Zieler und die Konkurrenz im Nacken
Ron-Robert Zieler. Foto: deisterpics

Zieler und die Konkurrenz im Nacken

Der Keeper hält sich fit mit Torwarttrainer Jörg Sievers / Heute und Sonnabend sind Länderspiele

Hannover. Auf Urlaub wie andere Fußball-Nationalspieler hat Ron-Robert Zieler nach dem Bundesliga-Saisonende verzichtet. Ein Abstecher zum Galopprennen auf der Neuen Bult, ein Konzertbesuch und der Kauf eines mehr als 120.000 Euro teuren Mercedes AMG GT-S mit 510 PS: Der Torwart von Hannover 96 schaltete zwar schon in den Freizeitmodus, trainierte aber gleichzeitig noch privat mit Torwartcoach Jörg Sievers, denn in dieser Woche ist er noch einmal im Nationaltor gefragt.
Weil Bundestrainer Joachim Löw dem Münchener Manuel Neuer freigegeben hat, gibt es im Testspiel gegen die USA heute in Köln (20.45 Uhr, live in der ARD) und Sonnabend im EM-Qualifikationsspiel im portugiesischen Faro gegen Gibraltar (20.30 Uhr, live bei RTL) eine Arbeitsteilung zwischen Zieler und Weidenfeller. Jeder bekommt eine Begegnung – vermutlich Weidenfeller die 90 Minuten gegen die USA und der 96-Profi die anderthalb Stunden gegen Gibraltar. Nach fünf Freundschafts-Länderspielen wäre es Zielers erster Pflichtspieleinsatz.
Weltmeister Zieler ist Deutschlands Nummer 2, und spätestens seit dem vergangenen Wochenende glauben viele Experten und Fans, dass es vor der EM 2016 für ihn schwer wird, diese Position zu verteidigen: Bundestrainer Joachim Löw wird nicht umhin kommen, den frisch gekürten Champions-League-Sieger Marc-André ter Stegen in den Kreis der Nationalelf zu holen. Das soll übrigens bereits vor dessen Triumph mit dem FC Barcelona in Berlin beschlossene Sache gewesen sein. Auch Bernd Leno von Bayer Leverkusen wurde von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke ins Gespräch gebracht. Anders als Zieler haben ter Stegen und Leno kommende Saison die Möglichkeit, mit ihren Clubs internationale Erfahrung zu sammeln.
Doch abgeschrieben ist Zieler dennoch nicht. „Er hat sich in dieser Saison noch mal richtig gut entwickelt“, sagte der nicht zu überschwänglichem Lob neigende Köpke.
Was Zieler in der Bundesliga fehlt, das ist vor allem eine Lobby, jüngster Beweis ist die aktuelle Umfrage des Fachmagazins „kicker“ unter 183 Profis. Bei der Frage nach dem besten Torhüter landete Zieler nicht unter den ersten sechs. Hinter Neuer landete Mönchengladbachs Yann Sommer auf Platz 2, gefolgt von Freiburgs Roman Bürki, dem Hamburger René Adler, Leno und dem Kölner Timo Horn.
In Hannover dagegen ist Zieler bei den Fans die unumstrittene Nummer 1. Die 96-Anhänger wählten ihn nach Sasonschluss zum „Man of the Year“.

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