Geschenke

Glosse aus hallo Sonntag vom 11. Dezember 2011

So langsam wird es ernst: Auf dem Adventskranz brennt die dritte Kerze. Vor allem sollte man sich mittlerweile überlegt haben, was man den Lieben auf den Gabentisch legt – oder gehören Sie auch zu jenen, die am 23. Dezember noch schnell losrennen, weil Weihnachten immer so plötzlich kommt?
Nun, ich muss zugeben, ich bin auch nicht immer frühzeitig dran. Dabei wird man eigentlich rechtzeitig genug mit der Nase auf das anstehende Weihnachtsfest gestoßen. Immer früher finden sich Lebkuchen und Spekulatius in den Regalen. Aber irgendwie schiebt man das Besorgen der Geschenke vor sich her. Denn das bedeutet richtig Arbeit, wenn man es ernst nimmt, und das sollten einem die Lieben ja wohl auch wert sein.
Bei den Kindern ist es oft nicht so schwer. Die wissen ganz genau, was sie unter dem Tannenbaum vorzufinden wünschen und halten einem den Wunschzettel schon rechtzeitig unter die Nase. Bei Erwachsenen, und dabei vor allem jenen, die einem ganz besonders nahe stehen, ist das viel schwerer. Nach den Wünschen gefragt, erhalte ich da fast jedes mal die Antwort: „Aber Schatz, ich habe doch schon alles“ und als ganz besondere Liebeserklärung wird noch hinterher geschickt: „Du bist doch mein schönstes Geschenk“.
Klar, das schmeichelt mir und ich bin der Angetrauten dafür auch ganz dankbar, aber mit meinem Geschenkproblem zum bevorstehenden Fest bin ich damit noch keinen Schritt weiter.
Ich kenne einige Paare, denen es genauso geht. Die haben jetzt einfach den Strich drunter gesetzt und schenken sich gegenseitig nichts mehr. Damit mag ich mich aber nicht zufrieden geben. Für mich gehört ein Geschenk zum Weihnachtsfest, wie Tannenbaum und Feuerzangenbowle. Schließlich ist so ein Geschenk ja auch so etwas wie ein Liebesbeweis, sofern man sich wirklich Gedanken darüber gemacht hat, womit man dem zu Beschenkenden eine echte Freude machen kann. In dieser Hinsicht will ich mal Socken und Unterwäsche von der wirklichen Geschenkliste streichen. Das sind, wenn sie nicht gerade selbst gestrickt wurden, allenfalls Beigaben.
Was auch gar nicht geht, ist Geld. Das mag noch so schön verpackt sein und wirkt immer etwas unpersönlich.
Ich bevorzuge eigentlich immer Selbstgemachtes. Wenn schon nicht als eigenes Geschenk, so aber zumindest als Verpackung. Ich habe da auch schon eine Idee. Natürlich werde ich nichts verraten, diese Zeilen liest schließlich auch meine liebe Frau ...

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