Ich habe einen Traum von der Musik

Ich habe einen Traum von der Musik

Sascha Günther ist passionierter Musiker und Pilger aus Hannover und er ist Kopf des Musikprojekts „Amigos del Camino“.

Ich wache auf. Den Schlafsack habe ich bis an die Nasenspitze heran gezogen. Durch die offenen Fenster dringt kalte Luft in das einfache Zimmer, in dem sich außer einigen Etagenbetten nur ein nackter Fliesenboden befindet. Es dauert einen Augenblick, bis ich wieder weiß, wo ich bin. Es ist ein kleines Dorf im Nordosten Spaniens, nur drei Tagesmärsche von den französischen Pyrenäen entfernt. Ich laufe zu Fuß durch die iberische Halbinsel – ich bin auf dem Jakobsweg.

Sascha Günther wanderte im April 2013 auf dem Jakobsweg. Er kam auf seiner Wanderung mit vielen Menschen und ihren Geschichten in Berührung. Diese Reise markiert einen Wendepunkt und veränderte sein Leben. Zusammen mit sieben Musikern aus fünf Ländern, die der Pilgerpfad zusammengeführt hat, initiierte er das Musikprojekt „Amigos del Camino“.

Sascha Günther wanderte im April 2013 auf dem Jakobsweg. Er kam auf seiner Wanderung mit vielen Menschen und ihren Geschichten in Berührung. Diese Reise markiert einen Wendepunkt und veränderte sein Leben. Zusammen mit sieben Musikern aus fünf Ländern, die der Pilgerpfad zusammengeführt hat, initiierte er das Musikprojekt „Amigos del Camino“.

Ich erinnere mich an den gestrigen Abend und daran, wie wir gemeinsam unter freiem Himmel an einem einfachen Plastiktisch sitzen. Wir, das sind in diesem Fall Menschen aus der ganzen Welt, die sich im Laufe des Tages getroffen haben und nun gemeinsam kochen und essen. Als später der Regen einsetzt, rücken wir unter dem Vordach des Hauses noch enger zusammen. Plötzlich fängt jemand an zu singen und ich merke, wie mich diese Stimme so berührt, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Das war wohl der Moment, der mich zu meinem Traum inspiriert hat.
Ich schlüpfe aus meinem Schlafsack und denke mir: Wie wäre es, mit diesen Menschen Musik zu machen? Jeder in seiner Sprache. Jeder in der Klangfarbe seines Landes. Unabhängig von Religion, Hautfarbe oder finanziellem Hintergrund. Ich summe die Zeile „People writing songs that voices never share“ von Simon & Garfunkel. Wie würde es sich anfühlen, wenn diese Stimmen die Chance bekommen würden, gehört zu werden? Wenigstens ein einziges Mal. Ich spreche weitere Pilger an, die mit besonderen Stimmen gesegnet sind und erhalte viel Zustimmung. Diese Idee beflügelt mich und gibt mir Kraft auf den folgenden 800 Kilometern zu Fuß durch Spanien.
Gut zweieinhalb Jahre ist das jetzt her und aus dem Traum ist Wirklichkeit geworden. Aus Fremden sind Freunde geworden, die nun künstlerisch vereint sind auf einem Album. Eine musikalische Reise quer durch Europa. In sechs Sprachen singen meine Mitpilger von ihren Erfahrungen auf dem Camino und was dieser mit ihnen gemacht hat. Der Weg hat die Menschen zusammen geführt – und jetzt führt die Musik wiederum neue Menschen zusammen, von denen sich manche ebenfalls auf den Weg machen. Wenn ich so daran denke, liege ich gedanklich wieder in meinem Schlafsack – und lächele.

❱❱ Weitere Infos gibt es im Internet  unter www.amigosdelcamino.de. Dort ist auch die Musik als CD oder Download erhältlich.

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