Nur drücken, nicht stoßen
Sind engagiert bei der Sache und pausieren nur kurz fürs Gruppenfoto: Die Floorballpieler von Hannover 96. Foto: bo

Nur drücken, nicht stoßen

Beim Floorball geht es nicht ganz so robust zu wie beim Eishockey / Beliebtheit und Nachfrage steigt an

Von Mark Bode
Hannover. Es erinnert sehr an Eishockey, allerdings in einer gewöhnlichen Sporthalle. Und die Spieler sind nur mit normaler Sportkleidung ausgestattet. Floorball erfreut sich auch in Hannover einer immer weiter steigenden Beliebtheit. Doch wenn Frederik Tietz anderen davon berichtet, dass er Floorball spielt, können die meisten damit nicht viel anfangen. Der Sprecher der Floorballabteilung, die sich seit vergangenem Sommer Hannover 96 angeschlossen hat, erklärt den Interessierten dann immer geduldig, was es mit der Trendsportart auf sich hat.
Entwickelt wurde die Sportart in Skandinavien in den 1970er Jahren. In Deutschland wird seit Mitte der 90er Jahre eine Deutsche Meisterschaft ausgespielt. In Hannover wird der Sport, der ursprünglich als Unihockey bekannt war, seit etwa 18 Jahren ausgeübt.
Floorball wird – wie Eishockey – in drei Dritteln à 20 Minuten gespielt. Pro Mannschaft gibt es fünf Feldspieler und einen Torwart. Das Tor ist unwesentlich kleiner als beim Eishockey. Rings um das Spielfeld sind kleine Banden aufgebaut. Die Spieler halten jeweils einen Schläger in der Hand, mit dem der 23 Gramm schwere Lochball gespielt wird. „Die Regeln sind deutlich restriktiver als beim Eishockey“, betont Tietz: „Ein Drücken des Gegners ist erlaubt, ein Stoßen aber verboten.“ Deshalb seien die Spieler deutlich weniger anfällig für Verletzungen. Das sehr rasante Floorball könne aufgrund des geringen Körpereinsatzes auch problemlos von Männern und Frauen in gemischten Mannschaften betrieben werden.
Hannovers Floorballer haben in der vergangenen Saison in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord/West geschafft. In der höheren Spielklasse belegt das Team derzeit den achten von neun Plätzen. „Der Letzte steigt direkt ab, als Vorletzter würden wir wieder die Relegation spielen“, so Tietz.
Doch nicht nur der Erfolg der ersten Mannschaft führt dazu, dass sich immer mehr für Floorball in Hannover interessieren. „Im Sommer 2015 haben wir bei Hannover 96 mit 60 Spartenmitgliedern angefangen, inzwischen sind wir bei 90“, so der Sprecher. Insgesamt gibt es zwei Herrenteams, eine Damen- und eine Jugendmannschaft, in der sich Sechs- bis Elfjährige austoben können.
„Floorball ist sehr leicht zu erlernen. Wer schon einmal eine Mannschaftssportart gemacht hat, wird sich sehr schnell zurechtfinden“, sagt Tietz. Schnelligkeit, eine gute Reaktion und eine gewisse Fitness werden beim Floorball vorausgesetzt. Für Anfänger reicht laut Tietz ein Schläger für etwa 50 Euro aus. Hochwertigere und leichtere Spielgeräte können bis zu 120 Euro kosten.

Weitere Infos über die Floorballabteilung von Hannover 96

Eine Mitgliedschaft in der Floorballabteilung von Hannover 96 kostet 15 Euro im Monat für Erwachsene, Schüler und Studenten zahlen 12,50 Euro, ein Familienbeitrag liegt bei 28 Euro. Die Heimspiele werden in der Halle der Leibnizschule am Lister Kirchweg ausgetragen. Wer einmal erleben möchte, wie Floorball abläuft, kann am Sonntag, 21. Februar, ab 15 Uhr beim nächsten Heimspiel in der 2. Bundesliga Nord/West gegen den TSV Neuwittenbek zuschauen. Trainiert wird dienstags ab 18.30 Uhr und donnerstags ab 19.30 Uhr in der Sporthalle der Internationalen Schule nahe des Maschsees. Der Nachwuchs übt donnerstags ab 16.30 Uhr in der Halle der Rosa-Parks-Schule an der Isernhagener Straße. Interessierte können gerne an einem Probetraining teilnehmen, sollten sich vorab aber an Abteilungsleiter Raiko Krüger unter Mobiltelefon (0160) 97 91 59 64 oder per E-Mail an foorball@hannover96.de wenden.

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