Interview: Sara Nuru im Gespräch
Eigentlich sollte Model Sara Nuru schon im Dezember 2010 Gast in der Talkshow „Tietjen und Hirschhausen“ sein. Dann kam der Unfall bei „Wetten dass...?“ dazwischen und sie sagte ihren Besuch ab – rund ein halbes Jahr später hat es dann doch geklappt und Sara Nuru spricht mit Bettina Tietjen und Eckart von Hirschhausen über ihr Engagement bei „Menschen für Menschen“. Zuvor fand das sympathische Model noch Zeit für ein Gespräch mit Redakteur Clemens Niehaus.
hallo Sara, du kommst gerade aus dem Urlaub ...
Sara Nuru: ja, richtig. Ich war, das erste Mal seit sieben Jahren, wieder mit der ganzen Familie im Urlaub, in der Karibik – das war traumhaft schön und tat richtig gut.
Bist du eher der aktive Typ oder eher der nur am Strand liegen-Typ?
Beides. Diesmal war es nur am Strand liegen und das ganze All-inclusive-Programm auskosten *lacht* Sonst will ich im Urlaub schon aktiv sein, Windsurfen, Kanufahren und mich irgendwie beschäftigen Aber meine Geschwister wollten diesmal nur am Strand liegen. Ich liebe auch Städtereisen, ich will auch noch unbedingt nach Stockholm und Kopenhagen. Ich mache da natürlich auch die ganzen Touri-Sachen, aber ich gehe auch gerne in die Cafés wo die Einheimischen hingehen, setzte mich einfach hin und beobachte die Leute – wie sie leben, was sie tun. Das mache ich am liebsten -– überall auf der Welt.
Wirst du da nicht erkannt?
Doch schon, besonders wenn deutsche Touristen da sind, aber ich kann damit gut umgehen – ich bin ja nicht Justin Bieber oder Miley Cyrus *lacht*.
Nachdem Du Germany‘s next Topmodel“ gewonnen hast, hat sich dein Leben im positiven Sinne plötzlich geändert. Bedauerst du manchmal, gewonnen zu haben?
Nein, überhaupt nicht. Vor meinem Sieg habe ich ein ganz normales Leben geführt, mit dem ich sehr zufrieden war und das versuche ich auch jetzt beizubehalten. Nur jetzt gehören auch Fernsehauftritte und Interviews zu meinem Leben. Es ist wichtig einen Mittelweg zwischen Privatleben und Job zu finden und ich denke, dass habe ich ganz gut hinbekommen.
Bist du eigentlich noch nervös auf dem Laufsteg?
Ja schon, aber das ist anders als hier im Fernsehen, wo es nicht um mich geht, sondern um ein ernstes und wichtiges Thema wie die Stiftung „Menschen für Menschen“. Da möchte ich schon so viele Informationen wie möglich rüberbringen. Aber oft ist es nicht leicht meine Emotionen mit den richtigen Worten wiederzugeben. Auf dem Laufsteg dagegen geht es um die Mode. Aber ich bin trotzdem aufgeregt, weil alle Augen auf einen gerichtet sind und man hofft, dass nichts passiert und dass man nicht vom Laufsteg fällt *lacht*
Du hast 2010 bei „Ottos Eleven“ eine Filmrolle gehabt, ist Schauspielerin eine Zukunftsoption für dich?
Es hat definitiv wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber ich glaube, es ist noch zu früh über den Beruf der Schauspielerin nachzudenken. Ich glaube, so was muss man sich erstmal aufbauen und lernen, was es überhaupt bedeutet, Schauspielerin zu sein und in verschieden Rollen zu schlüpfen. Wenn sich Möglichkeiten ergeben, dann bin ich natürlich immer offen, und versuche auch da mich soweit wie möglich weiterzubilden. Ich probiere gerne alles aus und mache das, wonach mir gerade ist.
Hast du dir im Film gefallen?
Ich habe den Film bei Warner vorab gesehen – ganz allein im Kino und ich war zuerst geschockt. Nein, ich muss jetzt natürlich sagen ‚ich fand mich großartig, grandios, eine geborene Schauspielerin‘ *lacht* Im Ernst, es ist schon komisch, sich selbst zu sehen, da könnte ich jedes Mal zusammenzucken. Inzwischen hab ich den Film aber mehrmals gesehen, und je öfter ich mich sehe, desto akzeptabler finde ich mich, was jetzt weniger mit meiner Leistung zu tun hat, sondern mit der Tatsache, mich selber im Film zu sehen .
Du hast schon „Menschen für Menschen“ angesprochen, du engagiert sich dort für die Aktion „Generation ABC 2015“, kannst du kurz erläutern, worum es da geht?
„Generation ABC 2015“ ist ein Bildungsprojekt von „Menschen für Menschen“. Wir wollen Jugendliche anregen, sich aktiv zu engagieren. Sie sollen sich Gedanken über Spendenaktionen zugunsten von Schulprojekten in Äthiopien machen. Wir wollen bis 2015 so viele Schulen wie möglich dort bauen. Und im letzten Jahr haben wir schon über 250.000 Euro zusammenbekommen – nur durch Aktionen von Schülern und Schulen. Die haben sich ganz tolle Sachen überlegt. Im Oktober fahre ich nach Äthiopien und weihe eine Schule ein, die aus dem Projekt „Generation ABC 2015“ finanziert wurde.
Themawechsel: Models sind ja immer sehr sportlich – guckst du Fußball im Moment?
Die Frauen-WM? Ja, klar. Ich bin mal gespannt. Und ich bin auch ganz zuversichtlich, dass wir dieses Jahr wieder gewinnen.
Infos zur Aktion „Generation ABC 2015“ gibt’s im Internet unter www.ichwillgerechtigkeit.de
