Ist Facebook nichts für Kinder?
Kinder und Jugendliche verbringen am Tag viel Zeit vor dem Computer.

Ist Facebook nichts für Kinder?

Die Freude war groß in der Gemeinde der Datenschützer, als sich EU-Kommission, Europaparlament und die Mitgliedsstaaten kürzlich auf eine neue Datenschutzverordnung geeinigt haben. Dass sich dahinter auch eine Neuerung verbirgt, die viele junge Leute schwer verärgern könnte, ist im allgemeinen Zufriedenheitsgemurmel untergegangen. In der Verordnung, die 2018 in Kraft treten soll, wird für Onlinedienste ein Mindestalter festgesetzt. Um sich bei Twitter und Facebook anmelden zu können, muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Ist das überhaupt realistisch?

„Die EU-Bürger sind künftig Herren über ihre persönlichen Daten“, jubelte EU-Justizkommissarin Vera Jourova. Und Bundesjustizminister Heiko Mass (SPD) sprach von einem „Fortschritt für Deutschland und Europa“. Dies trifft in erster Linie auf Internetnutzer zu, die Ärger mit ihren Daten im Netz haben und diese gerne löschen möchten. Hier hat die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes in den vergangenen Jahren den Weg gewiesen. Die Unternehmen können jedenfalls nicht mehr so einfach durch die Verlegung ihrer Server ins Ausland – meist nach Irland – das geltende Recht aushebeln. Die künftigen Regelungen gelten unabhängig vom Sitz des Unternehmens. Der Branchenverband Bitcom hat die Einigung zwar im Grundsatz gelobt, zugleich aber vor einem „Bürokratie-Monster“ gewarnt. Diese Befürchtigt gilt wohl auch in Bezug auf den künftigen Zugang Jugendlicher zu den sozialen Netzwerken. Die allgemeine Lebenserfahrung lehrt nämlich, dass heute schon jüngere Jugendliche fleißig bei Twitter und Facebook unterwegs sind. Wie künftig überprüft werden und vor allem, wie gewährleistet werden soll, dass die Teilnehmer tatsächlich 16 Jahre und älter sind, ist offen. Zumal es Ausnahmen von der Regel geben soll, die wiederum mit einem erhöhten bürokratischen Aufwand verbunden sein werden. Wer mindestens 13 Jahre alt ist und eine Einwilligungserklärung seiner Eltern vorweisen kann, darf sich bei Facebook anmelden und auch twittern. Dasselbe gilt übrigens für Whatsapp. Wie das überwacht werden soll, ist natürlich vollkommen offen.

Die Diskussion über die Altersgrenze dürfte hierzulande bald aufflammen, zumal die EU in diesem Punkt eine Hintertür lässt. Nationales Recht kann die Altersgrenze tiefer ansetzen.

Soll Facebook erst ab 16 Jahren erlaubt sein? (Umfrage/Foto: Triller)

Christoph Evers (24), Industriemechaniker, Sarstedt: Es könnte sinnvoll sein, Jugendlichen erst ab 16 Jahren die Nutzung von Facebook, Twitter und Co zu erlauben. Die Verantwortung liegt aber vorrangig bei den Eltern.

Christoph Evers (24), Industriemechaniker, Sarstedt:
Es könnte sinnvoll sein, Jugendlichen erst ab 16 Jahren die Nutzung von Facebook, Twitter und Co zu erlauben. Die Verantwortung liegt aber vorrangig bei den Eltern.

Christian Streletz (26), Klavierbauer, Hamburg: Schwierige Frage. Eine gesetzliche Altersgrenze könnte für Jugendliche gut sein. Das Elternhaus hat aber die ausschlaggebende Verantwortung für die Nutzung des Internets, Facebook etc.

Christian Streletz (26), Klavierbauer, Hamburg:
Schwierige Frage. Eine gesetzliche Altersgrenze könnte für Jugendliche gut sein. Das Elternhaus hat aber die ausschlaggebende Verantwortung für die Nutzung des Internets, Facebook etc.

Reiner Körtner (57), Maschinenbau-Ingenieur, Uelzen: Es wird schwierig sein, eine Altersgrenze technisch umzusetzen. Aber ich halte es für richtig, wenn Eltern ihre Erlaubnis für die Nutzung geben müssen. Das ist zumindest ein Versuch, Jugendliche zu schützen.

Reiner Körtner (57), Maschinenbau-Ingenieur, Uelzen:
Es wird schwierig sein, eine Altersgrenze technisch umzusetzen. Aber ich halte es für richtig, wenn Eltern ihre Erlaubnis für die Nutzung geben müssen. Das ist zumindest ein Versuch, Jugendliche zu schützen.

Nicole Krause (44),  Sachbearbeiterin,  Hannover: Ja, das finde ich richtig. Die Jugendlichen sind sich oft nicht bewusst, welcher Gefährdung sie sich aussetzen, wenn sie persönliche Dinge im Internet öffentlich machen.

Nicole Krause (44), Sachbearbeiterin, Hannover:
Ja, das finde ich richtig. Die Jugendlichen sind sich oft nicht bewusst, welcher Gefährdung sie sich aussetzen, wenn sie persönliche Dinge im Internet öffentlich machen.

Marcus Rescher (43),  Kfm. Angestellter: Die Altersgrenze ist erforderlich, um die Jugendlichen zu schützen. Mit ihrer Naivität wird im Netz oft gespielt. Es wird schwierig werden, ein Gesetz in der Praxis durchzusetzen. Auch die Eltern sind zuständig.

Marcus Rescher (43), Kfm. Angestellter:
Die Altersgrenze ist erforderlich, um die Jugendlichen zu schützen. Mit ihrer Naivität wird im Netz oft gespielt. Es wird schwierig werden, ein Gesetz in der Praxis durchzusetzen. Auch die Eltern sind zuständig.

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