Ich habe einen Traum vom Zirkus
Sascha Melnjak ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann. 2006 hat er den Zirkus Charles Knie seinem damaligen Besitzer und Namensgeber abgekauft. Seit 2007 leitet er den Zirkus. Er investierte in Ausrüstung und Programm und führt den Zirkus seitdem sehr erfolgreich.Foto: cle

Ich habe einen Traum vom Zirkus

Zirkusdirektor Sascha Melnjak hat sich seinen Traum erfüllt

Mein Traum beginnt, als ich sechs Jahre alt war. Zusammen mit meiner Oma Else war ich im Zirkus Althoff und sofort fasziniert von der ganz besonderen Magie dort. Den Geruch von Sägespänen hatte ich nach diesem Tag noch lange in der Nase. Damals wollte ich zum Zirkus. Sofort. Ich träumte von der Freiheit im Zirkuswagen und dem Applaus in der Manege. Ich wollte mit den Clowns lachen und die Trapezartisten bestaunen. Leider musste ich am nächsten Tag wieder in die Schule. Rechnen, schreiben, lesen statt Sägespäne, Tiere und Applaus. Trotzdem verbrachte ich jede freie Minute im Zirkus. Ich half, wo ich konnte – als Einweiser, Plakatkleber oder Büroassistent. Nichts war mir zu schwer und zu schmutzig – Hauptsache, ich war im Zirkus.
Nach dem Abitur kam der Zivildienst und eine ordentliche Ausbildung. Von einer Karriere als Zauberkünstler oder Zirkusdirektor hielten meine Eltern nicht viel. Also lernte ich Groß- und Außenhandelskaufmann. Meinen Traum von einem Zirkus habe ich aber nie aufgegeben. Und so fing ich nach meiner Ausbildung als Tourneeleiter in der Zirkusbranche an. 1999 gründete ich den Heilbronner Weihnachtscircus, eine große Zirkusproduktion zur Weihnachtszeit. Mein Traum rückte immer näher. In den Sommermonaten war ich als Pressesprecher, Tourneeleiter oder auch Geschäftsführer in verschiedenen Zirkusbetrieben in Deutschland und der Schweiz unterwegs, im Winter organisierte ich den Weihnachtscircus in Heilbronn. Dann, 2006, war ich so nah an der Erfüllung meines Traumes wie nie zuvor. Charles Knie, Direktor des großen Zirkus Knie, aus der Knie-Dynastie, hatte keine Lust mehr auf Manege und wollte sich in Australien zur Ruhe setzen. Eines Tages klingelte mein Handy und er bot mir seinen Zirkus an. Endlich hatte ich die Chance auf die Erfüllung meines Kindheitstraumes: Meinen eigenen Zirkus. Ich griff zu und seit 2007 lebe ich meinen Traum. Jetzt kann ich mir das Zirkusprogramm so gestalten, wie ich es mir als Kind immer gewünscht habe. Ein Programm, das nicht nur Kinder anspricht, sondern auch das Kind in uns drin. Das Kind, das mit staunenden Augen dem Geschehen in der Manege folgt und mit leuchtenden Augen aus dem Zelt kommt. Das Kind, das ich war, als ich mit sechs Jahren das erste Mal den Zirkus erlebt habe und der mich zum Träumen gebracht hat.

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