Ich habe einen Traum von Heimat

Ich habe einen Traum von Heimat

Matthias Görn – betriebswirtschaftlicher Leiter des Landesmuseums – engagiert sich auch im Freundeskreis Hannover

Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit Hannover erinnern. Frühjahr 1997. Nach dem Studium packte mich der Drang Richtung Norden. Dazu muss man wissen, dass ich gebürtig aus Magdeburg stamme und seit der turbulenten Wendezeit in der Nähe von Frankfurt am Main lebte. „Herzlich Willkommen in der Messestadt Hannover“, sprach eine freundliche Stimme am Hauptbahnhof in die Lautsprecher, der seinerzeit einer Großbaustelle glich. Es war nicht die vielbeschworene Liebe auf den ersten Blick, aber von Anbeginn haben mich die Menschen hier begeistert, was sich bis heute nicht gelegt hat.
Eine unvergleichbare Dynamik verbreitete die Expo, welche wahrscheinlich nur von olympischen Sommerspielen zu übertreffen wäre. Gut 500 000 unaufgeregte Einwohner, Großstadt im Grünen, Messestadt mit Weltbedeutung – das ist Hannover, wie man es allseits kennt. Aber Hannover hat noch mehr, hat eine Seele und Emotionen, hat Kultur und Kulturen. Seit mehr als vier Jahren trage ich als kaufmännischer Vorstand Mitverantwortung für das Landesmuseum Hannover. Eine schöne Gelegenheit, einen Teil unserer Stadt mitzugestalten. Zugleich aber auch Verpflichtung, sich für das Gemeinwohl zu engagieren.
Heimat gibt Halt, gerade in Zeiten, in denen vieles unübersichtlich und ungeheuer schnell geworden ist. Heimat gibt auch Kraft, weil sie die Möglichkeit bietet, bei sich selbst zu sein. Heimat stiftet Gemeinschaft, weil sie dem Miteinander einen gemeinsamen Raum gibt. Und Heimat stärkt den Mut, Grenzen zu überwinden. Nur wer fest verwurzelt ist, kann sich der Welt selbstbewusst zuwenden. Und nur wer um die eigenen Werte weiß, kann anderen Kulturen offen begegnen.
Begeisterte Hannoveranerinnen und Hannoveraner, welche dieses verkörpern, kann man an ganz viel Orten treffen. Einer dieser Orte ist der Freundeskreis Hannover e.V.. Der mit mehr als 1400 Mitgliedern größte Bürgerverein des Landes, macht sich seit über 25 Jahren stark für unsere Stadt, fördert die kulturelle Vielfalt und den Dialog zwischen Bürgern, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur. Vielleicht erinnern sie sich an das wunderbare Familienfest im Maschpark zum großen Stadtjubiläum 775 Jahre Hannover am 26. Juni.
Ich wünsche mir, dass Hannover auch in der Zukunft den Mut zu herausfordernden Projekten nicht verliert und sich als lebenswerte Metropole weiterentwickelt. So wie Hannover und seine Umgebung meine Heimat geworden ist, so hoffe ich, dass viele Menschen, egal aus welchen Gründen sie in unsere Stadt kommen, hier ein liebenswertes Zuhause finden, denn Heimat ist dort, wo einem die Menschen nahe sind. Dafür möchte ich mich gern in unserer Stadt engagieren.

Matthias Görn ist kaufmännischer Vorstand des Niedersächsischen Landesmuseums Hannovers und stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises Hannover. Tortenanschnitt: Am 26. Juni 2016 feiert Hannover seinen 775-jährigen Geburtstag mit einer großen Feier im Maschpark. Foto: Micha Neugebauer

Matthias Görn ist kaufmännischer Vorstand des Niedersächsischen Landesmuseums Hannovers und stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises Hannover.
Foto: Micha Neugebauer

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