Zum Aufgeben ist es viel zu früh
Körperkontakt: 96-Stürmer Artur Sobiech (rechts) im Zweikampf mit Mats Hummels (BVB). Foto: deisterpics

Zum Aufgeben ist es viel zu früh

Hannover 96 hat am Sonntag gegen den FC Augsburg die nächste Chance auf einen wichtigen Heimsieg

Von Christian Kaufer
Hannover. Man kann es drehen und wenden wie man will: Ein Sieg muss her für Hannover 96, wenn am kommenden Sonntag, 21. Februar, der FC Augsburg ab 17.30 Uhr zu Gast in der HDI Arena ist. Um den einen Funken Hoffnung zu entfachen, brauchen die „Roten“ einen Dreier. Aber wie soll es gelingen? Für die Moral war der Auftritt beim 0:1 in Dortmund gar nicht schlecht, aber am Ende stand auf der Punkte-Haben-Seite wieder eine Null – das siebte Mal in Folge und weiterhin Platz 18 in der Tabelle! So langsam rückt das rettende Ufer – Relegationsplatz 16 liegt bereits sechs Punkte weg – in weite Ferne.
Auch 96-Coach Thomas Schaaf fand, „dass wir vieles richtig gemacht haben“ beim BVB, aber in letzter Konsequenz der entscheidende Zug zum Tor des Gegners gefehlt hat. Die Erkenntnis liegt allerdings auch beim erfahrenen Schaaf auf der Hand, dass die Defensive jetzt das Fundament für mehr Sicherheit bilden muss. Die neue Ausrichtung mit mehr Präsenz im Zentrum, zeigte eine engagierte Leistung in Dortmund, womit wohl kaum einer gerechnet hatte. Die Mannschaft hat wieder ein ganz anderes Gesicht gezeigt, als bei der desolaten 0:1-Vorstellung gegen Mainz 05, und das trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle. Eine mutige Mannschaftsleistung, auf der sich aufbauen lässt. Allerdings schießt eine starke Defensive keine Tore und diese sind nun mal das Salz in der Suppe.
Eventuell wäre Hugo Almeida nach seinen Rückenproblemen wieder eine Alternative für den Angriff, obwohl Artur Sobiech sich als Alleinunterhalter in vorderster Front redlich bemühte. Ob am Sonntag gegen Augsburg mit Hiroshi Kiyotake eine weitere Kreativkraft zur Belebung der 96-Angriffsbemühungen zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten. „Wir wollen ihn behutsam aufbauen und langsam heranführen“, drückt Schaaf auf die Bremse, um den quirligen Japaner nicht als letzten Heilsbringer da stehen zu lassen. Er allein kann es bestimmt nicht richten, aber sein Spielwitz und sein Torinstikt könnte für die abstiegsbedrohten Hannoveraner einen weiteren Funken Hoffnung zünden.
Mit dem Neuzugang Marius Wolf von 1860 München hat Schaaf noch einen weiteren Mutmacher im Kader, der mit seiner im Trainingslager angedeuteten Schnelligkeit über die Flügel für mehr Gefahr vor dem Tor des Gegners sorgen könnte.
Hannover 96 hat also noch Optionen und kann die Augsburger vor die ein oder andere Überraschungen stellen. Wichtig dabei ist, dass die Fans weiter dabei bleiben und die „Roten“ nach vorne peitschen.
Es bleiben noch 13 Spiele Zeit, den Klassenerhalt zu schaffen – zum Aufgeben werden noch zu viele Punkte vergeben.

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