Interview: Frida Gold im Gespräch

Frida Gold. Foto: niehaus
Frida Gold sind weiter auf dem Weg nach oben. Wo Alina Süggeler, Andreas Weizel, Julian Cassel und Thomas Holtgreve auch auftreten: den vier Musikern, die sich 2008 als „Frida Gold“ formierten, fliegen die Herzen zu. Nach Touren mit Polarkreis 18, den Söhnen Mannheims, Mando Diao und Revolverheld folgte 2011 einer der Bandhöhepunkte: Frida Gold begleiteten Superstar Kylie Minogue auf ihrer Deutschlandtournee im Vorprogramm.
Zuletzt konnten Fans die Band live und Open Air am 3. Juni auf dem Plaza Festival in Hannover erleben. Dort rockte die Band den Platz und brachte die Menge zum Tanzen.
Kurz vor dem Auftritt trafen die hallo Sonntag-Redakteure Jeanine Cujé-Bartsch und Clemens Niehaus die Band in den Katakomben der TUI Arena zu einem Interview.



hallo Sonntag: Ihr seid schon zum zweiten Mal in Hannover. Zum ersten Mal beim Plaza Fest dabei. Mögt ihr Hannover?

Frida Gold:
Aber ja. Hannover ist super. Wir waren ja im vergangenen Jahr im Capitol. Ein Wahnsinnskonzert mit einer tollen Stimmung. Jetzt auf der Plaza zu spielen, auf so großer Bühne, und mit einer richtig fetten Anlage ist auch richtig klasse.

Ihr macht dieses Jahr nur Festivals? Gibt es auch neue Songs zu hören?

Frida Gold:
Ja und ja. Wir spielen auf fast jeder Station einen neuen Song. Also gut hinhören und am besten überall dabeisein.

Die neue Platte gibt es dann 2013?

Frida Gold:
Definitiv. Wir sind gerade dabei, die Songs für unsere zweite Platte zu schreiben. Demnächst gibt es ein Brainstorming, wo wir analysieren, was wir bis jetzt schon haben.

Werdet Ihr wieder auf deutsch singen? Und was für Songs schreibt Ihr gerade?

Frida Gold:
Wir nehmen uns viel Zeit für unsere Songs. Damit das, was wir sagen möchten wieder genau so ehrlich ist wie auf der ersten Platte. Für unsere Songs wenden wir den Blick nach innen. Es geht immer um die Frage, was eigentlich los ist – und dann erzählen wir davon. Und ja: es bleibt deutsch.

Wann wisst Ihr, dass ein Song fertig ist?

Alina Süggeler:
Das entscheidet natürlich das Kollektiv. Aber es geht doch vor allem darum: Wenn sich ein Song gut anhört und wenn man einen Song wirklich fühlen kann und auch in jedem Ton und in jedem Satz und in jedem Wort bejaht, dann ist der Song fertig.

Spielt Ihr auch Probe-Gigs in kleinen Locations, um zu testen, wie neue Songs ankommen?

Frida Gold:
Eigentlich nicht. Wir flechten immer mal wieder neue Songs über den Festivalsommer in unsere Live-Sets. Aber eher nicht wegen dem Feedback. Man kann nicht erwarten, dass man einen neuen Song raushaut und das Publikum gleich total begeistert ist.

Wo holt Ihr Euch musikalische Inspiration?

Frida Gold:
In letzter Zeit viel im internationalen Raum. Wir waren gerade in London bei einer Songwriter-Session. Uns inspirieren auch Evergreens, was wir früher gerne selbst gehört haben und wie andere Künstler ihre Auftritte gestalten. Das Interesse hat viele Ebenen: das kann auch eine schöne Attidüte sein, die man bei jemanden sieht. Oder man verbindet Neues mit Altem. Wir mögen Leute die Mut haben und hatten, anders zu sein und Charakter zeigen. In London war es unglaublich mitzuerleben, wie mutig junge, unbekannte Musiker in den Clubs einfach auf die Bühne treten, ihre Instrumente einstöpseln und völlig ohne Soundcheck einfach loslegen. Das Wichtigste ist: Man muss das vertreten, was man tut.

Konkrete Vorbilder oder Musiker, mit denen Ihr gerne mal zusammen auftreten würdet?

Alina:
Ich würde in Tränen ausbrechen, wenn ich Alanis Morisette treffen würde.

Drei Männer, eine Frau. Wer hat denn bei Euch die Hosen an?

Frida Gold:
Jeder hat seinen Bereich, den er ausfüllt. Wir sind ja eine zusammengewürfelte Truppe und jeder bringt sich mit seinen Ideen ein. Wir haben eine gemeinsame Vision und kämpfen dafür.

Andreas und Alina – Ihr ward ja lange Zeit auch privat ein Paar. Jetzt seid Ihr getrennt, aber noch immer Bandkollegen. Funktionierts?

Alina:
Aber ja, besser denn je. Wenn man gleichermaßen Arbeitspartner und Liebespaar ist, kann man das irgendwann nicht mehr trennen. Unsere Beziehung ist dabei auf der Strecke geblieben. Nach wie vor sind wir sehr wichtig füreinander. Es fühlt sich einfach sehr gut gerade an. Wir sind kürzlich in Berlin in eine gemeinsame Wohnung gezogen – als Freunde. Wir können jetzt zusammen abends was unternehmen, uns gegenseitig aufmuntern und nicht nur über Musik sprechen.

Alina, du warst ja neulich Jurymitglied in der TV-Casting-Show „Unser Star für Baku“. Traurig, dass dein Kandidat nicht gewonnen hat?

Alina:
Auf keinen Fall. Ich wollte mich da auch gar nicht so in den Vordergrund drängen. Das haben die Jungs schon gut gemacht. Ich fand alle toll. Auch der Siegersong ist klasse.

Alina, bist Du 2013 bei „Unser Star für Stockholm“ auch wieder dabei?

Alina:
Es hat großen Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung. Manche Dinge sollte man aber vielleicht nicht immer wiederholen und als etwas Besonderes stehen lassen.

Alina, du bist ja ein kreatives Energiebündel. Gibt es da manchmal Probleme innerhalb der Band? Bist du zu schnell für die Jungs?

Frida Gold:
Wir lieben Alinas Energie und Kraft Sie ist ein sprudelnder Charakter, reißt jeden mit, hat ständig neue Ideen. Alina trägt auf allen Ebenen dazu bei, dass Frida Gold das ist, was wir sind.

Wird es demnächst auch mal eine Live-DVD oder ein Tour-Video geben?

Alina:
Es gibt ja ein Live-Video zu „Gold“, wo uns ein Kamerateam begleitet hat. An eine Unplugged-DVD habe ich natürlich auch schon gedacht. In meinem Kopf ist das alles auch schon fünf Mal passiert. Aber wir müssen erst einmal zeigen, das der erste Erfolg keine Eintagsfliege war. Sondern dass man mit uns rechnen kann.

Mit dem wachsenden Erfolg kommen ja häufig auch Veränderungen. Seid ihr noch immer frei das zu tun, was ihr tun wollt?

Frida Gold:
Ganz klar ja. Wir machen genau das, was wir wollen und vertreten das auch. Wir haben lange Zeit darauf hingearbeitet, wo wir jetzt sind und haben lange Zeit an Dinge geglaubt, an die vielleicht noch niemand anders geglaubt hat. Und man darf nicht vergessen, dass auch eine lange Durststrecke hinter uns liegt. Aber langsam geht der Plan auf und wir können davon leben. Es kommen immer mehr kreative Menschen dazu, die unsere Vision mittragen. Wir lernen gerade ganz viele tolle, neue Leute kennen. Und einfach mal einen Flug nach New York zu buchen, um sich dort neuen kreativen Input zu holen, macht frei.
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