Hannover 96 taumelt weiter am Abgrund
Kein Durchkommen: Die 96er Ceyhun Gülselam (links) und Salif Sané nehmen Bremens Zlatko Junuzovic in die Mitte. Foto: deisterpics

Hannover 96 taumelt weiter am Abgrund

Schaaf schließt Zukunft in Hannover nicht aus / Sonnabend geht es gegen den 1. FC Köln in der HDI Arena um wichtige Punkte

Hannover. Wohin der Weg von Hannover 96 führen wird, das scheint nach der 1:4-Pleite bei Werder Bremen klar zu sein. Zu aussichtslos ist die Lage des Tabellenletzten der Bundesliga, zu schlecht die Leistung der Mannschaft, um noch die Hoffnung zu haben, den Abstieg in die 2. Bundesliga verhindern zu können. Unklar ist hingegen, ob Thomas Schaaf auch bei einem Abstieg weiter Trainer in Hannover bleiben wird.
Im „Sportclub“ des NDR schloss der 54-Jährige, dessen Vertrag bis 2017 nur für die 1. Liga gilt, einen Verbleib bei den „Roten“ auch im Falle eines Abstiegs jedenfalls nicht aus. „Schaffen wir es nicht, gibt es erst einmal für beide Seiten die Option zu sagen: ,Lass uns mal drüber reden’. Ich gehe aber davon aus, dass ich anderthalb Jahre noch Vertrag habe bei Hannover 96“, sagte Schaaf. Mit anderen Worten: Der 96-Coach glaubt demnach immer noch daran, dass er mit der Mannschaft in den noch verbleibenden neun Spielen ein Fußball-Wunder vollbringen kann. Sollte die Rettung misslingen, ist er zu Gesprächen über eine weitere Zusammenarbeit bereit.
Noch einen Trainerwechsel in dieser Saison hat Martin Kind ausgeschlossen, der 96-Clubchef würde bei einem Abstieg gerne mit Schaaf weitermachen. Da es auch unwahrscheinlich ist, dass der 96-Trainer von sich aus hinschmeißt, wird Schaaf bis zum Saisonende am 14. Mai bei 96 im Amt bleiben. Erst dann soll laut 96-Geschäftsführer Martin Bader die Entscheidung fallen, ob es mit oder ohne Schaaf weitergeht. „Das werden wir im Mai besprechen, dann setzten wir uns mit Thomas hin“, sagte Bader nach dem Spiel in Bremen.
Ob dieser Zeitpunkt nicht mehr als fraglich ist, um auch vernünftige Planungen für die 2. Liga zu gewährleisten, bleibt abzuwarten.
Vielleicht gelingt aber Schaaf und seinem Trainerteam tatsächlich noch das Wunder zum Klassenverbleib. Eine neue Chance dazu, zumindest in die Richtung zu starten, besteht für 96 am nächsten Sonnabend: Dann ist der 1. FC Köln zu Gast in der HDI Arena (Anpfiff ist um 15.30 Uhr). Kurios: hier treffen die beiden schlechtesten Rückrundenteams (Köln sechs Punkte und Hannover drei) aufeinander. Ein Spiel „Not gegen Elend“ scheint vorprogrammiert – es sei denn…
Es müsste schon an vielen Hebeln angesetzt werden: Mehr Wille, größere Leidenschaft, Kampfgeist auf der ganzen Linie, alles geben im Abstiegskampf – alles Tugenden, die eine Mannschaft braucht im Bundesligakeller. Mal sehen, ob Schaaf diese Tugenden seinen Lustloskickern vor Augen führen kann und sie zum Leben erweckt.
cb/ck

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