Begegnungen, die sehr bewegen
Nicht kommerziell: Besondere Reise nach Ostafrika
„Das ich einmal mit lehmverschmierten Händen bei 40 Grad im Schatten ein Fenster einbauen würde, und dabei noch so viel Spaß haben kann, hätte ich mir nie träumen lassen“, schmunzelt die 50-Jährige gestandene deutsche Geschäftsfrau, die bis vor zwei Wochen noch kein Werkzeug in der Hand gehalten, aber gerade beim Verputzen der neuen Gesundheitsstation in einem kleinen Dorf in der Nähe des Viktoriasees geholfen hat. Was sie im Mit-Reiseprojekt durch die Begegnungen von Mensch zu Mensch gewinnen konnte, ist weit mehr als jede geführte Touristenreise durch Kenia hätte bieten können: Freundschaft. „Und wenn ich wieder nach Hause komme, kann ich sagen: Ich habe mit meinen Händen etwas bewegt.“
„Über den Tellerrand schauen“, das eigene kleine stressige Leben hinter sich lassen und die Welt ein bisschen besser machen – das ist die Devise des 21. Jahrhunderts. Was dies jedoch wirklich bedeuten kann, zeigt das Mit-Reise-Projekt „As Friends to Kenya“ des gemeinnützigen Vereins „Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen e.V.“ (Leb’Kom). Brücken zu bauen ist das Anliegen des vom Forschungs- und Praxis-Projekt „Frauen in Kenia“ (FINK) der University of Applied Sciences Fulda entwickelten Konzepts zum nachhaltigen Reisen. Die Projektreise führt durch das Rift Valley in das westkenianische Hochland nahe des Viktoriasees, 400 Kilometer von Nairobi entfernt, wo die Mitreisenden 17 Tage zu Gast bei einheimischen Familien sind. Sie leben in landestypischen Lehmhütten und lernen afrikanischen Alltag kennen.
Besonders bewegend verspricht im Herbst-Aufenthalt 2010 die Einweihung der Gesundheitsstation des Projekts zu werden, die durch das Mit-Reiseprojekt zustande gekommen ist. Es entstand durch die Einkünfte, die die Kooperationspartner in Kenia durch das Mit-Reiseprojekt erwirtschaften konnten und zudem dadurch, dass engagierte Mit-Reisende mit ihren eigenen Händen zum Aufbau beigetragen haben. Die Gesundheitsstation, die die medizinische Infrastruktur stärkt, macht den Beitrag des Mit-Reiseprojektes für die Entwicklungszusammenarbeit im wahrsten Sinne des Wortes greifbar.
Dass die Reise einen einmaligen Blick hinter die Kulissen bietet, erfahren die Teilnehmer, wenn sie früh morgens den Sonnenaufgang unter einem Mangobaum erleben oder in Äquatornächten die besondere afrikanische Stille spüren. Wenn sie Wasser holen und Feuerholz sammeln oder gemeinsam Obst ernten und das bunte Treiben am Markttag unter freiem Himmel erleben. Beim Kunsthandwerk üben oder beim Singen und Tanzen zu afrikanischen Rhythmen.
„Zu erkennen, dass Menschen auf viele scheinbar so selbstverständliche Annehmlichkeiten verzichten und dennoch jede Begegnung als Wunder betrachten, kann für einen Europäer durchaus eine Möglichkeit sein, sich neu zu orientieren“, sagt Ingeborg Scholz vom Verein Lebendige Kommunikation.
Die nächsten Reisetermine: 8. bis 24. Oktober, 27 Oktober bis 12. November 2010 und 14. bis 30. April 2011.
Nähere Informationen zur Reise gibts im Internet unter www.mit-reiseprojekt-kenia.de und telefonisch unter (0661) 64125.

