Mehr Geld für Bildung
Die nds. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt vor der Grundschule am Welfenplatz. Foto: Philipp von Ditfurth

Mehr Geld für Bildung

Kultusministerin kündigt Verdoppelung der Mittel für Sprachförderung an

Von Clemens Niehaus
Hannover. Mehr Geld für Sprachförderung: im kommenden Jahr will Niedersachsen 85,5 Millionen Euro mehr für die Integration von Flüchtlingskindern in das Bildungs- und Schulsystem ausgeben. Allein zwölf Millionen Euro davon sollen für Sprachförderung im Vorschulbereich, das heißt in Kitas und Krippen, verwendet werden. Das kündigte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am Mittwoch an.
Die Integration von schulpflichtigen Flüchtlingskindern und Jugendlichen in das bestehende Schulsystem sei eine Mammutaufgabe, sagte Heiligenstadt. Von Mitte März bis Mitte November seien rund 17.100 Schüler ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen neu an die Schulen in Niedersachsen gekommen. Allein in der Zeit von Mitte September bis 16. November habe sich die Zahl um 1750 Schüler erhöht. Und ein Ende sei nicht absehbar. „Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Flüchtlingskinder und -jugendlichen in den nächsten Monaten deutlich ansteigen wird“, sagt Heiligenstadt. Viele Familien seien noch in den Erstaufnahmeeinrichtungen und bislang nicht auf die Kommunen zugewiesen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen gelte die Schulpflicht nicht. „Das Kultusminsterium und die Landesschulbehörde sind darauf vorbereitet, die Schulen auch weiterhin intensiv zu unterstützen“, verspricht Heiligenstadt.
Das soll auch mithilfe von  pensionierten Lehrern geschehen. Das Kultusministerium hatte rund 17.500 Lehrerinnen und Lehrer angeschrieben und gefragt, ob Interesse bestehe, noch einmal im Schuldienst aktiv zu werden. Die Resonanz darauf war überschaubar. Etwa 350 pensionierte Lehrkräfte hätten sich gemeldet, sagt Susanne Schrammar, Pressesprecherin im Kultusministerium. Ob diese sich jedoch direkt auf das Anschreiben gemeldet hätten, sei unklar. „Ich gehe aber mal davon aus“, so Schrammar. Insgesamt jedoch hätten rund 4700 Personen ihr Interesse an zeitlich befristeten Verträgen bekundet, so die Kultusministerin.
Heiligenstadt kündigte an, den Bedarf an Lehrkräften mehrmals im Jahr überprüfen zu lassen. Alle zwei Monate solle die aktuelle Zahl von schulpflichtigen Flüchtlingskindern und -jugendlichen ermittelt werden. Anhand der Zahlen soll dann das weitere Handeln bestimmt werden. „Wir fahren ein Stückweit auf Sicht“, so die Kultusminsterin.
Schon jetzt ist die Zahl der Lehrerstellen erhöht worden. Zum zweiten Halbjahr des Schuljahres 2015/2016 habe das Land Niedersachsen 1600 Stellen ausgeschrieben. „Daruntere sind auch 400 zusätzliche Lehrerstellen, die im Rahmen der Beschulung von Flüchtlingskindern eingesetzt werden sollen“, erklärt Heiligenstadt. „Außerdem werden Stundenkontingente im Volumen von 138 Vollzeitlehreinheiten zur Verfügung gestellt, mit denen unter anderem pensionierte Lehrkräfte im Rahmen der Sprachförderung beschäftig werden können“.
Die Ministerin ruft die Schulen auf, ihren Bedarf an entsprechenden Verträgen bei der Landesschulbehörde zu beantragen. Bei gegenwärtig 90 gemeldeten Verträgen laufe das Besetzungsverfahren auf Hochtouren, so Heiligenstadt. Da jedoch je nach Bedarf der Schulen möglicherweise weitere Verträge zu erwarten sind, seien Bewerbungen weiterhin gewünscht. „Übrigens auch von Lehramtsstudierenden“, betont Heiligenstadt.
Im Hinblick auf die Beschulung von Flüchtlingen beabsichtigt das Land Niedersachsen darüber hinaus, im kommenden Jahr 267 zusätzliche Sozialpädagogenstellen einzurichten. „Das ist eine ganz wichtige Unterstützung für die Schulen“, so die Ministerin.

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