Kleines Fest: Diszipliniert schweben unter der Heliosphäre
Dream Engine begeistern zum Abschluss des Abends mit ihrer romantischen Show vor dem Herrenhäuser Schloss. Fotos: Niehaus

Kleines Fest: Diszipliniert schweben unter der Heliosphäre

Kleines Fest im Großem Garten: Hallo Wochenende blickt hinter den Kulissen

von Franka Haak

Hannover. Durch die Dunkelheit des Großen Gartens schwebt langsam ein großer, hell erleuchteter Ballon auf die Zuschauer zu. Unter dieser so genannten Heliosphäre turnt in etwa 15 Metern Höhe die Tänzerin Siobhan Johnstone scheinbar schwerelos. Die Vorführung der Gruppe The Dream Engine aus Großbritannien bildet jeden Abend den Abschluss und einen der Höhepunkte des Kleinen Fests. Hinter der Leichtigkeit dieser Show steckt aber viel Disziplin. Die Beteiligten müssen sich ganz genau abstimmen.

Tänzerin Siobhan Johnstone wartet zusammen mit dem Team von Dream Engine auf ihren Auftritt. Foto: Haak

Quelle: Foto: Haak

Tänzerin Siobhan Johnstone wartet zusammen mit dem Team von Dream Engine auf ihren Auftritt.
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Siobhan Johnstone ist bereits die dritte Tänzerin, die beim diesjährigen Kleinen Fest mit dem großen Ballon, der sogenannten Heliosphäre, auftritt. „Das kann keine Tänzerin einen ganzen Monat lang durchhalten“, erklärt Dream Engine-Mitarbeiter Graham Reese. Denn der Metallbügel, den sich die Tänzerinnen um die Taille schnallen, ist sehr eng, damit sie während des Flugs nicht herausfallen können. Deshalb ist auch bei den einzelnen Vorführungen der zeitliche Ablauf wichtig. Erst kurz vor dem Beginn der Show macht Johnstone sich bereit. Der Flug selbst dauert etwa zehn Minuten. „Wenn es länger dauern würde, würde ich das Gefühl in den Beinen verlieren“, sagt die Tänzerin.
Die genaue Abstimmung ist insgesamt eine der größten Herausforderungen bei der himmlischen Nummer: Zielgenau schwebt der Ballon über das Wasserbecken auf Harald Böhlmann, den Organisator des Kleinen Fests, zu. Die Tänzerin nimmt ihm den Zylinder ab. Dabei kommt es auf wenige Zentimeter an. Zwei Mitarbeiter von Dream Engine müssen den Ballon deshalb exakt steuern. Ähnlich wie beim Klettern, haben sie sich Sicherungsleinen, die am Ballon befestigt sind, um die Hüften geschnallt. Durch Richtungswechsel, Nachlassen und Ziehen der Seile lenken sie den Ballon. „Dabei kommt es mehr auf den Einsatz des eigenen Gewichts an, als auf Kraft“, so Reese.
Die Mitarbeiter befüllen den Ballon mit 154 Kubikmeter Helium. Und das jeden Tag aufs Neue. Denn über Nacht würde zu viel Helium entweichen. Um das Gas nicht zu verschwenden, leiten sie es abends aus dem Ballon in einen wesentlich dichteren Schlauch. „So verlieren wir nur etwa 14 Kilogramm täglich“, sagt Reese.

Tänzerin Siobhan Johnstone schwebt über den Herrenhäuser Gärten . Foto: Haak

Tänzerin Siobhan Johnstone schwebt über den Herrenhäuser Gärten .
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Damit die Mitarbeiter den Ballon im Dunkeln sicher durch den Garten steuern können, müssen sie außerdem den Weg ganz genau kennen. „Lange vor Beginn des Festes gehen wir den Weg deshalb ab“, erklärt Reese. Während der Vorführung helfen ihnen kleine Stirnlampen und die Funkgeräte, mit denen sie sich absprechen können.
Aus Sicherheitsgründen startet das Team mit der Heliosphäre nur, wenn es fast windstill ist. Weht der Wind mit mehr als sechs Metern pro Sekunde, wird die Vorführung abgesagt. „Bisher musste die Heliosphäre während des Kleinen Fests aber nur drei Mal am Boden bleiben“, so Pressesprecherin Karin Schwarz.
Nach ihrem Flug ist die Tänzerin Johnstone begeistert vom Ambiente im Großen Garten. Sie ist zum ersten Mal in Hannover. „Es war einfach wunderbar“, sagt sie.

Bildquelle

  • P1090261: Foto: Haak
  • _DSC2037: Clemens Niehaus

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