Ich habe einen Traum von Live-Musik

Ich habe einen Traum von Live-Musik

Der Vollblutmusiker und Orchesterchef Walter „Walt“ Kracht wünscht sich eine Renaissance der handgemachten Musik

Walter „Walt“ Kracht gehört seit Jahren zu den festen Größen, wenn es in Deutschland um Big Band- und Orchestermusik geht. „Walt Kracht & His Orchestra“ spielen bekannte und beliebte Melodien im Bigband Sound.

Quelle: Hartmut Heinze

Walter „Walt“ Kracht gehört seit Jahren zu den festen Größen, wenn es in Deutschland um Big Band- und Orchestermusik geht. „Walt Kracht & His Orchestra“ spielen bekannte und beliebte Melodien im Bigband Sound. Foto: Bode

 

In meiner Jugend begeisterte mich Hannover als „Stadt der Musik“ und es prägte mein Leben. Wo sind die Zeiten geblieben? Im Café-Kröpcke konzertierten Unterhaltungsmusiker. Stundenlang lauschten die Gäste den verträumten Melodien des Stehgeigers eines fünf- bis sechsköpfigen Unterhaltungsmusikensembles. Im Grinzing spielte beispielsweise eine Band aus Holland und die Combo aus Hamburg in der Kajüte präsentierte Livemusik vom Feinsten.
Keine aggressive Musik, sondern man konnte einfach zuhören, mitsingen, entspannen und sich sogar unterhalten. Im GOP begleitete eine Liveband Gesangstars der Unterhaltungsmusikbranche. Sogar  Udo Jürgens trat in jungen Jahren hier auf. Ein Tanztee im Saal der Maschseegaststätten begeisterte die Hannoveraner und führte zu vielen Liebes-und Lebensbekanntschaften. Kein Vergleich zum „Chatten“ im Internet.
Auch der Dj ersetzt heute nicht die Liveband. Er kann zwar jeden Musikwunsch aus dem Internet erfüllen, ohne „Luftholen“ und auch „Atempause“ die ein professioneller Saxophonist oder Trompeter ab und zu einlegen muss, aber der „persönliche Funke“ fehlt! Von den vielen Trios in Bars und Cafés wollen wir gar nicht reden. Selten gibt ein Musikkorps in der Innenstadt noch ein Platzkonzert. Der Beruf des Tanz-und Unterhaltungsmusikers gab vielen Familien eine Existenz und Lebensunterhalt. Viele berühmte Orchester wie beispielsweise Ray Conniff, Benny Goodman, Duke Ellington, Ernst Mosch, Paul Kuhn, Kai Warner gaben sich im Kuppelsaal Hannover die Ehre. Was ist davon geblieben? Alle zwei Jahre besucht James Last die Landeshauptstadt .Wie lange noch? Er hat auch schon sein Alter. Wie jeder bemerkt hat, ist mit Udo Jürgens einer der letzten großen Entertainer von uns gegangen. Was kommt danach?
Ich träume und wünsche mir eine Renaissance der Live-Musik, die „sich kaum bemerkt“ davon schleicht ,indem man die jüngere Generation in andere Bahnen lenkt!
Meine Wünsche und Träume richten sich auch an die jungen Redakteure der Hörfunk- und TV-Anstalten, die Evergreens der Tanz-und Unterhaltungsmusik nicht in den nächsten Jahren in der Versenkung verschwinden zu lassen. Niveauvolle Livemusik zu jeder Veranstaltung schafft Atmosphäre, verbindet Generationen, denn die Sprache der Musik ist international. Der Beruf des Tanz-und Unterhaltungsmusikers sollte wieder eine Zukunft haben und nicht von der Bildfläche verschwinden.

 

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  • walt_portrait_ foto_bode_8719: Hartmut Heinze

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