Die friedliche Selbstverteidigung
Auf die Matte gelegt: Meister Norbert Knoll (stehend) zeigt eine Aikido-Wurftechnik. Foto: Stieler

Die friedliche Selbstverteidigung

Aikido-Verein Hannover besteht seit 40 Jahren in Hannover / Schnupperkursus startet am 4. November

Hannover. Aikido zeigt sich als friedliche Selbstverteidigung. Klingt paradox? Ist es aber nicht! Anders als bei vielen anderen Kampfsportarten geht es darum, den Angriff so zu beenden, dass niemand dabei verletzt wird – weder der Angegriffene, noch der Angreifer. Trotz dieses defensiven Ansatzes können die Techniken effektiv zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. „Die erste Selbstverteidigungstechnik, die man beim Aikido lernt, ist Rollen und Fallen ohne sich zu verletzten“, erklärt Vereinsvorsitzender Norbert Knoll. Da die Energie des Angreifers genutzt wird, ist diese Art der Selbstverteidigung für alle geeignet – auch für diejenigen, die körperlich sonst eher unterlegen wären. Und im Laufe des Trainings bildet sich Fitness von alleine. Vor allem jedoch stehen beim Training der Spaß an der Bewegung, der Abbau von Stress und Leistungsdruck und die Erweiterung der eigenen Koordinationsfähigkeit im Mittelpunkt.
Der Aikido-Verein Hannover (AVH) feierte am 10. Oktober mit einem Jubiläumslehrgang sein 40-jähriges Bestehen. Auch Vereinsgründer Meister Klaus Liermann war zum Jubiläum erschienen, um sich davon zu überzeugen, dass sich sein Verein gut entwickelt hat. Als Liermann den Verein 1975 gegründet hat, war es einer der ersten in Norddeutschland und ist heute der größte Aikido Verein in Niedersachsen.
Zum Jubiläumslehrgang kamen viele Freunde des AVH von anderen Vereinen aus der Region. Der Vertreter des Aikido Verband Niedersachsen Dr. Damian Magiera gratulierte zum 40-jährigen und wünschte für die Zukunft des Vereins eine weitere positive Entwicklung. Wie Ralf Schlüter von der Aikido Sektion des VfB Langenhagen bemerkte: „Einen Verein nur zu verwalten bedeutet Stillstand, etwas zu bewegen bedeutet Entwicklung“. Und Bewegung gab es reichlich bei diesem Lehrgang.
In diesem Sinne kann der Vereinsvorsitzende Norbert Knoll stolz sein auf die Entwicklung des Vereins. Meister Ralf Schlüter (2. Dan Aikido und 3. Dan Iaido) und Norbert Knoll (3. Dan Aikido) trainierten mit mehr als 40 Aikidoka (Aikido Trainierende) fast drei Stunden Aikido und Iaido (Iaido ist „Die Kunst, das Schwert zu ziehen“). Es wurden auch eine Schwert-Kata (Bewegungsfolge) und die Verteidigung gegen verschiedene Messer- und Stockangriffen, sowie diverse kombinierte Schlagangriffe geübt. Neben konzentriertem Üben der Techniken war natürlich der Spaß an der Sache nicht zu übersehen. Diese Mischung hat sicher auch damit zu tun, daß es keine Wettkämpfe wie bei anderen Kampfsportarten gibt.
Für Interessierte richtet der Verein viermal im Jahr sechswöchige Schnupperkurse in der Neuen Sporthalle der Freien Waldorfschule aus, die den Einstieg in das Aikido sehr erleichtern. Für Kurzentschlossene gibt es den nächsten Anfänger Kurs schon am 4. November. Anmeldung und mehr Infos unter
❱❱ www.aikido-verein-hannover.de

Was ist Aikido?

Aikido wurde von dem Japaner Morihei Ueshiba begründet, der am 14. Dezember 1883 geboren wurde und bis zum 26. April 1969 gelebt hat. Meister Ueshiba übte sein Aikido selbst bis ins hohe Alter aus. Meister Ueshiba entwickelte nach der eigenen Lehre unterschiedlicher Kampfkünste die erste humane Selbstverteidigung. Einen Gegner bei der Abwehr seines Angriffs so zu führen, dass er sich so wenig wie möglich verletzt und ihn dennoch von der Sinnlosigkeit seines Angriffs zu überzeugen, war neu. Noch heute gibt es im Aikido keine Wettkämpfe um diese Haltung zu unterstützen. Aikido ist aus den Schriftzeichen Ai (Harmonie), Ki (Energie) und Do (Weg) zusammengesetzt. Zusammengefasst könnte man also übersetzen: Aikido ist der Weg der Harmonie und Energie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.