Versiebt, verschenkt, verdaddelt
Es geht zur Sache im Abstiegskampf: 96-Stürmer Jimmy Briand (rechts) wird vom Bremer Clemens Fritz attackiert. Foto: deisterpics

Versiebt, verschenkt, verdaddelt

Zu viele Punkte hat Hannover 96 bereits liegengelassen / Folgt ein Sieg in Augsburg?

HANNOVER. FC Augsburg? Ja, Hannover 96 spielt am kommenden Wochenende wirklich schon wieder gegen die Mannschaft, gegen die sie zum letzten Mal gewonnen hat. Dazwischen liegen 16 Spiele ohne Sieg und viele Punktverluste, die den „Roten“ jetzt richtig weh tun. Die Rangliste der verpassten Chancen.

Platz 1: 96 – SC Paderborn 1:2: Es war ein brutaler K.o. innerhalb von nur sieben Minuten, den 96 Mitte Februar vom SC Paderborn verpasst bekam. Ausgerechnet Srdjan 
Lakic leitete die 1:2-Niederlage mit einem Kopfballtor zum 1:1 ein. Dabei schien zunächst alles für die „Roten“ zu laufen. Mit einer artistischen Rettungstat verhinderte 
Miiko Albornoz den Rückstand, im Gegenzug erzielte Marcelo das 1:0. Doch wie so oft in der Rückrunde begann bei 96 nach der Führung das große Nervenflattern. Der Kopfball von Lakic und ein haltbarer Freistoß von Alban Meha (79.) sorgten bei den „Roten“ für Frust. Eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, die richtig schmerzte.

Platz 2: 96 – Werder Bremen 1:1:  Als Jimmy Briand seinem Bewacher Jannik Vestergaard entwischt war und allein auf das Bremer Tor zulief, hatten die 96-Fans den Torjubel schon auf den Lippen. Die Fahrlässigkeit, mit der die „Roten“ in der 1. Halbzeit ihre Chancen versemmelten, bestrafte sogar ein schwacher Gegner wie Werder Bremen. Der Treffer von Lars Stindl reichte nicht, weil Zlatko Junuzovic den Ausgleich erzielte. Beim 1:1 gegen Werder verspielte 96 bereits zum sechsten Mal in dieser Saison eine Führung. Und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Mit einem Sieg hätten die „Roten“ in einer entscheidenden Phase einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können.
Platz 3: Schalke 04 – 96 1:0: Den kann man doch gar nicht mehr daneben schießen. Doch, Joselu konnte. Kurz vor der Halbzeit dribbelte sich der 96-Stürmer im ersten Spiel der Rückrunde beim FC Schalke 04 an Benedikt Höwedes und Schalke-Keeper Fabian Giefer vorbei, schaffte dann aber das Kunststück, den Ball nicht im leeren Tor unterzubringen. Und auch kurz nach der Pause vergab 96 eine Reihe von guten Torchancen und konnte sich deshalb über die 0:1-Niederlage nicht beschweren. Von einem Fehlstart wollte damals niemand reden, denn in der 2. Halbzeit hatte die Mannschaft gegen ein schwaches Schalker Team gut gespielt. Mit einem Sieg zum Auftakt wäre sicherlich vieles leichter gefallen. Doch auch diese Chance verpassten die „Roten“.

Platz 4: 96 – Mainz 05 1:1: Der Mainzer Elkin Soto, der sich vor kurzem schwer verletzt hat, ist nicht unbedingt als Torjäger bekannt. Dass ausgerechnet er als defensiver Mittelfeldspieler gegen Hannover 96 trifft, passt zu den hannoverschen Pleiten, Pech und Pannen in dieser Saison. Das 1:1 gegen Mainz Anfang Februar ist eine Kopie des 1:1 gegen Werder Bremen. In der 26. Minute waren die „Roten“ durch Jimmy Briand in Führung gegangen. Wie am vergangenen Spieltag hatten sie auch gegen Mainz eine Halbzeit lang alles im Griff. Doch 96 kam nach der Pause einfach nicht auf Touren, vergab durch Briand eine der wenigen klaren Chancen zum 2:0 und bekam in der 77. Minute die Quittung durch das Tor von Soto.

Platz 5: 96 – Hertha BSC 1:1:  Wer in der 76. Minute mit 1:0 in Führung geht, sollte auch einmal in der Lage sein, diesen Vorsprung noch 
14 Minuten über die Runden zu kriegen. 96 hatte Anfang April gegen Hertha BSC keine tolle Leistung gezeigt, aber in der Schlussphase stocherte Christian Schulz die Kugel nach einem Eckball von Hiroshi Kiyotake über die Linie. Doch den Berlinern gelang nur sieben Minuten nach dem Rückstand der Ausgleich durch einen sehenswerten Treffer von Valentin Stocker. Die Partie war vor dem Anpfiff von den 96-Verantwortlichen als „extrem wichtig“ eingestuft worden. Sonnabend in Augsburg und eine Woche später gegen Freiburg (beide Partien beginnen um 15.30 Uhr) folgen jetzt die „sehr extrem wichtigen“ Wochen für Hannover 96.

Bildquelle

  • sport_96: deisterpics

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