Hannover Indians: „Vielleicht noch einen neuen Stürmer“
Das ausverkaufte Eisstadion am Pferdeturm

Hannover Indians: „Vielleicht noch einen neuen Stürmer“

Im Interview mit dem Wochenblatt spricht Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky über die neue Saison

David Sulkovsky kann auf eine bewegte Eishockeyzeit zurückblicken. Der 37-Jährige ist in Freiburg im Breisgau geboren und begann seine Schlittschuhe für den EHC Freiburg zu schnüren. Einen ersten Abstecher nach Hannover machte er von 1999 bis 2001 bei den Scorpions. Als Highlight bezeichnet Sulkovsky den Gewinn der deutschen Meisterschaft mit den Frankfurt Lions (2004). Über Hamburg, Iserlohn und Wolfsburg landete der Breisgauer 2011 erneut bei den Scorpions. Seit 2014 ist der Eishockeyfachmann als Geschäftsführer bei den Hannover Indians am Pferdeturm tätig.

 

Was ist das sportliche Ziel der Indians in der nächsten Saison?

Sulkovsky: Da wir im Augenblick die Liga noch nicht so gut kennen und nicht wissen, wie die meisten Teams aufgestellt sind, geht es für uns um das Erreichen der Play-offs. Das ist unser Ziel und das heißt, mindestens Platz acht für uns. Auf der anderen Seite heißt das natürlich auch, dass wir alle unsere Spiele mit viel Leidenschaft und höchstem Spieleinsatz bestreiten möchten.

Die Oberliga hat sich neu zusammengesetzt. Was hat sich geändert?

Sulkovsky: Die Oberliga hat sich insoweit geändert, als dass es jetzt einen Verbund gibt aus Osten, Westen und Norden. Die 18 Nord-Mannschaften werden in der Hauptrunde vom 25. September 2015 bis zum 6. März 2016 in einer Einfachrunde 34 Spiele absolvieren. Hinzu kommen jeweils weitere acht regionale Spiele, sodass jede Mannschaft am Ende der Hauptrunde 42 Spiele ausgetragen haben wird. Die ersten acht der Hauptrunde ermitteln  in einer internen Play-off-Runde mit dem Modus „Best-of-five“ die vier Teilnehmer, die gemeinsam mit vier Teams aus der Oberliga-Süd die Play-offs der Aufstiegsrunde zur Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 bestreiten werden.

Wie viele Heimspiele gibt es dann in der nächsten Saison bis Ende der Hauptrunde?

Sulkovsky: Es wird 21 Heimspiele geben. Das sind mehr als im Vorjahr.

Das beinhaltet ja auch, dass die Fans am Pferdeturm einige neue Mannschaften kennenlernen werden.

Sulkovsky: Ja. Was dabei natürlich ein Novum ist, dass man mit Tilburg jetzt eine holländische Mannschaft in der Liga hat. Wir selber wissen noch nicht, wie sie spielen werden. Es ist auf jeden Fall eine gute Mannschaft mit einer guten Organisation. Und dass die ihre Teilnahme sehr ernst nehmen ist schon in den ganzen Besprechungen und Tagungen aufgefallen, wo sie sehr professionell aufgetreten sind und einen guten Eindruck hinterlassen haben.

Welche Teams werden denn in der nächsten Saison ganz vorn zu erwarten sein?

Sulkovsky: In der Oberliga ist Duisburg ein Favorit. Die haben letztes Jahr knapp den Aufstieg in die DEL 2 verpasst. Außerdem hat dort mit Lance Nethary ein alter Hase die sportliche Leitung. Und der weiß ganz genau, wie man zum Erfolg kommt. Dann hat man auf der anderen Seite noch Halle, die sind auch sehr gut aufgestellt und haben zudem ein neues Eisstadion. Aus dem Westen habe ich das Gefühl, dass Neuwied und Duisburg gut sein werden. Bei Essen weiß man auch nicht genau, wie sie auftreten werden. Da ist mit Frank Gentges ein guter Trainer unterwegs, der eine junge Mannschaft hat. Dann hat man Leipzig, die schon letztes Jahr eine gute Leistung abgegeben haben, und unsere direkten Nachbarn, die Scorpions, werden bestimmt auch wieder vorne mitspielen. Es wird auf jeden Fall eine gute Liga sein.

Durch die neue Struktur kommen auch mehr und längere Auswärtsfahrten zustande, können da alle Spieler dabei sein?

Sulkovsky: Das stimmt, es ist auf jeden Fall ein größerer logistischer Aufwand nötig. Wir haben dazu noch den ein oder anderen Spieler bei uns, der auch noch berufstätig ist. Da müssen wir natürlich darauf hoffen, dass er von seinem Arbeitgeber frei bekommt.
Man macht sich schon wirklich in der Liga viele Gedanken darum, dass man dort den Mannschaften mit der weitesten Anreise entgegenkommt. Für uns ist es schon optimal, dass wir freitags immer um 20 Uhr spielen, das bedeutet auch für andere Teams, dass sie dementsprechend später losfahren können und keiner früher von seiner Arbeit weg muss. Das reduziert natürlich die Kosten schon mal.

Was ist denn für den neuen Indians-Kader noch zu erwarten oder sind die Planungen schon abgeschlossen?

Sulkovsky: Die Planungen sind ja nie abgeschlossen. Man ist kontinuierlich auf dem Markt auf der Suche. Der Spielermarkt ist sehr gut dargestellt und er wird sehr gut abgedeckt von neuen Infos der Spielervermittler. Es gibt auch eine gute Datenplattform im Internet, auf der man immer auf dem neuesten Stand sein kann. Vielleicht werden wir noch einen Stürmer holen, aber im Augenblick wollen wir erstmal abwarten, was der Markt noch hergibt.

Es gab ja einige Wechsel zwischen  Indians, Scorpions und der Wedemark. Bleibt Hannover ein attraktives Pflaster für Eishockey?

Sulkovsky: Hannover ist auf jeden Fall für die Spieler ein toller Standort. Viele Spieler kommen ja auch direkt aus Hannover. Es ist natürlich schmerzhaft, wenn ein Spieler abwandert zu einem anderen Verein. Aber auf der anderen Seite hilft es natürlich auch den anderen Vereinen, sich zu verstärken. Jeder Abgang ist zwar schade, aber es ist halt so, dass man in seinem Eishockeyleben öfter mal den Verein wechselt. Ich wünsche jedem Spieler viel Erfolg und alles Gute für seine neuen Aufgaben, denn am Ende des Tages spielt jeder Eishockey und das bedeutet immer viel Engagement und Einsatz und ob es für uns ist oder jemand anders, das gehört dazu, denn es sind alles Sportler.

Wie sehr schmerzt der Weggang vom Ex-Indians Kapitän Christoph Koziol zu den Scorpions?

Sulkovsky: Er war ein fester Bestandteil und ein sehr guter Scorer (selbst erzielte Tore und Torvorlagen) und hat bei den Indians eine gute Saison gespielt. Auf der anderen Seite, wenn er ein attraktiveres Angebot annehmen möchte oder nicht mehr für die Indians auflaufen möchte, dann ist es doch wichtig, dass der Spieler zufrieden ist. Wenn jemand nicht mehr bei den Indians zufrieden ist, dann ist es in meinen Augen besser, wenn er den Verein wechselt.

Auf welchen Transfer sind Sie besonders stolz?

Sulkovsky: Der Transfer alleine kommt ja nicht von mir, sondern von unserem Kompetenzteam mit Trainer Freddy Carrol, Jan Roterberg und mir. Ich find schon, dass es eine tolle Sache ist, dass Sebastian Lehmann und Branislav Pohanka zu uns gekommen sind.

Gab es Renovierungsarbeiten zur neuen Saison am Pferdeturm?

Sulkovsky: Ja, an der Kältemaschine wurde ein neuer Verdichter eingebaut und die Elektronik wird neu gemacht.

Interview:
Christian Kaufer

 

David Sulkovsky

David Sulkovsky

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