Ich habe einen Traum von einer bunten Welt
Schreiber beklebt einen VW T1 Samba-Bus mit einer Hochleistungsfolie. Die Designgrundlage für die Spiegelung lieferte Marie Binder. Schreibers nächste Ausstellung „Money Talks“ ist am Donnerstag, 25. August, im Restaurant Tresor Hannover-Isernhagen zu sehen.

Ich habe einen Traum von einer bunten Welt

Tobias Schreiber – Künstler und Fotograf – träumt davon, den Weg eines Künstlers zu gehen und Menschen zu faszinieren

Während meines Studiums brauchte ich Geld und habe nach dem gefühlt hundertsten Promotion-Job bemerkt, dass ich mich in einer Art Hamsterrad befand. Es gab zwar Abwechslung und ja, ich war auch äußerst gut bezahlt, aber das konnte doch nicht alles sein, besonders, weil mein Studium zunehmend auf der Strecke blieb. Also eröffnete ich mein erstes Ladengeschäft. Dann das zweite – dritte – vierte – und so weiter. Als ich nach drei Jahren mehr als 40 Angestellte beschäftigt hatte, war es mal wieder Zeit, sich zu verändern und ich eröffnete im Alter von 25 Jahren meine erste Kunstgalerie mit Statuen und Gemälden, die ich in Indien entdeckt hatte und mit dem Schiff nach Deutschland einfuhr. Viele Reisen mit Bezug zu meinem Studium – ich studierte Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt hinduistische Symbologie – haben die Welt um mich herum plötzlich nicht mehr ganz so grau aussehen lassen. Dennoch war zwei Jahre später klar, dass ich etwas anderes suchte. Und dann fand.
Ich träumte von einem spannenden Leben, mit Spaß, Glück, natürlich Gesundheit und spannenden, netten Menschen um mich herum. Wie Albert Einstein schon sagte: „Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Man muss sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.“
Meine Kunstgalerie, meine Läden und anderen Geschäfte: 2010 habe ich alles geschlossen, obwohl ich nicht wusste, was ich machen wollte. Es sollte vorwärts gehen und dabei wollte ich das Gestern hinter mir lassen. Weil ich nun Ölfarben, Pinsel und Leinwände von angestellten Künstlern zurück bekam, dachte ich mir, dass ich zum Zeitvertreib ein Bild von meiner Freundin male. Monate später malte ich Alexander den Großen, Bruce Lee und plötzlich in einer Serie 30 weitere Ikonen. Ich war gepackt und fasziniert, denn ich hatte etwas gefunden, was mir völlige Freiheit bei allem gibt, das ich zu tun gedenke und gleichzeitig entdecke ich jeden Tag Neues, lerne professionell zu fotografieren und bereise die verschiedenen Kontinente. Angekommen. Vorerst.
Heute bin ich 33 Jahre alt und träume von einer bunten Welt. So bunt wie nur möglich, quasi unendliche Diversität in Harmonie, sodass sich jeder die Praline aus der Pralinenschachtel nehmen kann, die ihr oder ihm am meisten beliebt, ohne dass jemand leer ausgeht. Anders gesagt, ich träume davon, dass meine Kinder in uneingeschränkter Freiheit selbstbestimmt leben können. Dass sie das Leben wie ich lieben, Hindernisse überwinden, weiter machen und ihre Zukunft selbst gestalten. Ich selbst habe das Leben im „Autopilot-Modus“ vor sechs Jahren hinter mir gelassen und freue mich jeden Tag aufs Neue, den Weg eines freien Künstlers zu gehen, um ich selbst zu sein, Menschen zu faszinieren und um mit Farbe die Zukunft zu verschönern. Schritt für Schritt reiße ich mit meinen bunten Bildern graue Wände ein. Dabei hole ich mir auch Inspiration aus der Vergangenheit, von Meistern wie Leibniz oder Da Vinci, die ohne Pause auf der Suche nach Neuem waren und noch heute unser Leben berühren. Selbstverständlich gehe ich meinen eigenen Weg. Momentan auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage:
Wie ist unsere Welt aufgebaut? Denn die Frage „warum sind wir hier“ habe ich mir bereits beantwortet.

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