Ich habe einen Traum von Kunst
Kuratorin Dagmar Brand betreut die Ausstellung „Grün“ in der weißen Halle der Eisfabrik in der Südstadt. Foto: Schmücking-Goldmann

Ich habe einen Traum von Kunst

Quelle: Schmücking-Goldmann

Die Hannoveranerin Dagmar Brand arbeitet als freie Künstlerin und Kuratorin. Sie betreut unter anderem die Ausstellungs-Trilogie „Schwarz-Grün-Weiss“ in der Eisfabrik in der Südstadt

Träume gehen meistens nicht in Erfüllung, aber trotzdem will ich nicht aufgeben zu träumen. Und vielleicht vereinen sich der Traum und die Realität zu einer Symbiose.
Ich träume von den vielen hannoverschen Künstlerinnen und Künstlern, von der hannoversche Kunstszene, die immer noch nicht die Aufmerksamkeit erfährt, wie sie es verdient hätte. Obwohl einige gute Ansätze durch die Kultureinrichtungen vorhanden sind, ist der Platz für die hannoverschen Künstlerinnen und Künstler nicht ausreichend genug, um das vielfältige Potential ihrer Kunst auf lange Sicht in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
In meinem Traum wird der Prophet im eigenen Land anerkannt. Es herrscht Solidarität unter den Kunstschaffenden und den öffentlichen Kultureinrichtungen.
In meinem Traum interessieren sich sich die Menschen für die lokale Kunstszene, es gibt Studiengänge der Freien Kunst und zahlreiche Galerien, in denen die jungen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren.
Ich träume von Kunstsammlern und Kunstkäufern, die mutig genug sind, sich auch in den hannoverschen Ateliers umzuschauen, statt sich von den großen Namen und  Kunstaktien blenden zu lassen. In meinem Traum erfahren die Künstler Unterstützung von der Stadt, es werden ihre Werke angekauft und sie nehmen an Ausschreibungen von Bauträgern (Kunst am Bau), Kirchen oder  öffentlichen Einrichtungen, teil. Und ich träume von Medien, die mit ihren Ankündigungen und Kritiken ein Feuer für die Kunst entfachen.
In meinem Traum  müssen nicht immer wieder neue Formanträge für Projekte, die schon über Jahre ihren Stellenwert in der Öffentlichkeit haben, neu gestellt werden. Und ich träume von einer Stadt, die stolz auf ihre Künstlerinnen und Künstler ist, die Räume schafft, wo sie sich präsentieren können, von einem Sprengel-Museum, mit einem „Plätzchen“ für die lokalen Künstlerinnen und Künstler.
Ich träume von einem regen und wachen Interesse an der Kunst, von einem permanenten Austausch, damit für die Zukunft das kulturelle Leben in einer Stadt nicht auf der Stelle tritt, sondern sich weiter bewegt und nach vorne schaut. Nur so können die Träume für alle, die mit Kunst zu tun haben,  das gesamte kulturelle Leben pulsieren lassen. Und nicht nur heute, sondern – und was ganz wichtig ist – auch noch morgen.
Wenn sich zumindest ein Teil meines Traumes erfüllen würde, sähe es in der Kunstlandschaft Hannovers durchaus positiver aus und der Traum würde nicht als eine Seifenblase in den blauen Himmel entweichen und irgendwann, wie so viele der unterschiedlichsten Träume, zerplatzen.

Mehr Träume von Hannovers Prominenten finden Sie in der Serie „Ich habe einen Traum von…“ auf unseren Themenseiten.

Bildquelle

  • Traum_Brand_Portraet: Schmücking-Goldmann
  • Traum_Brand_Kunst_2: Schmücking-Goldmann

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