Franziska Bohn kickt für TSV Limmer, schaut aber lieber Männern beim Fußball zu

Franziska Bohn kickt für TSV Limmer, schaut aber lieber Männern beim Fußball zu

Limmer. Die Frauen-Fußballerinnen des TSV Limmer haben in der Regionalliga auf Platz vier überwintert. Nun startet die Mannschaft langsam in die Vorbereitung, die Anfang März beginnt. Wir haben im Rahmen des Sportbuzzer Masters mit Spielerin Franziska Bohn über Männerfußball, das Saisonziel und Vorurteile gegenüber Frauenfußball gesprochen.

Frau Bohn, Sie sind beim Sportbuzzer Masters als Zuschauerin. Was schauen Sie als Fußballerin lieber: Männer- oder Frauenfußball?
Ich gucke lieber den Männern zu. Da ist mehr Tempo und mehr Körpereinsatz zu sehen. Wir haben mit dem TSV Limmer auch schon ein Hallenturnier gespielt. Wenn ich daran denke, dann muss ich sagen, dass wir den Zuschauern wohl nicht ganz so ein großes Spektakel geliefert haben (lacht). Aber grundsätzlich spiele ich natürlich lieber, als dass ich zuschaue.

Sie hatten drei Jahre pausiert und gehören seit Saisonbeginn den Limmeranern an. Was für eine Truppe ist das?
Wir bezeichnen uns gerne als Familie. Der Zusammenhalt ist bei uns ganz wichtig. Und das funktioniert auch. Wir rotieren viel, keiner kann sich seines Platzes sicher sein. Und trotz des persönlichen Ehrgeizes stellt man die eigenen Interessen hinter die der Mannschaft. Auch abseits des Platzes läuft es harmonisch, da unternehmen wir auch viel zusammen.

Sie selber gehören auch nicht der Stammformation an. Was sind die Gründe?
Aufgrund meiner Pause, die ich zwischenzeitlich wegen des Studiums einlegen musste, fehlte mir zunächst die Kondition. Das Fußballerische und Taktische verlernt man ja nicht so sehr. Aber ich habe absolutes Verständnis dafür, dass die Trainer so handeln und mein Einsatz nicht immer gewährleistet sein kann.

Sie sprechen das Trainerduo Tobias Lehmann und Daniel Künne an. Wie gut ist das Verhältnis?
Es ist freundschaftlich. Man kann auch mal einen Spruch bringen und auch rumalbern. Aber wenn es auf den Platz geht, dann hat jeder seine Leistung zu bringen. Das vermitteln beide auch sehr gut.

In der Regionalliga befindet sich der TSV zur Winterpause auf Platz vier – was geht da noch in der zweiten Saisonhälfte?
Wir haben schon richtig gute Qualität im Team und sind auch breit aufgestellt. Ich bin davon überzeugt, dass Platz vier nicht das Ende für uns sein muss. Wir können um die Plätze eins bis drei noch mitspielen. Die sind nicht weit entfernt.

Das letzte Spiel – ein 1:2 gegen Jesteburg – hatten Sie im November absolviert. Kribbelt es jetzt schon wieder?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe schon wieder Bock zu kicken. Seit vorletzter Woche trainieren wir zunächst locker einmal in der Woche. Das steigert sich bis zu drei Einheiten und einem Spiel, ehe es Anfang März wieder ernst wird. Und dass wir 21 Spielerinnen zum Auftakt bei Kälte, Nässe und Ascheplatz waren, zeigt, dass wir uns gemeinsam durch die Vorbereitung kämpfen werden.

Wo sehen Sie die Stärken der Mannschaft?
Wir versuchen immer, unsere Außen gut in Szene zu setzen. Die sind sehr schnell und können dadurch für richtig Torgefahr sorgen.

Werden Sie noch immer belächelt, wenn Sie erzählen, dass Sie Fußball spielen?
Nein, das ist inzwischen zum Glück nicht mehr so. Als ich beim FC Bennigsen anfing, war das noch anders. Da war ich mit das einzige Mädchen in einer Jungenmannschaft. Aber heute werde ich von Freunden gefragt, ob ich nicht mit ihnen kicken möchte. Es spielen ja immer mehr Mädchen und Frauen Fußball. Aber es gibt manchmal noch kuriose Fragen.

Welche zum Beispiel?
Unter anderem, ob wir auch 90 Minuten und auch mit Abseits spielen. Ich reagiere dann recht gelassen, belächele es und mache deutlich, dass es keinen Unterschied zu den Männern gibt. Warum sollte es auch anders sein?

 

Franziska Bohn ist 25 Jahre alt, 1,52 Meter groß und studiert in Hannover Chemie. Sie hat in der Vergangenheit für den TSV Havelse in der Regionalliga gespielt, ehe sie eine dreijährige Pause einlegte. Nun spielt sie als Linksverteidigerin für den TSV Limmer in der Regionalliga.

Bildquelle

  • _DSC9909_frei: Bode

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