Der Klassenerhalt ist machbar
Hoffnungsschimmer: André Hoffmann zeigte gegen Darmstadt eine starke Leistung. Foto: deisterpics

Der Klassenerhalt ist machbar

Fußball-Bundesliga: Hannover 96 ist Tabellenletzter / Sonnabend in Leverkusen ist das erste von noch 16 wichtigen Spielen

Hannover. Wenn sie so viel Punkte wie Humor hätten bei Hannover 96, müsste sich niemand Sorgen machen um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Am ersten Rückrunden-Spieltag war die Mannschaft durch die 1:2-Niederlage gegen Darmstadt 98 auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Der Verein veröffentlichte auf seinem offiziellen Twitter-Account eine auf dem Kopf stehende Tabelle – und plötzlich waren die „Roten“ ganz oben. „Montagsmotivation“ nannten sie bei 96 die „Kopfstandmethode“.
In der Wirklichkeit wird die kleine Spielerei aus dem sozialen Netzwerk leider nicht klappen. Man kann die Tabelle drehen und wenden, wie man will, 96 bleibt immer auf Platz 18 – und die Fans in Hannover bekommen es langsam mit der Angst zu tun. Wie soll das bloß klappen mit dem Klassenerhalt?
35 Punkte, das zeigen die vergangenen Spielzeiten, wird 96 mindestens benötigen. Das bedeutet: Die „Roten“ müssen noch mindestens 21 Punkte (oder umgerechnet sieben Siege) aus 16 Spielen holen. Kein leichtes Unterfangen, wie die folgende Auflistung zeigt.

Da kommt‘s drauf an

Mainz 05: Mittlerweile besteht der Sturm nicht wie beim 0:3 aus Charlison Benschop, sondern aus Hugo Almeida und Adam Szalai. Und die Mainzer stehen als Tabellenachter besser, als sie eigentlich sind. Drei Punkte sind deshalb im nächsten Heimspiel am 6. Februar Pflicht.
FC Augsburg: Die bayerischen Schwaben gehören – zumindest in der HDI Arena – zu den Lieblingsgegnern von 96. Daran darf sich im Sonntagspiel am 21. Februar nichts ändern.
VfB Stuttgart: Von den gefährdeten Clubs haben die Stuttgarter zweifellos das größte spielerische Potenzial. Die Defensive der Schwaben bleibt anfällig – und da muss 96 am 27. Februar ansetzen.
Werder Bremen: Rücksichtnahme auf seine alte Liebe wird sich 96-Trainer Thomas Schaaf nicht leisten können. Weil Erfolgserlebnisse im Weserstadion in der Vergangenheit jedoch höchst selten waren, wäre am 25. Spieltag ein Unentschieden in Ordnung.
1. FC Köln: Die Kölner haben wie 96 bislang nur 19 Tore erzielt – gegen einen solchen Gegner muss in einem Heimspiel ein Sieg her.
Eintracht Frankfurt: Der zweite frühere Schaaf-Club, den man auch in Frankfurt bezwingen kann, wenn man Alex Meier ausschaltet.
Hamburger SV: Die Hanseaten sind noch längst nicht aus dem Abstiegsschneider, ein 96-Sieg zu Hause am 28. Spieltag, und auch der HSV darf vermutlich mitzittern.
FC Ingolstadt: Der 4:0-Sieg im Hinspiel hat seinen Platz als bestes Spiel der kurzen Ära von Michael Frontzeck. Der Plan ist simpel: auswärts einfach wiederholen.
1899 Hoffenheim: Im Heimspiel am vorletzten Spieltag muss 96 alles klar machen.

Da geht nichts

Borussia Dortmund: Klar ist: Mit Defensivpatzern wie gegen Darmstadt gibt es gegen den BVB, der bislang 31 Tore mehr als 96 geschossen hat, nichts zu holen.
FC Bayern München: Pessimisten haben es bereits bei der Vorstellung des Spielplans im Sommer gewusst: Das letzte Saisonspiel bei den Bayern – da muss 96 vorher alles klar gemacht haben.

Da wird‘s schwierig, aber nicht unmöglich

Bayer Leverkusen: Das Bayer-Team, am Sonnabend nächster 96-Gegner, hinkt wieder einmal den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Wenn Bayer gegen 96 unter Normalform spielt und die „Roten“ die Offensive der Rheinländer einigermaßen in den Griff bekommen, ist eine Überraschung drin.
VfL Wolfsburg: Was 96 machen muss, damit sich die Negativserie des VfL-Trainers in der HDI Arena auch Anfang März fortsetzt, hat 96 beim 2:2 im Hinspiel gezeigt: nicht aufgeben und die Wackel-Abwehr der „Wölfe“ unter Druck setzen. Dann geht was.
Hertha BSC: Um am 29. Spieltag in Berlin zu punkten, müssen die „Roten“ die Hertha mit ihren eigenen Waffen schlagen: Sie müssen unbequem sein – und eine Portion Glück kann auch nicht schaden.
Borussia Mönchengladbach: Bei der 1:2-Niederlage im Hinspiel in Gladbach war 96 auch deshalb ganz nah dran an einem Punktgewinn, weil sich die Mannschaft nicht versteckte und die Schwachstellen in der Borussen-Abwehr nutzte. Beim Heimspiel am 30. Spieltag Mitte April wird es darauf ankommen, die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Gelingt das, ist zumindest ein Remis möglich.
FC Schalke 04: Drei Spieltage vor Saisonende könnte die Partie gegen die „Königsblauen“ eine große Bedeutung für die „Roten“ haben – wenn dann noch etwas zu retten ist. Für ein Top-Team, und dazu zählen sich die Schalker, besitzt die Mannschaft zu wenig individuelle Qualität. Wenn wie gerade jetzt, „auf Schalke“ wieder mal Unruhe herrscht, stehen die Chancen für einen 96-Heimsieg gar nicht so schlecht.

cp/hr/ck

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