Mehr Väter gehen in Elternzeit
Immer mehr Väter gehen in Elternzeit. Foto: Pixabay

Mehr Väter gehen in Elternzeit

Immer mehr Väter in der Region Hannover bleiben eine Zeit lang zu Hause und kümmern sich um ihre kleinen Kinder. Etwa ein Drittel der Sprösslinge werden zumindest für einige Monate von ihren Vätern zu Hause betreut. Das belegt die Zahl der Elterngeldanträge für die Kinder, die 2013 in der Region zur Welt gekommen sind. In 34 Prozent der Fälle haben die Väter Elterngeld beantragt. Das ist ein deutlicher Anstieg. Drei Jahre zuvor waren es lediglich 27 Prozent.

Die Region Hannover reagiert darauf jetzt mit einer neuen Workshop-Reihe, die sich speziell an Väter in Elternzeit richtet. An insgesamt drei Sonnabenden können sie sich dort beispielsweise mit ihrer weiteren Karriereplanung beschäftigen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Thema, das Väter in Elternzeit genauso betrifft wie Mütter“, begründet Regionssprecherin Carmen Pförtner.

Seit das Elterngeld 2007 das frühere Erziehungsgeld abgelöst hat, entscheiden sich immer mehr Männer dafür. Bei den 2006 geborenen Kindern beantragten bundesweit nicht einmal fünf Prozent der Väter das Erziehungsgeld. Mit Einführung des Elterngeldes änderte sich das schlagartig: Für die 2007 geborenen Kinder haben in der Region Hannover 15 Prozent der Väter einen Antrag gestellt, bundesweit sogar 18 Prozent.

Dahinter steckt auch eine finanzielle Überlegung. Denn nach der neuen Regelung erhalten Väter und Mütter in Elternzeit 67 Prozent ihres Einkommens, bei geringeren Einkommen sogar bis zu 100 Prozent. Bei dem einkommensunabhängigen Erziehungsgeld war in vielen Familien allein aus wirtschaftlichen Gründen die Frau zu Hause bei den Kindern geblieben.

Viele Familien machen sich die neue Regelung zu Nutze. Doch trotz der steigenen Väterbeteiligung sind es immer noch vor allem Mütter, die die Kinder in den ersten Lebensmonaten betreuen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beantragten 96 Prozent der Mütter Elterngeld. Und nicht nur das. Frauen bleiben auch deutlich länger zu Hause als Männer. Die Väter entscheiden sich in den meisten Fällen für die Mindestdauer von zwei Monaten. Durchschnittlich bleiben sie etwa drei Monate lang zu Hause. Frauen pausieren für die Kinderbetreuung im Schnitt fast ein Jahr.

Für Väter, die längerfristig zu Hause bei ihren Kindern bleiben, bietet die Region Hannover eine Workshopreihe an. Die Anregung dazu kam von Carsten Brede-Benning. Der 39-Jährige ist seit drei Jahren in Elternzeit und betreut seinen drei Jahre alten Sohn und seine bald ein Jahr alte Tochter. „Für Väter gibt es nicht so viele Angebote wie für Mütter“, stellt er fest.

Brede-Benning wünscht sich mehr Austausch zwischen Vätern in Elternzeit. Seine bittere Erfahrung: „Männer sind in der Elternzeit mehr allein als Frauen.“ Und er hat auch eine Vermutung, woran das liegt: Die beruflichen Kontakte brechen weg. Auf dem Spielplatz und in Eltern-Kindgruppen lerne man vor allem Mütter kennen. „Die Ehemänner finden es aber oftmals nicht gut, wenn ihre Frauen Zeit mit einem anderen Mann verbringen“, meint er.

Die nächsten Workshoptermine sind am 12. März und am 16. April, von 10 bis 17 Uhr beim Bildungsverein, Am Listholze 31. Eine Anmeldung ist möglich unter Telefon (0511) 34 41 44.

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