Kesselhaus wird saniert
Die Sanierung des Kesselhauses hat begonnen: Anna Mohr (von links) von der Klosterkammer Hannover, Architekt und Bauleiter Jan Habermann sowie Lothar Schlieckau und Peter Hoffmann-Schoenborn vom Vorstand der Faust-Stiftung freuen sich. Foto: Heinze

Kesselhaus wird saniert

Markantes Gebäude auf dem Faust-Gelände wird von Asbest und Taubenkot befreit

Der erste Spatenstich ist erfolgt: Die Sanierung des ehemaligen Kesselhauses der Bettfedernfabrik Werner & Ehlers auf dem Lindener Faust-Gelände hat begonnen. Der Backsteinbau mit dem markanten Schornstein gilt als letztes Denkmal der früher sehr ausgeprägten Lindener Industriekultur. Momentan sind täglich sechs bis acht Arbeiter der Firma COSAWA Sanierung – mit Anzügen und mit Atemmasken geschützt – damit beschäftigt, das Backsteingebäude von Tonnen von Taubenkot und Asbest zu befreien. Der Zeitplan ist ambitioniert: Die Arbeiten sollen bis zum 11. September beendet sein. An diesem Tag soll das Gebäude erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – der 11. September ist der Tag des offenen Denkmals.
„Die Kesselhaus-Sanierung  ist das Großprojekt unserer Faust-Stiftung“, sagt Peter Hoffmann-Schoenborn. Gemeinsam mit Jeanette Wyborny von Windwärts und dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden der hannoverschen Grünen Lothar Schlieckau bildet er den neuen Vorstand der Faust-Stiftung. Die Kosten der Sanierung beziffert Hoffmann-Schoenborn auf etwa 250.000 Euro. Die dafür nötigen finanziellen Mittel sind mit Hilfe von Bundesmitteln, Stiftungen, der Klosterkammer, privaten Stiftern und vielen Kleinspenden aus der Bevölkerung sowie durch die Unterstützung von Denkmalschützern, Architekten und der Politik und Verwaltung zusammengekommen.
Architekt und Bauleiter Jan Habermann weiß um die Bedeutung des Kesselhauses: „Es ist ein herausragendes Industriedenkmal und einer der letzten Zeugen des Industriestandortes Linden“. Außerdem sei der Kessel, der die Energie für die Maschinen der Bettfedernfabrik Werner & Ehlers lieferte, ungewöhnlich gut erhalten, denn er sei nur kurze Zeit in Betrieb gewesen, so Habermann. „Unser Kessel ist deutschlandweit ein Unikat“, sagt Hoffmann-Schoenborn.
Wie das Kesselhaus nach der Sanierung genutzt werden kann, ist noch nicht klar. „Den Betrieb eines Industrie-Museums können wir uns definitiv nicht leisten. Ohne finanzielle Unterstützung von außen ist der Aufbau eines Museums für uns nicht möglich, denn wir dürfen uns kein finanzielles Grab schaufeln“, sagt Hoffmann-Schoenborn.
Und die Faust-Stiftung blickt weiter in die Zukunft: „Wir wollen ungenutzte Flächen auf unserem Gelände  ausbauen, einen Zugang zum Wasser schaffen und die immensen Erbbauzinsen, die sich auf 60.000 Euro jährlich belaufen, loswerden sowie Barrierefreiheit schaffen“, sagt Hoffmann-Schoenborn. Und auch die energetische Sanierung des Faust-Geländes steht auf der Wunschliste. Schlieckau: „Aktuell haben wir jedes Jahr Energiekosten von etwa 100.000 Euro.“ Eine Sanierung aber wird sehr teuer. „Die Kosten dafür sind gewaltig. Wir gehen von einer siebenstelligen Summe aus“, sagte Schlieckau.

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