Ich habe einen Traum von Hilfe
Jens Hauschke ist seit sieben Jahren PR-Berater bei der Agentur hannover.contex 4.0. Vorher war er zehn Jahre Lokalredakteur bei der HAZ.

Ich habe einen Traum von Hilfe

Jens Hauschke, PR-Berater in Hannover, engagiert sich für an Aids erkrankte Kinder

Mein Freund, der Gastronom Jürgen Uhlenwinkel, hat mich auf diesen einzigartigen, aber leider viel zu wenig bekannten Verein zur Unterstützung AIDS-kranker Kinder aufmerksam gemacht. Gut zehn Jahre ist es her, als er mir erklärt hat, dass diese Kinder im Gegensatz zu anderen kranken Kindern oft stigmatisiert werden, statt Hilfe zu bekommen.
Ich habe mich sofort erkundigt und den wunderbaren Professor Baumann aus der MHH-Kinderklinik getroffen. Was mir der Vorsitzende des Vereins erzählt hat, war bewegend und erschreckend: Diese Kinder brauchen auch deshalb besondere Unterstützung, weil sie nicht einmal selbst wissen dürfen, dass sie HIV-positiv sind. Wenn von einem Kind im Kindergarten bekannt würde, dass es HIV-infiziert ist, würden die Eltern der anderen Kinder ihre Söhne und Töchter sofort abmelden. Wenn Kinder ihren Spielgefährten von ihrer HIV-Infektion erzählen, haben sie am nächsten Tag keine mehr. Beispiele gibt es genug. Eine Pflegemutter eines HIV-kranken Kindes hat mir jüngst erzählt, dass ihr Zahnarzt sich weigern würde, ihren Sohn zu behandeln. Es ist so grausam.
Und daher habe ich einen ganz einfachen Traum: Dass die Menschen aufwachen, und verstehen, dass man sich beim normalen Umgang mit HIV-Infizierten schlichtweg nicht anstecken kann. Vom selben Teller essen, aus dem selben Glas trinken, küssen, berühren – alles kein Problem. Ich träume davon, dass diese leidgeprüften Kinder Unterstützung erfahren – und nicht ausgegrenzt werden.
Ein Beispiel macht mir Mut, dass mein Traum vielleicht irgendwann mal in Erfüllung geht: Corinne, deren Versuche, trotz des tödlichen Virus ein ganz normales Leben zu führen und erwachsen zu werden, ist in einem Dokumentarfilm dargestellt worden. Sie hatte sich bei der Premiere des Films erstmalig öffentlich zu der Krankheit bekannt – und große Angst, da sie im Robinson Club eine Kindergruppe betreut. Und wie hat ihr Arbeitgeber reagiert? Er hat sie nicht etwa wie befürchtet entlassen – er hat sie gestützt und unterstützt, die ganze Sache öffentlich gemacht. Mein Traum: Das soll keine Ausnahme, sondern die Normalität sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.