Die Luft wird wieder dünner
Rückt mehr in die Kritik: 96-Trainer Tayfun Korkut schaut nicht gerade glücklich aus.

Die Luft wird wieder dünner

Nach der Pleite gegen Paderborn gerät 96-Trainer Tayfun Korkut mehr in die Kritik

Hannover. Martin Kind hatte es eilig. Die 1:2-Niederlage von Hannover 96 im Heimspiel gegen den SC Paderborn war gerade einmal seit zwei Minuten Gewissheit, da verschwand der 96-Clubchef bereits hinter der Tür zum Mannschaftstrakt der „Roten“ auf der unteren Etage der HDI Arena. Freundliche Worte werden es nicht gewesen sein, die der 96-Boss an die Spieler gerichtet hat, dazu ist die Situation beim Bundesligisten nach der Pleite zu kritisch.
Nach nur einem Sieg in den vergangenen zehn Spielen taumelt 96 immer weiter den Abstiegsplätzen entgegen – ein ganz schmaler Grad.. Der 10. Platz in der Tabelle, auf dem 96 zurzeit noch steht, vermittelt allenfalls trügerische Sicherheit, denn bis zum Team von Hertha BSC, das auf Abstiegsrang 17 steht, hat 96 gerade noch vier Punkte Vorsprung. Die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut gehört spätestens seit dem 1:2 gegen Paderborn zu den Teams der Liga, die sich ernsthaft Sorgen um den Klassenerhalt machen müssen. Mit 25 Punkten ist sie zurzeit noch Spitzenreiter des Ligakellers. Die Besten der Schlechten – auf diesen Titel würde 96 nur allzu gerne verzichten – die Luft wird mal wieder dünner.
Das Wort Abstiegskampf wollte Korkut noch nicht in den Mund nehmen, wenngleich dem Trainer die kritische Lage bewusst ist. „Jeder kann es nennen, wie er will“, sagte der 40-Jährige. Für ihn sei es eine Situation, „die wir annehmen müssen“ um dann so „schnell wie möglich wieder in die richtige Richtung zu marschieren. Die Mannschaft kann es besser. Es geht jetzt darum, dass sie es auf dem Platz auch zeigt.“ Mit diesem Problem plagt sich das Team jedoch schon seit Wochen herum. Und weil es ihm nicht gelingt, aus einer Überlegenheit auch Zählbares, sprich Punkte zu machen, rücken die Abstiegsplätze immer näher. Durch den ausbleibenden Erfolg gerät auch Korkut immer mehr in die Kritik. Der 96-Coach geht damit gelassen um. „Das ist Teil meines Jobs. Wenn ich keine Kritik von außen hören oder lesen will, dann muss ich mir einen anderen Job suchen“, sagte der Trainer, der weiterhin von der Qualität seiner Mannschaft und der Spielidee, mit der er sie auf den Platz schickt, überzeugt ist.
„Um von dieser Mannschaft überzeugt zu sein, braucht man Vertrauen. Dieses Vertrauen habe ich“, sagte Korkut vor der Partie gegen Paderborn. Dabei blieb er auch nach der nicht einkalkulierten Niederlage, wenngleich er das Wort „grundsätzlich“ ergänzte.
Vielleicht zahlt die Mannschaft das Vertrauen bereits am nächsten Sonnabend beim Spiel in Köln (Anpfiff 18.30 Uhr) mit einem Sieg zurück – es wäre ein gutes Zeichen.

Ist raus: Dicke Luft um Felipe

Hannover. Nicht nur wenn es um das Spielsystem seiner Mannschaft geht, hat Tayfun Korkut klare Vorstellungen. Auch wenn es um die Einstellung und Disziplin seiner Spieler geht, fordert der Trainer von Hannover 96 ein professionelles Verhalten. Und wer da nicht mitzieht, muss mit Konsequenzen rechnen. So wie seit Beginn der Woche Felipe. „Ich habe mich entschieden, dass Felipe bis auf Weiteres in der U 23 trainiert“, sagte der 40-Jährige. Er sei mit der „Arbeitsauffassung und Trainingsarbeit“ des Brasilianers in den vergangenen Wochen „nicht zufrieden. Bei mir geht es nach dem Leistungsprinzip. So ein Auftreten über einen längeren Zeitraum ist nicht akzeptabel“, begründetete Korkut die Verbannung des Abwehrspielers in das Regionalligateam. Eine andere Möglichkeit, als täglich beim U23-Team mit der richtigen Einstellung zu trainieren, bleibt dem 27-Jährigen auch gar nicht, denn als Nicht-EU-Ausländer ist er in der Regionalliga nicht spielberechtigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.