Mit vielen miesen Tricks nehmen Betrüger Senioren Geld ab
Vorsicht bei Geldübergaben an der Haustür. Mit vielen miesen Tricks versuchen Betrüger, Senioren um ihr Erspartes zu bringen. Foto: Imago

Mit vielen miesen Tricks nehmen Betrüger Senioren Geld ab

38 000 Euro als Zuschuss zum Wohnungskauf der „Enkelin“, 5000 Euro und eine prall gefüllte Schmuckkassette an einen „Polizisten“ übergeben, 189,60 Euro Bearbeitungsgebühr für den „Mitarbeiter der Rentenversicherung“ und 6000 Euro für einen Schockanrufer, damit der eigene „Sohn“ nicht ins Gefängnis muss – in den vergangenen Wochen häuften sich in Hannover die Trickbetrügereien. Opfer sind in den allermeisten Fällen Senioren.

Vor allem mit dem Enkeltrick pressen Betrüger immer wieder große Summen aus den Senioren heraus. Auch mit den folgenden fünf Tricks versuchen Betrüger derzeit besonders häufig:

  • Falsche Polizisten: Diese Betrugsform ärgert die Polizei besonders. Immer wieder kommt es vor, dass falsche „Polizisten“ die Wohnungen ihrer Opfer ausräumen. So Ende Juli in der Bussestraße in Groß-Buchholz: Zwei „Polizeibeamte“ in Zivil klingeln bei einer 86-Jährigen. Sie zeigen einen angeblichen Dienstausweis und erklären der Seniorin, dass sie wegen eines Einbruchs in der Nachbarschaft ermittelten. Die Seniorin möge bitte nachschauen, ob ihre Wertsachen noch da seien. Sie übergibt den falschen Polizisten 5000 Euro, mit denen diese „zur Überprüfung“ verschwinden.
  • Hilfe an der Autobahnraststädte: Dieser Trick wird immer beliebter: Ein Autofahrer wird zumeist auf einer Autobahn-Raststätte von einer Frau oder einem Mann angesprochen. Der Tank ist leer oder wahlweise auch das Auto kaputt und die Kasse obendrein leer. An eine Weiterfahrt zumindest ist nicht zu denken. Der vermeintliche Liegenbleiber bittet um Geld, um die Situation meistern zu können. Als Sicherheit bietet er ein „wertvolles“ Schmuckstück an. Dieses erweist sich bei genauerer Betrachtung dann als billiger Ramsch – in Polizeikreisen auch „Autobahngold“ genannt.
  • Schock-Anrufe: Diese Nachricht war ein Schock für eine russischstämmige 84-Jährige Frau aus der Blumenstraße in der City. Mitte August meldet sich ihr vermeintlicher Sohn am Telefon. Er habe gerade ein kleines Mädchen mit dem Auto angefahren, das nun auf der Intensivstation im Krankenhaus läge. Wenn er nicht sofort 20 000 Euro bekäme, dann müsse er ins Gefängnis. Das will die Seniorin ihrem ,Sohn‘ unbedingt ersparen und übergibt dem angekündigten, russisch sprechenden Geldboten Anton 6000 Euro in bar. Der stellt eine Quittung aus und verschwindet mit dem Geld.
  • Falsche Handwerker: Eine Gesetzesänderung liefert Ganoven derzeit den Ausgangspunkt für eine neue Betrugsmasche. Unter dem Vorwand, die Wohnung angesichts der neuen Verordnung für Brandmelder überprüfen zu müssen, verschaffen sich vermeintliche Handwerker Zugang zu der Wohnung. Sie kommen meist zu zweit. Während einer von ihnen das Opfer in ein Gespräch verwickelt, inspiziert sein Kollege die Räume und lässt dabei die Wertsachen mitgehen. Nach dem gleichen Muster laufen viele Betrügereien mit falschen Wasserwerkern oder anderen Handwerkern.
  • Blumen für die Nachbarin: Auch mit diesem Trick werden seit Jahren Senioren hereingelegt: Es klingelt an der Tür, eine Frau mit einem Blumenstrauß in der Hand bittet um Hilfe. Den wolle sie eigentlich bei der Nachbarin abgeben, aber es sei niemand zu Hause. Mit der Bitte, einen Zettel und einen Stift zu bekommen, um eine Nachricht schreiben zu können, drängt sie ihr Opfer in deren Wohnung zurück. Sind die beiden dann beispielsweise in der Küche verschwunden, kommt ein Komplize durch die noch offen stehende Tür, dursucht die Wohnung und lässt die Wertsachen mitgehen.

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