Ich habe einen Traum von meiner Stadt
Wolfgang Schneider ist Präsident der Architektenkammer Niedersachsen. Er träumt von einem lebendigen Generationenquartier im Pelikanviertel (links) und einem modernem Hannover im Jahr 2030. Foto: AKND

Ich habe einen Traum von meiner Stadt

Der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen Wolfgang Schneider träumt von einem modernen Hannover 2030

Hannover. Als Architekt träume ich, imaginiere und entdecke Bauwerke, die es noch nicht gibt und folge ihnen mit meinem inneren Auge in alle Dimensionen. So mache ich mich auf den Weg durch mein Hannover der Zukunft im Jahr 2030.
Es ist ein warmer Sommernachmittag, Kinder aus aller Welt spielen auf dem Freigelände vor meinem Alterssitz im Pelikan-Viertel. Ich nehme das Fahrrad, die Auffahrt zum Bicycle-Super-Highway ist keine 500 Meter entfernt. Ein stadtgestalterisches Großprojekt, das Garbsen und Hannover verbindet. Als Conti sich 2016 entschied, seine Hauptverwaltung mit zwei Klinkerbauwerken – hervorgegangen aus einem Architektenwettbewerb – ist auf beiden Straßenseiten nahe der Pferdeturmkreuzung endlich ein angemessenes Entree zur Stadt entstanden.
Ich radle weiter und gönne mir einen Abstecher in die Wasserstadt Limmer, die seither nicht nur über richtungsweisenden verdichteten Wohnungsbau mit Geschäften, Restaurants, Kitas, einer Schule und Sportstätten verfügt, sondern auch über gute öffentliche Verkehrsanbindungen. Die e-Mobilität hat sich inzwischen durchgesetzt und man kann endlich durchatmen!
Zurück in die City geht es am Hohen Ufer entlang der Leine. Die neuen, wie mit leichter Hand gestreuten Stadthäuser am Leibnizufer sind inzwischen mit zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichnet worden. Angesichts der vielen Surfer auf der Leine denke ich mir, dass endlich auch an der Ihme eine solche Welle entstehen muss. Der ideale Ort? Natürlich das Ihmezentrum, wo nach Totalsanierung und Überformung neue Ateliers, Bars und Shops für Leben sorgen.
Dank der großen, baulichen Öffnung zur Blumenauerstraße inmitten des Großkomplexes ist dort ein lichtdurchfluteter Stadtplatz entstanden – mit direkter Anbindung zur Ihme. Stufen und Rampen ermöglichen den Zugang zum Wasser.Inzwischen bin ich am Neuen Steintor angekommen. Hier lässt der markante City-Eingang mit den Geschäfts- und Bürohäusern und dem internationalen Studentenwohnprojekt vergessen, welche Hürden dieses „Tor nach Herrenhausen“ doch damals überwinden musste. Ich genehmige mir ein großes Eis bei Massimo, bevor ich weiter fahre zur begrünten Hochstraße, der „High-Line-Hannover“. Dort lasse ich mich auf einer bequemen Bank nieder und erinnere mich an die Zeiten, in denen all dies nur Träume waren …

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