Maschseefest: Feiern – aber sicher

Maschseefest: Feiern – aber sicher

Maschseefest startet am Mittwoch – Stadt will Alkoholkonsum bei Jugendlichen im Auge behalten

von Clemens Niehaus

Hannover. Party ja, aber unter Kontrolle: „Mitarbeiter des Jugendschutzes sind an den 19 Maschseefest-Tagen rund um den See unterwegs, um junge Festbesucher auf ihren Alkoholkonsum anzusprechen“, kündigt Stadtsprecher Udo Möller an. Unterstützung erhielten sie dabei von Mitarbeitern der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie den Präventionsteams der Polizei.
Die Zahlen sind alarmierend und zeigen, wie nötig solche Maßnahmen sind: Wurden im 2013 noch 46 Fälle notiert, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 83 Fälle – ein Anstieg um rund 80 Prozent. 21 Menschen wurden in Gewahrsam genommen (gegenüber fünf im Vorjahr, ein Plus von 420 Prozent) und 269 (gegenüber 115 in 2013; ein Anstieg um 233 Prozent) erhielten einen Platzverweis.
Die städtischen Mitarbeiter und Kontrolleure hätten aber, so Möller, keinerlei Befugnisse, könnten also weder Platzverweise aussprechen, noch anderweitig Strafen gegen junge Erwachsene verhängen, die während des Maschseefestes über die Stränge schlugen. „Das wäre denn Aufgabe der Polizei“, sagt Möller.

Die Stadt reagiert damit auf einen Vorfall beim vergangenen Maschseefest. Am Eröffnungstag hatten sich am Westufer zahlreiche Jugendliche zu einer „School‘s out“-Party, getroffen. Bei der Feier zum Ferienbeginn wurde reichlich Alkohol getrunken. Und als die Stimmung immer aggressiver wurde, mussten die Sicherheitskräfte des Maschseefestes einschreiten. „Dieser Vorfall hat in der Bilanz zu einer deutlichen Zunahme der Gewalttaten geführt“, sagt Hans Christian Nolte, der Chef der Hannover Marketing und Tourismus GmbH (HMTG).
Nolte kündigte auch eine Erweiterung des Gesamtsicherheitskonzeptes an. Davon hauptsächlich betroffen ist das Nordufer des Sees – mit den Bühnen und der Gastronie beliebter Hotspot der Besucher. Erstmals ist es möglich, das Nordufer komplett abzusperren, falls dort die Besucherzahl schon zu hoch ist. Außerdem sollen zwei Fluchtwege links und rechts der Bühne für schnelleres Abfließen der Massen sorgen. „Sämtliche Maßnahmen sind eng und einvernehmlich mit Stadt, Feuerwehr und Polizei abgestimmt“, so Julia Sellner, Pressesprecherin der HMTG.
Auslöser für die Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes war der Auftritt von Micky Krause, der die Massen anzog und  bei dessen Konzert es zu massivem Gedrängel kam. Mit dem neuen Konzept sei es möglich, das Nordufer aus Sicherheitsgründen komplett innerhalb von kurzer Zeit zu räumen. „Das könnte zum Beispiel bei einem drohenden starken Unwetter der Fall sein“, so Nolte.
Das Maschseefest findet in diesem Jahr vom 29. Juli bis zum 16. August statt. Das ganze Programm und viele Tipps zum Fest gibt es im Internet.

❱❱ www.hannover.de/Maschseefest

Bildquelle

  • Maschseefest+Hannover+(12): Foto: HMTG / Kevin Münkel

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