„Ich habe einen Traum von Märchen“

„Ich habe einen Traum von Märchen“

Es war einmal ein kleines Mädchen, das die schillernde Märchenwelt über alles liebte. In jeder freien Minute holte sie sich das dicke Märchenbuch und vertiefte sich in die geheimnisvollen Geschichten. Sie vergaß dann alles um sich herum, weinte oder lachte, war glücklich oder verzweifelt je nachdem, in welches Märchen sie sich hineingeträumt hatte.

Irmgard Müller ist 1934 in der Hanse-Stadt Elbing/Westpreußen geboren. Als singende Märchenerzählerin bereiste sie gemeinsam mit ihrem Mann den norddeutschen Raum. Weitere Märchen-Bücher sind in Arbeit.

Irmi schaute sehnsüchtig in den Nachthimmel. Der Mond hing wie eine goldene Laterne am Himmel und die Sterne funkelten als ob sie etwas Wichtiges zu berichten hätten. Auf einmal entdeckte sie eine Sternschnuppe und wünschte sich, dass der Stern zu ihr kommen möge.

Da, auf einmal sah sie ein Sternenkind in ihr Zimmer schweben, das einen Zauberstab in der Hand hielt. Damit berührte es Irmi und erklärte: „Jetzt kannst Du meine Sprache verstehen, also was möchtest Du wissen?“ – „Warum bekommen einige Menschen ihren Traum erfüllt, während andere völlig leer ausgehen und vor allem, könnte ich mir auch etwas von Dir wünschen?“ – „Sicher kannst Du das, aber pass auf, dass es ein guter und hilfreicher Wunsch ist, denn nicht alle erfüllten Träume haben den Menschen Glück beschert. Du trägst also eine große Verantwortung in Dir.“ – „Ich träume schon lange davon, dass sich in Zukunft alle Menschen untereinander sowie mit Tieren und Pflanzen gut verstehen und es keine Kriege mehr gibt. Diesen Wunsch kannst Du mir bestimmt erfüllen, denn er ist für alle Lebewesen sehr wichtig“, rief Irmi. „Gewiss, das kann ich“, lächelte das Sternenkind, „sie müssen nur einen einzigen Satz beherzigen: Keine bösen Gedanken, keine bösen Worte, keine bösen Taten! Das ist das ganze Geheimnis und wenn Du dies allen Menschen weitergibst und selber einmal Märchen schreibst, wirst auch Du glücklich und zufrieden sein!“

Irmi klatschte über die glückliche Botschaft fest in die Hände und erwachte aus dem wundervollen Traum – und als sie älter wurde, begann sie tatsächlich, Märchen zu schreiben, die sich mit dem geheimnisvollen Satz beschäftigten und wünschte sich von Herzen, dass dieser Traum tatsächlich einmal Wirklichkeit wird.


Mehr Träume aus Hannover lesen Sie in unserer Serie „Ich habe einen Traum von…“

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