Interview: DJ Bobo im Gespräch
DJ Bobo ist ein Phänomen - im kommenden Jahr feiert der Schweizer Exportschlager mit „Dancing Las Vegas“ sein 20jähriges Bühnenjubiläum. hallo Sonntag-Redakteur Clemens Niehaus traf René Baumann alias DJ Bobo zum Interview.
hallo Sonntag: Du feierst im kommenden Jahr mit deiner Show „Dancing Las Vegas“ dein 20jähriges Bühnenjubiläum – gibt es rückblickend eine Produktion, die dir so richtig in Erinnerung geblieben ist?
DJ Bobo: Ja, 2005, die Show mit dem Piratenschiff. Es war schon ein bauliches Meisterwerk – ein 36 Meter langes Schiff in eine Halle reinzustellen und dann auch es innerhalb von acht Stunden wieder abzubauen für die Show in der nächsten Stadt. Das war schon ein Meilenstein für die gesamte Musikentertainmentbranche. Da haben alle aufgeschrien, dass das nicht ginge, aber es ging doch. Und daran haben sich sogar die Amerikaner orientiert, das war schon revolutionär.
Woher kommen die Ideen für die Bühnenproduktionen?
Wir sind ein sechsköpfiges Kreativteam mit Bühnendesigner, Bühnenbauer, Choreograf, Kostumdesigner, musikalischem Leiter und ich. Wir besprechen dann, was zu mir und der Musik passt, und natürlich auch, was durchführbar ist.
Gibt es einen Showgedanken, den du gerne realisieren würdest, der aber nicht machbar ist?
Jaaa, das gibt es. Ich möchte schon seit Jahren etwas mit Raumschiffen machen. Vielleicht ein Raumschiff, das auf irgendeinem Planet abgestürzt ist. Aber ich denke, das ist ein reines Jungenthema. Wir haben aber über 60 Prozent Frauen im Publikum und die würde man wahrscheinlich richtig abschrecken. Ich bin mir ziemlich sicher, alle Frauen finden Star Wars scheiße. Das ist die Wahrheit. Wir hatten schon ein paar mal überlegt und auch schon Zeichnungen gemacht. Dann haben wir ein paar Umfragen gemacht und sind so baden gegangen mit dem Thema – weil Frauen einfach nichts mit Raumschiffen am Hut haben wollen.
Deine Shows sind ja „familyentertainment“ - das klingt so nach weder Fleisch noch Fisch?
Die neue Show ist relativ sexy – geht aber auch noch für Familien. Die Tour regt das Liebesleben der Paare bestimmt an *lacht*
Was ist das besondere an der Las Vegas Show?
Erstmal ganz viel Licht und Glitter, bunte Kostüme. Wir haben einen Wasserfall auf der Bühne, wir haben Feuereffekte, die so noch nicht gezeigt wurden. Die Band kommt aus einem Zehn Meter langen Cadillac heraus, der auf der Bühne steht. Es ist alles ziemlich Vegas, richtig Show, Show, Showtime.
Du scheinst ein richtiges Faible für die große Show zu haben, war das schon immer so?
Ja, das musste man mir nicht beibringen. Ich glaube ich mache meine Shows nur so, weil ich sie selber so sehen möchte.
Was macht denn die Magie dieser Shows aus?
Ich glaube es ist die Mischung aus groß und ganz klein. Mein direkter Draht zum Publikum, diese 1:1-Kommunikation aber dann – zehn Sekunden später – ein riesen Spektakel und fünf Minuten später wieder ganz klein mit einer Accapellagruppe, die mit mir ein Lied singt und dann wieder die große Show – ich glaube das ist es, was die Leute an meiner Show so fasziniert.
Im Hamburger Miniaturwunderland gibt es eine Show von dir...
Jaa, da ist jetzt die letzte Show, die Fantasy-Show, aufgebaut mit dem Buddha.
Wird das immer wieder neu gemacht?
Ja, die haben das jetzt schon zwei Mal neu gemacht. Die fragen immer an, ob sie unsere Bühnenpläne haben können und die geben wir dann natürlich gerne raus, wenn jemand soviel Energie da reinsetzt und das alles so detailgetreu nachbaut. Das freut mich sehr. Man kann da auf einen Knopf drücken und dann fängt die Show an, das ist total lustig. Die haben uns vor einem Jahr geschrieben, dass das der meistgedrückte Knopf im ganzen Miniaturwunderland. Und das ist richtig toll.
DJ Bobo gastiert mit seiner „Dancing Las Vegas“-Show am 29. April, 18 Uhr, in Hannover in der TUI Arena; Tickets gibts an den bekannten VVK-Stellen, unter der Hotline 0511 / 44 40 66 sowie im Internet unter www.hannover-concerts.de.
