Ich habe einen Traum von Gemeinschaft
Shary Reeves ist vielen Kindern bekannt als Kika-Moderatorin und durch die Reihe der NDR Radiophilharmonie „Klassik macht Ah!“

Ich habe einen Traum von Gemeinschaft

Anne Volkmann engagiert sich seit zwei Jahren im Verein Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover

Ich habe einen Traum von gemeinschaftlichem Leben in Hannover: Ich träume davon, dass sich alle Menschen, die sich zu uns retten mussten, bei uns willkommen fühlen, ihren Platz  finden und in Frieden leben können. Ich träume davon, dass sie Raum und Zeit bekommen, sich in unserer Mitte zu entwickeln, und ihre eigenen Wege zu gehen. Ich träume davon, dass alle Menschen in Hannover gleiche Chancen bekommen.

Anne Volkmann (69) arbeitet im Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V. und kümmert sich insbesondere um den Bereich Kultur. Sie ist Vermittlerin zwischen Angeboten im kulturellen Bereich, sowohl von Institutionen als auch von Einzelpersonen, die an Flüchtlinge gerichtet sind.

Anne Volkmann (69) arbeitet im Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V. und kümmert sich insbesondere um den Bereich Kultur. Sie ist Vermittlerin zwischen Angeboten im kulturellen Bereich, sowohl von Institutionen als auch von Einzelpersonen, die an Flüchtlinge gerichtet sind.

Ich habe einen Traum von einer Gesellschaft, in der Verschiedenheit als Chance wahrgenommen wird. In der alle Menschen als Individuen mit ihren grundverschiedenen Stärken und Schwächen wahrgenommen werden, in jedem Alter.
Ganz konkret träume ich davon, dass alle Kinder, ob sie schon immer hier waren oder ob sie jetzt aus anderen Ländern und anderen Kulturen zu uns kommen, verständnisvolle und kompetente Lehrerinnen und Lehrer  finden. Dass sie nicht separiert werden. Dass sie von Menschen umgeben sind, die großes Interesse an ihrer Entwicklung haben und zeigen. Dass sie begleitet werden von Menschen, die an sie glauben. Solche Bestätigung und Ermunterung brauchen alle Kinder! Wer wüsste das nicht! Wer erinnert sich nicht!
Ich träume davon, dass alle Kinder eines Stadtteils selbstverständlich gemeinsam in Kitas und Schulen gehen, dass jedes Kind dort willkommen ist. Dass alle an ihrer Bildung beteiligten Professionen auf Augenhöhe zusammen arbeiten und sich in einem kontinuierlichen Dialog befinden. Ich bin davon überzeugt, dass die Bündelung dieser Kompetenzen der positiven Entwicklung der Kinder dient und die Arbeit der Pädagogen bereichert. Am schönsten ist es, wenn die Eltern einbezogen und als Fachleute für ihre Kinder anerkannt werden. Das sollte für alle Eltern gelten!
Wir sind auf einem guten Weg. Wir merken das in unserem Verein „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover“ ganz konkret. Dazu gehört, dass das Engagement nicht nachlässt. Im Gegenteil, es lässt sich aktuell eine neue Qualität in der ehrenamtlichen Arbeit erkennen: Hilfsangebote sowohl von Institutionen als auch von Einzelpersonen  werden nicht weniger, sondern mehr! Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen melden sich bei uns. Es gibt Ältere, mittlere Jahrgänge, aber auch ganz viel junge Menschen, die helfen wollen. Ein Stückchen Traum wird wahr: Ob eine Rockband, die anbietet, mit Flüchtlingen zu arbeiten oder eine Tanzschule, die Hip-Hop-Kurse plant, ob Circus Roncalli einlädt oder das GOP. Ob es Studierende der Musikhochschule sind mit einem Benefizkonzert oder ob ein Tanztheater mit geflüchteten und deutschen Menschen  entstanden ist – in Hannover ist  der Wunsch nach gemeinsamen Aktionen sehr lebendig!
Das Begegnungskonzert der NDR Radiophilharmonie entspricht so ganz meinem Traum. Und gerne vermittle ich die Karten an die richtigen Kinder. Ich wünsche mir ja, dass Kinder aller Herkünfte sich begegnen und genauso ist das Konzert angelegt. Und dass diese Idee von den Musikern dort selbst kam, bestätigt meine These!
Dass die in Flüchtlingsfragen sehr engagierte Kika-Moderatoin Shary Reeves mit macht, finde ich großartig und besonders freut mich, dass Igor Levit neben Markus Becker und anderen dort mit musiziert, denn Igor Levit hat gerade genau das öffentlich gesagt, was ich denke. Ich möchte deshalb mit zweien seiner Sätze abschließen:
Igor Levit verlas vor einem Konzert am 3. November in Düsseldorf:„Ich möchte diesen Beethoven-Zyklus folgenden Menschen widmen: Denen, die unverschuldet, ohne Hab und Gut gezwungen wurden, ihre Freiheit aufzugeben, ihr Leben aufzugeben, ihr Haus aufzugeben, ihre Heimat aufzugeben. Den Menschen die wir so leicht „die Flüchtlinge“ nennen und dabei vergessen, dass hinter jedem ein Mensch steht, ein individuelles Schicksal.
Aber auch allen anderen: Denen, die voller Energie, Optimismus und Empathie diesen Menschen jede erdenkliche Hilfe zukommen lassen.“
Danke Hannover!

www.uf-hannover.de

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