Kunst ganz in Schwarz in der Eisfabrik
Licht in die Augen: Beate Zewe-Deckmann und Werner Deckmann leuchten mit der Taschenlampe in Sabine Öllerers Werk „Black Boxes“ (von links). Foto: wsg

Kunst ganz in Schwarz in der Eisfabrik

SÜDSTADT (wsg). Bis zum 22. März zeigen 14 Künstlerinnen und Künstler aus Hannover unter dem Titel „Schwarz“ neue Arbeiten aus ihren Ateliers in der weißen Halle der Eisfabrik, Seilerstraße 15 d. Darunter sind so bekannte Namen wie Timm Ulrichs, Peter Redeker und Katharina Sickert. Sie alle haben Werke eingereicht, die nur vom Kontrast von Schwarz und Weiß leben – und sei es nur im Gegensatz zur Wand der weißen Halle.
„Schwarz“ – das Leitthema der Kunstausstellung in der Eisfabrik klingt düster. Doch die Künstlerin Dagmar Brand, die die Ausstellung zusammengestellt hat, sieht das ganz anders. Bei der Eröffnung am Sonntag zitierte sie den Maler Pierre Soulages: „Schwarz ist ein Fest“.
Schwarz ist das Zentrum, wie Künstler Giso Westing in seiner Einführung betont. „Am Anfang war nicht nur ‚am‘, sondern das Dunkel, in das erst später das Licht kam“, sagt er. Für Giso Westing ist Schwarz vor allem eine Farbe des Widerstandes, die Farbe, die sich der Farbigkeit verweigert. „Die Bilder laden ein, inne zu halten. Sich dem bunten Spaß der Spaßgesellschaft zu verweigern“ lädt Westing ein.
Schwarz hat viele symbolische Bedeutungen. In der westlichen Welt steht Schwarz für Tod. Und der begegnet auch in der Ausstellung. In der Arbeit „Summa Summarum“ von Katharina Sickert lässt ein Skelett Schwalben über eine Leine spazieren. Auf den ersten Blick etwas gruselig wirken auch die sechs „Black Boxes“ von Sabine Öllerer. Den gut einhundert Jahre alten Portraits von drei Frauen und drei Männern hat die Künstlerin die Augen ausgeschnitten und dafür im Hintergrund Alltagsszenen von damals einmontiert. Zu sehen sind die Bilder nur, wenn man mit einer kleinen Taschenlampe in die Augen leuchtet.
Die Ausstellung „Schwarz“ ist die erste einer Trilogie. Folgen werden in der weißen Halle der Eisfabrik noch „Grün“ im Juli und August sowie „Weiß“ im November und Dezember.
„Schwarz“ – Neues aus
hannoverschen Ateliers
Weiße Halle der Eisfabrik
Seilerstraße 15 d
donnerstags bis
sonnabends von 15 bis 20 Uhr
sonntags 14 bis 18 Uhr
Führungen sonntags 15 Uhr
www.eisfabrik.com

Bildquelle

  • Eisfabrik: Wilfried Schmücking-Goldmann

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