Ich habe einen Traum von einer Gastrolle
Die „Lindenstraße“ ist Kult. Seit 30 Jahren verfolgen die Zuschauer die Geschichten von Mutter Beimer und Co. Foto: WDR

Ich habe einen Traum von einer Gastrolle

Sylvie Kollin – eine der bekanntesten Kartenlegerinnen Deutschlands – träumt davon, den Charakteren der Lindenstraße die Karten zu legen

Ich habe viele Träume. Aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, dann wäre es der, einmal in der Lindenstraße den Schauspielern die Karten zu legen. Also Iffi als Iffi und nicht als Rebecca Siemoneit-Barum. Natürlich würde das nicht ganz so einfach sein, da es ja immer auf die Person ankommt, die die einzelnen Karten zieht. Da müsste sich Rebecca Simoneit-Barum schon sehr mit ihrer Rolle identifizieren, um das zu können.
Für mich wäre das genauso eine Herausforderung. Aber ich würde das total gerne machen. Das Mädchen hat so viele Probleme mit den Männern und Jobs. Ihr würde ich total gerne etwas sagen. Aber auch Anna Ziegler wäre eine Kandidatin für mich. Ihr müsste ich dringend mal die Karten legen, so verworren ist ihr Leben.

Hannover Sylvie Kollin macht neue Kartenleger-Bude am Aegi auf  (Foto: Rainer Droese)

Hannover Sylvie Kollin macht neue Kartenleger-Bude am Aegi auf (Foto: Rainer Droese)

Ich träume schon lange davon, einmal in der Lindenstraße die Karten zu legen. Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass ich selbst einmal in den 80er Jahren ein Restaurant wie das „Akropolis“ der Lindenstraße hatte. Auch da wurde getratscht und geklatscht. Vorne am Tresen wollten die Leute mit mir reden, allerdings wollten sie auch immer, dass ich die Frikadellen in der Küche selbst mache. In der Lindenstraße führt Vasily die Gaststätte und wird von seiner Mutter Elena unterstützt.
Zum anderen hat die verstorbene Mutter von Rosi Zenker, Rosi Koch, in ihrer Küche ab und an Karten gelegt. Da sie ja nun nicht mehr ist, könnte ich ja einmal dort die Karten legen. So bin ich auch darauf gekommen, dass ich das auch mal machen möchte. Ein Gastauftritt in der Lindenstraße, das wäre es. Das wäre mein Traum. Eine Kollegin hat mir einmal gesagt, dass ich noch einmal etwas ganz Neues anfangen werde – und vielleicht ist das ja der Neuanfang.
Ich glaube daran, was die Karten sagen. Oftmals tritt nicht alles sofort und in der gedachten Ausprägung ein. Aber vieles erschließt sich auch im Nachhinein. Ich bin jemand, der keine allgemeine Prognosen abgibt. Daher würde ich auch nie Karten für andere Menschen ziehen. Das müssen sie schon alleine machen. Ich kann nur deuten, welche Karten sie gezogen haben. Es ist immer ihre, nicht meine Geschichte.
An der Lindenstraße fasziniert mich, dass es eben Geschichten aus dem Leben sind. Jede Woche neu, meist mit aktuellem Bezug. Man mag jetzt schmunzeln, aber die Lindenstraße lasse ich mir nie entgehen. Sie gehört für mich zum Wochenende wie der Tatort danach.

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