Es wird einmal

Glosse aus hallo Sonntag vom 1. Januar 2012

Aus, Schluss, Ende, Strich drunter – das Jahr 2011 ist Geschichte. Jetzt kann man das Jahr noch mal Revue passieren lassen. War es gut oder schlecht? Das muss jeder für sich entscheiden.
Ich ziehe für mich eine positive Bilanz. Die Gesundheit hat gehalten und ich habe viele neue Eindrücke in mir bislang unbekannten Weltgegenden gesammelt. Vor allem aber einige nette Menschen kennen gelernt. Da war auch so Manches dabei, das man in die Zukunft tragen kann. Darauf kommt es doch an. Das Vergangene kann man nicht mehr ändern. Man kann es höchstens bewahren und das Bewahrenswerte in die Zukunft tragen.
Niemand geht als unbeschriebenes Blatt in die vor uns liegende Zeit. Mit den Jahren wird dieses Blatt immer weiter überschrieben, bis man am Ende von dem, was da anfangs eingetragen wurde kaum mehr etwas lesen kann. Versucht man es dennoch, so ergänzt man gern oder verändert. Solche Geschichten, wenn man sie weiter erzählt, fangen dann stets mit den Worten „es war einmal“ an. Sie haben es an sich, dass sie gern alles schöner erscheinen lassen, als es wirklich war. Aber so ist es wohl auch gut. Denn nicht nur ich erinnere mich lieber an das Angenehme, als an das Unschöne. Und wenn man das Angenehme in die Zukunft tragen kann, hat solch eine Verklärung ja auch ihr Gutes.
Am Beginn eines neuen Jahres aber sollte die Geschichte anders beginnen, als mit „es war einmal“. Jetzt heißt es: „es wird einmal“. Jetzt steht die Tür weit offen zu neuen Taten. Was man auf dem Blatt in der Vergangenheit nicht mehr ausradieren kann, lässt sich jetzt mit neuen Worten überschreiben.
Ich frage mich, warum man Märchen immer in der Vergangenheit ansiedelt. In der Zukunft sind sie viel besser aufgehoben. Da ist Zeit und Raum genug um alles Mögliche hinein zu fantasieren. Und das beste ist, man kann sich selbst zum Teil der kommenden Märchen machen – wenn man sich nur mit offenem Herzen hinein begibt.
Gut, für die ersten Gehversuche in die Zukunft braucht es noch ein wenig mehr Zutaten. Gern gebe ich Ihnen noch mehr mit auf den Weg. Ich wünsche Ihnen vor allem Gesundheit, weil ohne sie alles nichts ist. Glück natürlich, dass auch all das gelingt, was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben. Und, auch wenn man in solchen Aufbruchmomenten nicht unbedingt davon spricht: Geld sollte dabei sein. Das allein macht zwar nicht glücklich, erleichtert aber so manches.
Ich wünsche Ihnen ein märchenhaftes Jahr 2012 ...

 auf anderen Webseiten