Rollkunstlauf erlebt einen wahren Boom
Die Kinder des Rollkunstlaufs zeigen, wie gelenkig sie auf den Rollen sind. Foto: Ternis

Rollkunstlauf erlebt einen wahren Boom

Der Eis- und Rollsportclub Hannover bietet eine Mischung aus Musik, Sport, Kondition und Ästhetik

Von Sina Ternis
Hannover. Die Mischung aus Musik, Sport, Kondition und Ästhetik macht für Veronika Meyer den besonderen Reiz des Rollkunstlaufes aus. Sie ist Trainerin beim Eis- und Rollsportclub Hannover, der 1957 gegründet wurde und am Großen Kolonnenweg 27 beheimatet ist. Insgesamt 13 Sparten hat der Verein. Dazu gehören exotisch anmutende Sportarten wie Bike Polo, Roller Derby, Inline Hockey oder Stocksport. „Der Fokus liegt aber auf dem Rollkunstlauf“, so die Trainerin.
Das wird im Verein sowohl als Leistungs- als auch als Breitensport ausgeübt. „Für hohe Leistungsgruppen braucht es viermal Training in der Woche. Das können wir einfach nicht leisten“, sagt Meyer. Nicht etwa, weil es im Klub keine Talente gäbe, sondern weil die Infrastruktur nicht mehr zulässt. Zweimal wöchentlich dürfen die Sportler in die Halle, hinzu kommt eine Außenfläche, die nur bei gutem Wetter genutzt werden kann. Vier Trainer stehen den Sportlern zur Verfügung.
„Gerade im Nachwuchsbereich haben wir richtige Talente. Mit denen könnten wir weit kommen, wenn wir so trainieren könnten, wie wir wollten“, erklärt die Übungsleiterin wehmütig. „Aber wir sind natürlich auch mit dem Breitensport schon zufrieden.“ Das Interesse an dem Sport sei da groß, gerade seit ein paar Jahren erlebe der Rollkunstlauf einen Boom.
Die Sportart erfreut sich vor allem in Südeuropa und in den USA großer Beliebtheit, hat aber auch innerhalb des hannoverschen Vereins eine lange Tradition. Bereits Kinder ab drei Jahren können auf Rollschuhen üben, beginnen mit einfachen Gleichgewichts- und Geschicklichkeitsübungen, ehe es an die Sprünge geht. Axel, Lutz oder Rittberger – genau wie beim Eiskunstlaufen. Auch die Disziplinen sind identisch aufgebaut. Es gibt Einzellauf Damen und Herren, Paarlauf, Rolltanz, Solotanz sowie Formationslauf. „Rollkunstlauf ist wie Eiskunstlauf, eben nur auf Rollschuhen“, bringt es die Trainerin auf den Punkt. Und die Rollschuhe können von 300 bis zu 1500 Euro das Paar kosten. Die Schuhe verfügen über spezielle Gestelle, da die Sportler viel über die Kanten fahren. „Fuß und Schuh müssen eins werden“, weiß die Expertin. Für Neulinge hält der Verein auch Leihschuhe bereit, die für 5 Euro pro Monat genutzt werden können.
Jeder Sportler bekommt von den Übungsleitern eine individuell zusammengestellte Kür – mit Musik und Kleid. Hierzu bietet der Verein den Eltern sogar nachmittägliche Nähkurse an, in denen diese die Kleider für ihre Kinder selber und kostengünstig herstellen können. „Überhaupt sind wir wie eine große Familie und beziehen die Eltern immer mit ein“, erklärt Meyer. Auch bei den Wettbewerben, die in Göttingen, Hameln, Wolfsburg, Einbeck oder Osterode stattfinden, fahren viele Mütter und Väter mit. „Wir suchen uns vier oder fünf aus, zu denen wir fahren, und richten alle zwei Jahre selbst einen Wettbewerb aus.“
Hinzu kommen vereinsinterne Veranstaltungen wie Weihnachtsfeier, Halloweenparty oder ein Camping mit Training und Disco. Zudem gibt es eine Kooperation mit der IGS Bothfeld. Hier können die Schüler an einer Rollkunstlauf-AG teilnehmen. Am 5. und 6. Dezember zeigen die Kinder, was sie schon gelernt haben und führen das Märchen Schneewittchen auf.

Das ist der Eis- und Rollsportclub Hannover

Der Eis- und Rollsportclub Hannover, kurz ERC, hat insgesamt 250 Mitglieder, 70 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche. Die Mitgliedschaft kostet bis 18 Jahre 7,50, für Erwachsene 10 Euro. Hinzu kommen 5 Euro Spartengebühr. Mehr Informationen gibt es im Internet unter
❱❱ www.erc-hannover.de

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