Interview: Isabel Edvardsson im Gespräch
Sie sitzt in der Jury von „Let‘s Dance“, war einmal im RTL-Dschungelcamp und zweimal im Playboy: Isabel Edvardsson, der blonde Lichtblick neben dem strengen Joachim Llambi. Bevor Isabel als Stargast bei der „Stars & Sternchen“-Party in der Kröpcke-Passage feiert, stellte sie sich den Fragen von hallo Sonntag-Redakteur Clemens Niehaus.
hallo Sonntag: Du bist gerade in der Jury zu „Let‘s Dance“ – wie schlagen sich denn die Promis deiner Meinung nach?
Isabel Edvardsson: Also ich bin sehr positiv überrascht über diese Staffel. Die Leistungen der letzten vier Kandidaten waren höher, als in der Staffel bei der ich dabei war. Vielleicht nicht höher als meine eigenen *lacht*, aber insgesamt war das super beeindruckend.
Woran ist denn GZSZ-Star Raul Richter, der zu Beginn ja als Favorit galt, gescheitert?
Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten hat er sich leider nicht so doll gesteigert. Er ist superhoch eingestiegen, die zweite Sendung war auch super, die dritte ok, dann kam ein kleiner Einbruch und gestern (am 14. Mai, Anm. d. Red.) war er wieder gut. Ohne diesen Einbruch hätte es vielleicht für ihn noch weitergehen können. Trotzdem, und das muss ich betonen, ist es für einen männlichen Kandidaten, gerade bei den Standarttänzen, besonders schwer, da sie nicht geführt werden können, sondern führen müssen. Und das, was er gestern beim langsamen Walzer gezeigt hat, war super.
Das wirkt im Fernsehen immer so leicht. Unterschätzt man als Zuschauer die Arbeit die dahintersteckt, so zu tanzen?
Ja, das ist genau das Problem, warum Tanzen sowenig als Sport akzeptiert wird. Es sieht ja alles immer so superleicht und schwebend aus. Aber es steckt jahrelange Arbeit und viel Schweiß und Blut dahinter. Das ist leider das Dilemma, was wir im Tanzsport haben.
Du kennst jetzt beide Seiten. Zum einen, als Tänzerin beurteilt zu werden und zum anderen andere zu beurteilen. Was ist für dich schwerer?
Das kann man nicht vergleichen. Es ist komplett anders, wie schwarz und weiß. Es ist für mich nicht so schwer gewesen, mitzutanzen, weil das seit 15 Jahren mein Job war - ich war ja Tänzerin und Trainerin. Jetzt ist das Beurteilen ansich schon etwas schwerer, denn man sieht schon immer fünf gute und fünf schlechte Sachen, aber man muss sich für eine Sache entscheiden und das möglichst schlagfertig rüberbringen, und das ist schwierig. Ich bin zwar auch Wertungsrichterin mit Profilizenz, so wie Herr Llambi, aber bei Turnieren muss man nicht mündlich beurteilen und es schauen nicht fünf Millionen Leute zu. Die Punkte zu vergeben ist nicht schwer, aber man muss ein treffsicheres Urteil abgeben und das ist eine Herausforderung für mich.
Ist es da von Vorteil, dass Herr Llambi der Bösewicht ist, der bad guy?
Man kann immer gut kritisieren und ich muss dann die Promis wieder aufbauen *lacht*. Ich spreche auch die schlechten Sachen an, aber ich versuche das nicht als Urteil zu verpacken, und zu sagen ‘das war schlecht’ sondern als Tip fürs nächste Mal zu geben.
Was bedeutet das Tanzen für dich?
Ich kenne ja nichts anderes, also ist es für mich der Lebensinhalt. Tanzen ist für mich der Grundbaustein für mein Leben.
Du hast ja auch Erfahrungen als Schauspielerin und Moderatorin gesammelt...
Ja, ich bin schon sehr dankbar dafür, im Medienbereich arbeiten zu können, ich hab auch in den Schauspielbereich reinschnuppern können, ich habe jetzt angefangen zu moderieren und werde das auch demnächst wieder machen. Und das sind Bereiche das hätte ich mir damals gar nicht vorstellen können, darin je zu arbeiten.
Du würdest also gerne mehr in den Bereichen arbeiten?
Natürlich, wenn man einmal Blut geleckt hat *lacht* Es wäre schon eine Lüge, wenn ich sagen würde ‘nein, das reicht jetzt’. Außerdem sind die Medienjobs meist nur einen Tag und das kann man wunderbar mit meinem Job als Tanztrainerin verbinden.
Du unterrichtest auch in Hannover hab ich gelesen.
Ja, mein Freund und ich unterrichten regelmäßig in Braunschweig und Hannover. Er ist seit acht Jahren schon Cheftrainer bei TTC Gelb-Weiß Hannover am Bischofsholer Damm, und ich gebe auch regelmäßig Unterricht dort. Das Standart-Training findet immer montags mit uns statt.
Ihr wohnt aber in Braunschweig?
Ja, wir leben in Braunschweig, aber Hannover ist auch sehr schön. Ich mag die Stadt gerne und ich mag die Menschen gerne - ich mag Braunschweig aber auch *lacht* Vielleicht mache ich hier in Hannover so in fünf bis zehn Jahren - wenn ich etwas zur Ruhe gekommen bin - eine Tanzschule auf *lacht*
Du warst zwei Mal im Playboy - einmal 2006 und einmal kürzlich erst - gab es bei den beiden Shootings Unterschiede für dich?
Ja, richtige Unterschiede. Beide Shootings haben Spaß gemacht und waren total entspannt und eine schöne Erfahrung, aber bei dem zweiten war ich rund dreieinhalb Jahre älter und das sieht man, glaube ich, auch auf den Fotos. Ich fühlte mich auch ein bisschen wohler bei dem Shooting, ich fühlte mich weiblicher, fraulicher. Damals fühlte ich mich ein bisschen als süßes Mädchen, jetzt war ich einfach ein wenig reifer, eine Frau halt. Ich fühlte mich jetzt entspannter und wohler in meiner Haut.
Im Playboy warst du sexy, bei “Let’s dance” eher glamourös, im Dschungelcamp keins von beiden - bist du eitel?
Ich glaube, ich bin normal eitel, so wie jede Frau. Nicht übertrieben, aber ein bisschen eitel schon. Das können, glaube ich, die meisten Frauen nachvollziehen.
Wie schwer war das für dich, sich so ungeschminkt zu präsentieren.
Das ist mir überhaupt nicht schwer gefallen. Da kann man auch nichts verstecken und das muss einem einfach vorher klar sein. Da laufen die Kameras 24 Stunden am Tag.
Du hast am 22. Juni Geburtstag, wirst 28 jahre alt, hast du einen besonderen Wunsch?
Ehrlich gesagt ‘nein’ - ich mir nichts besonderes, eben dass die Arbeit läuft, ich glücklich und gesund bin - halt ganz normale Sachen.

