Nachwuchsarbeit ist wichtig
Setzen auf den Nachwuchs: Trainer Phil Barnes (von links), Sascha Breuer, Lars Wellmann und Jörg Schneidewindt vom 1. DSC Hannover. Foto: Ternis

Nachwuchsarbeit ist wichtig

Beim 1. Deutschen Snooker Club (DSC) Hannover ist Geduld und Ausdauer gefragt

Von Sina Ternis
Hannover. Der Spielplan hatte es mit sich gebracht, dass die Akteure des 1. DSC Hannover am letzten Spieltag gegen den Tabellenführer aus Essen antreten mussten. Am Ende hieß es 6:2 für das Team aus Hannover, das damit zum ersten Mal Deutscher Meister wurde. Das war im Mai. Mittlerweile ist die aktuelle Saison schon wieder einige Monate alt, der 1. DSC steht derzeit mit elf Punkten auf Rang drei– hinter Essen und Stuttgart.
Doch nicht nur der Meistertitel, sondern auch der generelle Boom, den die Sportart Snooker derzeit auch in Deutschland erlebt, hat beim 1. DSC für einen enormen Mitgliederschub gesorgt. 95 sind derzeit am Lister Kirchweg 86 beheimateten Klub angemeldet. Damit ist der Klub der größte Snookerverein Deutschlands. „Wir haben sogar schon über einen Mitgliederstopp nachgedacht, weil wir hier nur acht Tische haben und jeder die Möglichkeit zum Trainieren haben soll“, sagt der zweite Vorsitzende Sascha Breuer. Doch bisher blieb es nur beim Nachdenken.
Schließlich wollen Breuer und die Verantwortlichen rund um Trainer Phil Barnes vor allem den Jugendlichen die Möglichkeit zum Spielen geben. Im Bundesligateam sind drei der vier Spieler aus der eigenen Jugend. Nachwuchsarbeit wird beim 1. DSC groß geschrieben. Und Nachwuchsarbeit ist wichtig. Die Leistungsdichte in der Bundesliga ist groß, das Niveau hoch. Am Ende entscheiden oft Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. „Wer oben stehen will, muss konstant Topleistungen bringen“, weiß Barnes.
An einem Spieltag absolviert jeder zwei Spiele. Insgesamt sind acht Teams in der Bundesliga. Es geht nach Dresden, München, Essen oder Stuttgart. „Das ist nicht gerade um die Ecke, deswegen benötigen wir schon Sponsoren“, so Breuer. Doch genauso wichtig – und das betonen er, Barnes und der Betreiber des Klubheims Break Point, Jörg Schneidewind, immer wieder – sind gute Spieler. Viele würden in die Sportart hineinschnuppern, aber nicht dauerhaft dabei bleiben. „Man muss einen bestimmten Charakter haben, hungrig sein, sich auf eine Sache konzentrieren können und vor allem Ausdauer haben.“ Damit meint Barnes nicht die körperliche Ausdauer. „Es gibt oft nicht direkt Erfolgserlebnisse. Das ist ein Prozess, bei dem Geduld gefordert ist.“ Deswegen sei ein satter, verwöhnter Jugendlicher beim Snooker fehl am Platz.
Ob jemand die richtigen motorischen Fähigkeiten mitbringt, das erkennen die drei Experten direkt. Hand-Augen-Koordination, das richtige Körperbewusstsein – das seien entscheidende Faktoren. „Das richtige Einstiegsalter liegt bei acht bis zwölf Jahren“, sagt Barnes. Allerdings sei es gerade in diesem Alter noch schwierig, über längere Zeit ruhig und konzentriert zu bleiben. „Es ist also wirklich nicht so einfach“, sagt Breuer mit einem Lachen.
Er und auch Barnes haben die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, wenn Freunde zusammen spielen. Das sei auch bei den Jungs der Fall gewesen, die aktuell den Kader der Bundesligamannschaft bilden. „Sie sind irgendwann zu richtig guten Kumpels geworden und haben sich gegenseitig gepusht.“ Im Spiel gegeneinander, da gönne man sich allerdings nichts. Schließlich sei das die besondere Faszination: jeden Gegner mental besiegen zu wollen und sich dabei immer neuen Spielsituationen ausgesetzt zu sehen. „Das ist wie eine Sucht“, so Breuer.

Das ist der DSC

Der 1. DSC Hannover, im Januar 1985 gegründet, hat derzeit 95 Mitglieder. Montags findet in der Zeit von 18 bis 20 Uhr betreutes Training statt, bei dem auch Neulinge mitmachen können. Mittwochs können Interessierte zudem zwischen 17 und 23 Uhr kostenlos in die Faszination Snooker hineinschnuppern. Jugendliche zahlen derzeit 11 Euro, Studenten 17 und Erwachsene 25 Euro monatlich für die Mitgliedschaft. Zudem gibt es eine einmalige Aufnahmegebühr von 35 Euro. Dafür sparen Mitglieder an der Tischmiete. Dieses kostet nur 2 statt normalerweise 8 Euro. Mehr Informationen gibt es im Internet unter
❱❱ www.dsc-hannover.de

st

 

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