HSC-Trainer Polomka: „Es kann wieder losgehen“
Martin Polomka

HSC-Trainer Polomka: „Es kann wieder losgehen“

Hannover. ​Der HSC plant in der Landesliga den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga. Derzeit liegt die Mannschaft von Trainer Martin Polomka an der Tabellenspitze. Der Coach spricht im Interview über verpasste Transfers, einen Abgang und den eigenen Nachwuchs.

Herr Polomka, der Auftakt in die zweite Hälfte der Landesligasaison verzögert sich. Ihr Spiel in Pattensen ist am Wochenende ausgefallen. Wie groß ist die Vorfreude? 
Ich war froh über eine kleine Pause im Winter. Aber jetzt kann es wirklich wieder losgehen, ich bin schon heiß (lacht). Schade, dass wir in Pattensen nicht spielen konnten. Aber unser Heimspiel gegen Eldagsen findet am Wochenende statt. Wenn es nicht auf Rasen geht spielen wir auf Kunstrasen.
Wie gut ist Ihr Team denn vorbereitet? 
Wir hatten eine gute Vorbereitung, die Testspiele waren erfreulich, besonders das 1:1 gegen den Oberligisten aus Wunstorf, bei dem wir auch spielerisch gut agierten. Man merkt jetzt, dass es wieder ernst wird, die Jungs geben im Training richtig Gas. So wünscht man es sich als Trainer.
Sie wollten sich im Winter gerne noch verstärken, doch gleich zwei Transfers klappten nicht. Herrscht deshalb Frust? 
Nein, keineswegs. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass wir Maurice Maletzki von Arminia und auch Niclas Bahn von Havelse gerne gehabt hätten. Wenn man – wie Mo – aber die Chance bekommt, möglichst hoch zu spielen, dann soll er es machen. Deshalb ist es verständlich, dass er wieder nach Havelse gegangen ist. Bei Nicky konnten wir das finanzielle Angebot von Heeßel nicht mitgehen.
Sie mussten aber auch noch einen namhaften Abgang verkraften … 
Wir haben Adem Lukac an Arminia abgegeben. Viele andere Trainer hatten mich daraufhin gefragt, ob beim HSC alles in Ordnung ist und wieso wir den Top-Torjäger der Liga ablösefrei gehen lassen. Aber wir haben nur unser Wort gehalten. Denn wir hatten Adem zugesichert, dass er bei einem Angebot aus einer höheren Liga wechseln darf.
Werden Sie ihn im Aufstiegsrennen vermissen? 
Erst einmal ist er ein super Typ und ein guter Fußballer. Er wird uns schon fehlen. Aber wir haben interne Lösungen gefunden. Christopher Schultz und Betrim Shabani können in die Lücke stoßen, ebenso Mitchell Jordan oder Aljoscha Hyde.
Wenn Heeßel die Nachholspiele gewinnt, liegt das Team einen Zähler vor dem HSC an der Spitze. Wer sind für Sie die Konkurrenten im Titelkampf?
Da Steimbke und Tündern wohl nicht für die Oberliga melden, rechne ich damit, dass es einen Dreikampf mit Heeßel und Ramlingen geben wird. Gerade von Heeßel ist die Verpflichtung von Niclas Bahn eine Kampfansage. So einen holt man nicht, um dann Fünfter zu werden. Das wird bis zum Schluss spannend. Aber wir haben alles in eigener Hand, spielen schließlich auch noch gegen die direkten Rivalen. 
Welche Konsequenzen hätte es, wenn Sie den Kürzeren ziehen sollten? 
Der Verein wird nicht abmelden müssen. Natürlich wollen wir diese Saison den Sprung schaffen. Aber wenn es nicht klappt, dann versuchen wir es im nächsten Jahr wieder und greifen erneut an.
Sie senden ein klares Signal, in dem Sie auf die Jugend setzen … 
Das Konzept ist ein Mix aus eigener Jugend und externer Erfahrung. Im ersten Halbjahr haben wir vier Spieler aus der U19 hochgezogen. Das spricht für die gute Arbeit im Nachwuchsbereich. Nach Fabian Weigel und Furkan Ekiz sind nun auch Louis Trollmann und Björn Liebnau komplett bei uns.
Was könnte beim HSC noch besser laufen? 
Vieles ist an den Strukturen sehr gut, hier möchte ich die Arbeit von Frank Kittel und Martin Mader besonders hervorheben. Ich habe nur manchmal den Eindruck, dass der HSC bei den Menschen in der List gar nicht so wahrgenommen wird. Da wäre es schön, wenn sich mehr Menschen entscheiden, uns zu unterstützen. Schliesslich sind wir der Verein der List.
Ihr Vertrag läuft am Saisonende aus. Wann kommt es zur Vertragsverlängerung? 
Wir werden uns in dieser Woche einmal zusammensetzen. Der Verein hat schon signalisiert, dass er mit uns als Trainerteam weitermachen möchte.
Trotzdem behalten Sie sich ein Hintertürchen offen … 
Ich habe schon immer gesagt, dass ich mir Angebote aus höheren Klassen anhören möchte. Das ist auch ganz legitim. Und der HSC hat auch Verständnis dafür. Aber der HSC hat ja das Glück, dass es in der Region Hannover nicht mehr viele Vereine gibt, die über ihm spielen (lacht).

Interview: Mark Bode

 

Martin Polomka ist 35 Jahre alt und Geschäftsführer der Eventagentur Trend ID. Bevor er zu dieser Spielzeit zum HSC wechselte, trainierte er knapp vier Jahre lang Stern Misburg und führte das Team bis in die Bezirksliga. Er ist nicht verheiratet, hat ein Kind.

Bildquelle

  • _DSC0682: Mark Bode

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