Mit dem Kopf voll bei der Sache
In Reih und Glied: Hearties Präsident Jürgen Alves (Mitte) tanzt die Figuren perfekt mit seiner Partnerin. Foto: st

Mit dem Kopf voll bei der Sache

Die Hannover Hearties bieten Square Dance für Anfänger und Fortgeschrittene

Von Sina Ternis
Hannover. „Acey Deucy“, „Ping Pong Circulate“, „Recycle“ oder „Cut The Diamond” – was für Laien zunächst einmal nach lustigen Begriffen klingt, setzen die Square Dancer der Hannover Hearties in Tanzfiguren um. In Gruppen zu je acht Personen stehen sie in dem großen Raum im Freizeitraum Döhren und lauschen den Anweisungen des sogenannten Callers.
Die Teilnehmer der Mainstream-Class beherrschen nach rund einem Jahr etwa 70 Figuren, die Fortgeschrittenen bringen es auf 130 bis 230 verschiedene Figuren. „Der Spaß kommt mit zunehmender Zeit“, erklärt der Präsident der Hannover Hearties, Jürgen Alves. Ganz am Anfang, wenn die Teilnehmer nur wenige Schritte beherrschten, sei es natürlich deutlich weniger abwechslungsreich als mit zunehmendem Erfahrungsschatz.
Bei den Hearties finden sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene ein Zuhause. Rund 130 Mitglieder hat der Verein – und die können, je nach Leistungsstand, in verschiedenen Classes trainieren. „Dadurch, dass wir schon sehr groß sind, können wir auch viel anbieten“, so der Präsident. Ein Einstieg für Neue ist allerdings nur dann möglich, wenn eine Mainstream-Class beginnt.
Am Ende der Mainstream-Class erhalten die Teilnehmer eine Graduation, einen Abschluss. „Dazu bekommt man einen Anstecker und ist offiziell ein Hannover Hearty.“ Allerdings hat Alves die Erfahrung gemacht, dass viele der Tänzer gleichzeitig auch in anderen Vereinen aktiv sind – oder dass Mitglieder anderer Klubs zu den Stunden der Hearties kommen. „Schließlich wollen die Leute auch Abwechslung und mal einen anderen Caller hören.“
Der Caller ist die zentrale Person beim in den Vereinigten Staaten entstandenen Square Dance. Er sagt die Figuren auf Englisch an – und die Tänzer setzen diese um. Beim sogenannten Patter Call werden die Kommandos in schneller Abfolge gegeben. Daran schließt sich der Singing Call an. Hier sind die Kommandos zwar weniger, dafür aber komplexer. Das gibt dem Caller die Möglichkeit, auch Gesangsanteile einzubauen. All das passiert im 4/4-Takt.
„Man muss schon mit dem Kopf voll bei der Sache sein, um nicht die komplette Choreografie durcheinander zu bringen“, erklärt der Präsident. Das klingt allerdings zunächst strenger als es ist. Gerade in den Mainstream-Classes kann es immer mal wieder vorkommen, dass sich jemand in die falsche Richtung dreht. Dann unterbricht der Caller und zeigt die Fehler auf. Alles ohne böse Blicke und mit viel Spaß und Lachen.
Je geübter die Teilnehmer sind, desto flüssiger werden die Bewegungsabläufe. Die Schritte gehen automatisch ineinander über – und die Schrittfolge ist von Mal zu Mal anders. „Das ist für den Caller gar nicht so leicht. Und es gehört eine Menge Mathematik dazu“, so Alves. Denn am Ende sollen alle wieder an ihrem Ausgangspunkt stehen.
Alves selbst schätzt vor allem das Unvorhergesehene an dem Sport. Keine Stunde sei gleich, niemand – außer dem Caller – wisse, welcher Schritt als nächstes komme. Ob „Acey Deucy“, „Ping Pong Circulate“, „Recycle“, „Cut The Diamond” oder einer von vielen anderen.

Das sind die Hannover Hearties

Die Mitgliedschaft bei den Hannover Hearties kostet 8 beziehungsweise ermäßigt 4 Euro im Monat. Trainiert wird sowohl im Freizeitheim Döhren, An der Wollebahn, als auch in den Räumen der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule an der Helmstedter Straße 15. Interessierte können sich unter der Telefonnummer (0160) 95 77 71 90 oder per E-Mail an juergen@hearties.de an den Präsidenten Jürgen Alves wenden. Nähere Informationen, auch zu den Kursen, gibt es im Internet:
❱❱ www.hearties.de

st

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