Sie kicken gerne – Stern Misburg mit neuer Frauen-Fußballmannschaft

Sie kicken gerne – Stern Misburg mit neuer Frauen-Fußballmannschaft

Misburg. Anne Hosak hatte früher schon immer gerne Fußball gespielt. Als Anfang des Jahres nach Misburg gezogen war, wollte sie gerne wieder in eiem Verein gegen den Ball treten. Doch das Problem: Beim FC Stern Misburg gab es schon seit vielen Jahren keine Frauenmannschaft mehr. Das änderte sich durch Hosaks Engagement. In der 1. Kreisklasse Staffel 2 spielt nun eine Siebenermannschaft. Und das gar nicht mal schlecht: Das neuformierte Team ist Drittletzter und hat in den bisherigen zehn Saisonspielen das Feld zweimal als Sieger verlassen. „Dafür, dass viele aus der Mannschaft vorher noch nie gegen einen Ball getreten haben, ist das schon eine gute Sache“, sagt Hosak.
Sie hatte Anfang des Jahres über das Internet für den Aufbau einer Mannschaft geworben und spontan sechs weitere Interessierte gefunden. Inzwischen besteht die Mannschaft aus 15 Aktiven. In den ersten Trainingseinheiten und sogar noch in den ersten Spielen wurden die Grundlagen entwickelt. So gab es durchaus während der Partien noch Debatten darüber, was Abseits und der zweite Pfosten seien und wie die Mannschaft taktisch agieren solle. „Anfangs war es etwas holprig“, sagt die Spielerin. Allerdings gab es nie Vorwürfe gegenüber den Neuen – sie wussten es schlicht nicht. Aber die Freude an Bewegung in der Gemeinschaft und der Spaß standen für alle Beteiligten ohnehin an erster Stelle. Entsprechend lautet auch der Schlachtruf vor jeder Begegnung: „Was sind wir? Ein Team! Wer sind wir? Stern Misburg!“
So konnte sie auch die sportlichen Rückschläge in den ersten Pflichtspielen nicht entmutigen. Das erste Spiel in Dollbergen ging mit 0:12 verloren, das zweite in Otze ebenfalls zweistellig – 0:10. Auch der Trainer warf schnell das Handtuch, die Suche nach einem neuen Coach gestaltete sich zunächst schwierig. Aber innerhalb der eigenen Reihen fand sich Jugendleiter Thomas Levien, der schließlich gemeinsam mit Denny Wendler die Führung der Mannschaft übernahm. Dabei mussten sich beide zunächst gehörig umstellen: „Mit Frauen ist es schon deutlich schwieriger als mit Männern“, so Levien. „Es sind schon sehr diskussionsfreudige Charaktere dabei“, erklärt Hosak und lacht. Inhaltlich arbeitete er mit den Frauen zunächst wie mit Kindern. Es fing mit Ballannahme und dem Spielen eines Kurzpasses an. Die zusammengewürfelte Mannschaft fand nach einiger Zeit gut zusammen. Das lag auch an vielen Unternehmungen abseits des Fußballplatzes. So gab es gemeinsame Singstar-Abende, es ging geschlossen zum Oktoberfest. Am sechsten Spieltag gab es die ersten Erfolgserlebnisse – beim 4:8 in Sorgensen schossen die Sterne die ersten Tore seit der Wiedergründung.
„Das war unser bestes Spiel. Da war es schon deprimierend, dass wir es verloren hatten“, erinnert sich Hosak an die Partie. Eine Woche später folgte schließlich aber der erste Sieg – 5:0 über SV 06 Lehrte. Auch bei Friesen Hänigsen gab es noch einen weiteren Dreier.
Die Frauen sind angekommen und auch innerhalb des Vereins weitgehend akzeptiert. „Es gibt ganz selten nur noch Sprüche, dass Fußball und Frauen nicht zusammenpassen“, so Hosak. Nur ihre eigene Großmutter war skeptisch: „Sie hat immer gesagt, dass man das als Frau doch nicht spielen kann. Inzwischen freut sie sich aber auch mit mir“, sagt sie mit einem Lachen.
In der kommenden Spielzeit will der Verein noch eine Siebenermannschaft melden und weiterhin auf Kleinfeld spielen. Mittelfristig sei durchaus der Aufbau einer Großfeldmannschaft angedacht. „Dafür brauchen wir aber 23 oder 24 Spieler“, sagt Levien. Neue Spielerinnen – mit oder ohne Vorerfahrung im Fußball – sind jederzeit willkommen. Das Training findet mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr und freitags von 20 bis 22 Uhr in der Halle der Grundschule Mühlenweg statt. Interessierte melden sich per E-Mail an t.levien@t-online.de oder über die Facebookseite der Frauenmannschaft.

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