Interview: Mimi Westernhagen im Gespräch

Mimi Müller-Westernhagen sieht mit ihren großen Augen und dem schmalen Gesicht ein bisschen aus wie Keira Knightley, doch hinter der Mädchenfassade verbirgt sich eine echte Rock ‚n‘ Rollerin. Vor ihrem Konzert im Bei Chez Heinz in Hannover traf hallo Sonntag Redakteur Clemens Niehaus die charmante Tochter des großen Marius Müller-Westernhagen zum Interview.


hallo Sonntag: hallo Mimi, wir haben extra Londoner Wetter für dich bestellt...

Mimi Westernhagen:
Ja, das ist total langweilig. Ich hatte mich so auf Schnee gefreut *lacht* Regen kenne ich, ich bin im Regen aufgewachsen *lacht*

Du trägst mit Müller-Westernhagen einen großen Namen. Wie fühlst du dich dabei, dass dich jeder erstmal nach deinem Vater fragt?

Ich kann das natürlich verstehen, dass mich jeder nach ihm fragt, er ist ja schon eine Ikone. Und er macht Musik und ich mache Musik, das macht natürlich Sinn und es macht mir wirklich nichts aus. Aber ich mache mein eigenes Ding und gehe meinen eigenen Weg.

Seit ihr in regelmäßigem Kontakt?

Ja, na klar.

Du bist in London geboren und aufgewachsen mit einem Rock‘n‘Roll-Vater und einer Model-Mutter - du hättest auch gut hauptberuflich Tochter sein können. Aber du hast dich entschieden, auch Musik zu machen. Warum?

Ich glaube, es liegt nicht in meiner Natur. Ich bin kein Partyanimal, ich geht nicht aus und trinke. Das wäre wohl der schlechteste Job, den man mir geben könnte. Musik zu machen ist ein wichtiger Teil von mir und ich bin froh, dass ich diesen Job machen kann. Und ich hatte einige Jobs in der Vergangenheit - ich habe als Verkäuferin gearbeitet, als Aushilfe und auch für Kataloge gemodelt - das war total langweilig. Alles nur, um meine Miete zu bezahlen. Aber Musik ist meine Passion, meine Leidenschaft und ich bin sehr glücklich, dass ich das machen kann.

Aber alle Mädchen träumen davon, Model zu werden..

Ich denke, Model zu sein, ist keine richtige Karriere. Es ist etwas, was man macht, damit man was anders machen kann. Nicht jede ist eine Kate Moss oder Naomi Campbell. Die meisten Models, die ich kenne, studieren oder machen Musik. Sie modeln dann eine Weile, weil man das ganz gut einteilen kann. Es ist nicht soo glamourös, wie es immer scheint.

Du hast als Jugendliche in einer Punkband gespielt, war das deine Art zu rebellieren?

Nein, nicht wirklich. Die Punkband zu der Zeit wichtig für mich. Ich war in der Schule sehr schüchtern, ich war das Mädchen aus der letzten Reihe und ich habe meine Klausuren gut bestanden, was definitiv uncool war. Was ich in der Punkband dargestellt habe, war die Person, die ich gerne sein wollte - ein selbstsicheres verrücktes Mädchen. Ich war wirklich nicht so. Aber es hat Spaß gemacht, es auf der Bühne darzustellen.

Also war das eine Art Schauspielerei?

Ja, in der Punkband war das definitiv Schauspielerei. Was ich jetzt mache hat viel mehr mit mir selber zu tun..

Du sagst, die seiest schüchtern, das lässt sich mit dem Job als Frontfrau in einer Band ja kaum vereinbaren..

Ja, stimmt, das passt eigentlich nicht. Aber ich liebe es und ich bin absolut nervös, aber es ist trotzdem toll. Das ist jedes Mal ein bisschen wie in einer Achterbahn. Wenn du nicht nervös bist vor einem Auftritt, macht es nicht richtig Spaß.

Du wirkst gar nicht nervös und aufgeregt.

Definitiv. Ich gehe ja auf der Bühne eine Verbindung mit Menschen ein, die ich nie im meinem Leben vorher gesehen habe. Und das ist eine aufregende und schöne Erfahrung. Das macht mich gleichzeitig nervös und aufgeregt. Aber ich bin ja mit einigen meiner besten Freunde auf der Bühne, von denen sogar zwei mit mir in der Punkband gespielt haben. Wir sind schon so etwas wie eine kleine Familie.

Apropos Familie - wenn du dich bei deiner Mutter und bei deinem Vater für irgend etwas bedanken müsstest, für was würdest du „Danke“ sagen?

Für ganz viel. Sie sind nicht zuletzt der Grund dafür, das ich existstiere *lacht* Beide haben mir ganz viel Liebe und Unterstützung gegeben. Meine Mutter hat dafür gesorgt, dass ich kreativ aufwachse. Sie war mir ein kreatives Vorbild - sie hat gemalt, gemodelt, fotografiert, Musik gemacht. Und ich konnte ganz viel spielerisch ausprobieren. Ich bin sehr emotional und das hat mir geholfen, meine Gefühle auszudrücken, so dass ich kein nervöses Wrack geworden bin *lacht*. Mein Vater hat mich immer unterstützt - es war immer schön, mit ihm zu reden.

Du bist jetzt von London nach Hamburg gezogen, warum das denn? Alle Musiker wollen doch immer nach London ziehen.

Ich nicht *lacht* Ich habe ja schon gesagt, dass ich keine große Partygängerin bin und London hat mich eingeengt. Ich brauche Raum für mich und ich brauche Platz zum Spazierengehen. Das habe ich jetzt in Hamburg.

Mehr Infos über Mimi Westernhagen und Tourtermine gibts unter www.mimi.de

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