Mehr Sicherheit geht jetzt vor
Geklärt: 96-Stürmer Hugo Almeida kommt gegen Leon Balogun (Mainz 05) einen Hauch zu spät. Foto: deisterpics

Mehr Sicherheit geht jetzt vor

Hannover 96 bleibt weiter im Tabellenkeller / Am Sonnabend geht es zu Borussia Dortmund

Von Christian Kaufer

Hannover. Es war eine bezeichnende Szene nach dem Schlusspfiff der Bundesligapartie zwischen Hannover 96 und Mainz 05: Fassungslosigkeit machte sich in den Gesichtern der 96er breit. Die unterirdische Leistung bei der 0:1-Pleite war den hochdotierten Profis sichtlich bewusst, doch so richtig begreifen konnte sie wohl kaum einer.
Das sechste Spiel in Folge schlichen die Spieler als Verlierer mit hängenden Köpfen vom Platz und selbst der neue und erfahrene Coach Thomas Schaaf suchte händeringend nach Erklärungen: „Uns fehlt es an allen Ecken und Enden an Selbstvertrauen“. Nicht nur das Selbstvertrauen fehlt – die Lage im Abstiegskampf wird immer bedrohlicher, denn 96 bleibt weiter Tabellenletzter und hechelt den anderen punktemäßig mit gebührendem Abstand hinterher.
Ganz bitter scheint die Tatsache, dass die guten spielerischen Ansätze, die zumindest in den Spielen gegen Darmstadt und Leverkusen leicht zu erkennen waren, gegen harmlose Mainzer völlig verpufften. Wie mit einem Klotz am Fuß trabten die Kicker über den grünen Rasen. Schaafs Truppe wirkte wie verkleidete Fußballer zur Faschingszeit, die aber von dem Sport an sich wenig Ahnung haben. „Man sieht den Jungs die totale Verunsicherung an“, versuchte Schaaf bei der Spielanalyse zu retten, was nicht mehr zu retten war. Aber recht hat der Fußballlehrer. Und vielleicht ist genau das der neue Ansatz: mehr Sicherheit. In fast jeder Sportart, wird mehr Sicherheit durch eine stärkere Defensive erzielt.
So gerne die Fans der „Roten“ offensiven Fußball ihrer Mannschaft sehen möchten, wäre es jetzt an der Zeit, auf mehr Defensive zu setzen. Das Sturmduo Adam Szalai und Hugo Almeida bemühen sich redlich, doch im Mittelfeld bekommen Hoffmann & Co. kaum Zugriff auf die Aktionen des Gegners.
Vielleicht wäre es jetzt ratsam wieder mit zwei Sechsern zu agieren und einer Dreierkette davor um im Zentrum kompakter zu stehen: „Wir konnten in der Anfangsphase in der Zentrale nach Belieben schalten und walten“, erkannte auch 05-Trainer Martin Schmidt.
Nicht auszudenken, was die Dortmunder Offensive-Power am kommenden Sonnabend, 12. Februar, beim nächsten Auswärtsspiel mit den „Roten“ veranstaltet. Doch auch bei der Mannschaft von BVB-Coach Thomas Tuchel fängt das Spiel wieder bei 0:0 an. Schaaf wird versuchen, an den richtigen Schrauben zu drehen, um im Signal-Iduna-Park nicht überrannt zu werden. Im Training wird er deshalb genau hinschauen und hoffentlich erkennen, wer für den harten Abstiegskampf geeignet ist bei den Profis von Hannover 96. Vielleicht gelingt sogar ein Überraschungscoup – kaum auszudenken, was das für das Selbstvertrauen bedeuten würde. Es bleiben noch 14 Spiele Zeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.