunale Anbieter möglich.

Frage: Ich heize meine Altbauwohnung mit Nachtspeicheröfen. Wie lange darf ich das noch?
Antwort: Das wird konkret in der Energieeinsparverordnung 2014 geregelt werden. Mit Strom die ganze Altbauwohnung zu heizen, ist nach wie vor die teuerste und ökologisch fragwürdigste Variante.

Weitere Informationen:
www.kfw.de (Förderprogramme des Bundes)
www.bausparkassen.de
(Bausparverträge, Vorausdarlehen)
www.erdgas.info.de
(Förderprogramme und Fachhandwerker in Wohnnähe)
www.proklima-hannover.de
(Kommunal-Förderung von enercity, Energie- und Stromlotsen)

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