Schimmel vermeiden durch richtiges Lüften und Heizen
Gefährlich: Schimmelpilze können Krankheiten auslösen.

Schimmel vermeiden durch richtiges Lüften und Heizen

Nahezu jeder deutsche Haushalt bezahlt im Monat durchschnittlich mehr als einen Euro pro Quadratmeter für Warmwasser und Heizung. Ein Großteil der Energie wird dabei für die Bereitstellung von Wärme benötigt, was sich dementsprechend in den Betriebskosten widerspiegelt. Mit relativ wenig Aufwand lassen sich diese Kosten jedoch reduzieren. Durch richtiges Lüften und Heizen fördert man ein gesundes Klima in der Wohnung und verhindert gesundheitsgefährdende Entwicklungen wie beispielsweise Schimmel.

Was ist Schimmel?

Unter den Begriff „Schimmel“ fallen verschiedene Pilze, die typischerweise Sporen und Pilzfäden absondern. Diese sind meist farblos, sodass der frühe Schimmelpilz in der Regel mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Um sich zu vermehren, benötigt der Schimmelpilz Feuchtigkeit, einen guten Nährboden und die passende Temperatur. Nährstoffe werden ihm beispielsweise durch diverse Holzarten, Tapeten, Kunststoffe, Teppichböden, Farben, Lacke oder Leder geboten, aber auch in und auf Zement oder Beton kann er sich vermehren. Dies ist allerdings nur möglich, wenn eine bestimmte Mindestfeuchtigkeit erreicht wird, eine relative Luftfeuchtigkeit von 80% an der Oberfläche genügt hier bereits. Besonders gute Wachstumsbedingungen sind dann gegeben, wenn es zu Tauwasserbildung auf den entsprechenden Materialien kommt.

Warum sind Schimmelsporen so gefährlich?

Schimmelsporen sind ein natürlicher Bestandteil der Umwelt, der nahezu überall auffindbar ist, sei es im Freien oder innerhalb einer Räumlichkeit. Normalerweise ist ihre Konzentration allerdings so gering, dass die Sporen vollkommen ungefährlich sind. Sobald diese Konzentration jedoch auf ein gewisses Maß ansteigt, können gesundheitliche Probleme die Folge sein. Hier sind insbesondere Atemwegsbeschwerden zu nennen, wenn die Sporen über die Luft eingeatmet werden. Zudem löst das Einatmen der Sporen im Körper mitunter allergische Reaktionen aus – in einem solchen Fall sensibilisiert sich der Körper beim ersten Kontakt mir den Pilzen und bildet sogenannte IgE-Abwehrstoffe. Bei einem zweiten oder späteren Kontakt schütten diese Histamin und weitere Botenstoffe aus, wodurch die typischen Beschwerden ausgelöst werden. Immerhin rund fünf Prozent der Menschen sind laut Studien für Schimmelsporen sensibilisiert – eine insgesamt jedoch sehr geringe Zahl, wenn man bedenkt, dass allein in der Innenluft zwischen 100 bis 1.000 Sporen pro Kubikmeter zu finden sind (in der Außenluft sind es je nach Jahreszeit und Vegetation mehr als 10.000). Bisher ließ sich jedoch noch nicht feststellen, ab welcher Konzentration Schimmelsporen in der Luft gesundheitsgefährdend sind. Aus diesem Grund sollte das Vorsorgeprinzip gelten, wonach Schimmel in Innenräumen so früh wie möglich entfernt werden sollte. Eine ganze Kette von Reaktionen kann durch eine allergische Erscheinung hervorgerufen werden, darunter fallen beispielsweise Schnupfen, Niesen, gerötete Augen oder Hautausschlag.

Sowohl abgestorbene als auch lebende Schimmelpilze sind in der Lage, entsprechende Reaktionen auszulösen, Infektionen (diese kommen nur sehr selten und bei immungeschwächten Personen vor) entstehen hingegen ausschließlich durch den lebenden Pilz.

Schimmel im Haus – so lässt er sich erkennen

Das große Problem an einem Schimmelbefall besteht darin, dass der Pilz zunächst im Verborgenen wächst und meist erst spät erkannt wird. Oft wird er durch einen muffigen, modrigen Geruch ausfindig gemacht, aber auch erste dunkle Flecken an den Wänden, der Decke oder den Möbeln sind deutliche Zeichen. Bei ersten Anzeichen sollten die entsprechenden Räumlichkeiten in jedem Fall untersucht werden. Unter Umständen ist es notwendig, dass dafür auch Hohlräume hinter den Wänden freigelegt werden müssen. Da fast alle Schimmelpilze flüchtige organische Stoffe an die Raumluft abgeben, werden heutzutage außerdem vermehrt speziell geschulte Spürhunde eingesetzt, die verborgene Kontaminationen ausfindig machen können. Eine andere Methode stellt die sogenannte „MVOC-Messung“ dar, die den Schimmel anhand von in die Raumluft abgegebenen Stoffwechselsubstanzen ermittelt. Hinsichtlich der Aussagefähigkeit sind die Ergebnisse jedoch umstritten und nicht immer eindeutig.

Einfacher kann der Schimmelbefall hingegen ausgemacht werden, wenn er bereits mit bloßem Auge zu erkennen ist. Ein größerer Befall von 20-50cm² sollte beispielsweise unverzüglich behandelt werden, wobei ein Sachverständiger in jedem Fall zu Rate gezogen werden sollte. Dieser macht die Quelle des Schimmelbefalls ausfindig und ermittelt das genaue Ausmaß des Schadens und des gesundheitlichen Risikos. Unter anderem sollte bei einer solchen Untersuchung eine Analyse der Raumluft, gegebenenfalls des Hausstaubs und der befallenen Materialien stattfinden. Auch eine komplette Hausbegehung für mögliche weitere Schimmelpilzquellen empfiehlt sich.

Maßnahmen gegen Schimmel

Nicht immer kann sofort mit Sanierungsmaßnahmen begonnen werden. Liegt ein solcher Fall vor, so muss geprüft werden, ob die befallenen Stellen zunächst übergangsweise desinfiziert werden können. Dafür eignet sich 70%iger Ethylalkohol für trockene Flächen und 80%iger Ethylalkohol bei feuchten Flächen. Geht es an die Sanierung, so muss zunächst ermittelt werden, wie groß der Schaden ist, welche Art der Raumnutzung vorliegt und wie hoch der Sanierungsaufwand tatsächlich ist. Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle: die Größe der befallenen Fläche, die Stärke des Befalls, die Tiefe des Befalls, die vorkommenden Schimmelpilzarten sowie die Art der Raumnutzung. Ein Sachverständiger kann mit diesen Informationen eine erste Gesamteinschätzung vornehmen und leitet daraus die notwendigen Maßnahmen für die Sanierung ab.

Vorbeugen statt erneuern

Ein Schimmelpilzbefall kann zwar entfernt werden, dennoch ist der Aufwand hierfür oftmals sehr groß und dementsprechend auch kostenintensiv. Demnach gilt es die Voraussetzungen für Schimmelpilzwachstum bereits von Anfang an möglichst klein zu halten, damit Feuchtigkeit im Nachhinein gar nicht erst zum Problem wird. Dies sollte einerseits direkt beim Bau des Gebäudes berücksichtigt werden, aber auch falsches Nutzerverhalten ist ein ausschlaggebender Punkt. In dieser Hinsicht sind vor allem das richtige Lüften und Heizen essenziell.

Eine wichtige Kennzahl ist dabei die Luftfeuchtigkeit, kurz auch als Luftfeuchte bezeichnet. Vom Menschen bemerkt wird allerdings nur eine sehr hohe oder sehr niedrige Luftfeuchtigkeit bemerkt, alle anderen Abweichungen sind lediglich auf technische Wege zu erfahren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich zu diesem Zweck ein Feuchtigkeitsmessgerät anschaffen, welches auch schon bei geringeren Unregelmäßigkeiten anschlägt. Angebracht wird es an einer beliebigen Stelle, die jedoch nicht direkt am Fenster, über der Heizung, in direktem Sonnenlicht oder hinter einem Vorhang liegen sollte. Zwei Werte, die dabei als Rahmen dienen können, sind folgende:

  • Bei Minusgraden im Winter sollte der Wert über längere Zeit nicht mehr als 45% betragen.

  • In warmen Monaten sollte der Wert dauerhaft nicht mehr als 60% betragen.

Richtig lüften: Das müssen Sie beachten

Damit Feuchtigkeit aus den Wohnräumen herausgefiltert werden kann, sollte stets gut und vor allem richtig gelüftet werden. Als Faustregel gilt: mindestens zwei- bis viermal am Tag lüften, je nachdem, wie oft sich in dem entsprechenden Raum aufgehalten wird. Darüber hinaus gibt es außerdem einige weitere wichtige Richtlinien, die bezüglich einer gesunden Raumluft helfen.

Stoß- oder Kipplüften?

Mit der sogenannten Stoßlüftung lässt sich die feuchtwarme Raumluft am schnellsten aus den heimischen vier Wänden transportieren und möglichst komplett durch frische und damit trockene Luft von außen ersetzen. Beim Kipplüften hingegen dringt frische Luft nur durch eine kleine Öffnung ein, sodass ein geringerer Luftaustausch stattfindet, was in vielerlei Hinsicht ineffizient ist. Viele Menschen neigen aufgrund des längeren Lüftungsprozesses beim Kipplüften dazu, das Fenster über einen größeren Zeitraum hinweg offen stehen zu lassen. Über Stunden hinweg wirkt sich dies jedoch sehr nachteilig aus, denn die belüfteten Räume kühlen zu stark aus, wovon auch die Wände und das Mobiliar betroffen sind. Dies wiederum führt dazu, dass Kälte in die angrenzenden Räume abgestrahlt wird, die ebenfalls beheizt werden müssen. So werden die Heizkosten automatisch deutlich höher ausfallen. Darüber hinaus kann das Kipplüften außerdem auch selbst für Schimmelbefall sorgen und zwar direkt an den Fensterlaibungen, da diese besonders stark auskühlen.

Stoßlüften ist also die bessere Methode, das Haus von verbrauchter, feuchter Luft zu befreien. Das Fenster wird dabei nicht nur gekippt, sondern weit geöffnet – je größer die Öffnung nach außen, desto besser. Folgende Tipps sollten Sie beachten:

  • Mehrmals täglich durch das Öffnen von Türen und Fenstern für Durchzug sorgen, bestenfalls in der kompletten Wohnung.

  • Fünf bis zehn Minuten reichen bereits, damit die erwärmte Luft wieder nach draußen abgeführt werden kann.

  • Ist die Außenluft sehr kalt, so kann auf diese Weise auch eine Austrocknung im Innenraum herbeigeführt werden.

  • Dank der kurzen Lüftungsperioden werden Energieverluste und Auskühlung der Bauteile vermieden.

  • Schadstoffe wie beispielsweise Druckerstaub werden abgeführt und das Raumklima verbessert sich.

Lüften in verschiedenen Räumlichkeiten

Wie die Lüftung am besten stattfinden sollte, hängt außerdem auch von den gegebenen Räumlichkeiten ab. Grundsätzlich gilt dabei, dass sowohl Schadstoffe als auch Feuchtigkeit direkt am Entstehungsort entfernt werden sollten, bestenfalls während oder unmittelbar nach ihrer Entstehung. Einige Empfehlungen für die einzelnen Wohnräume:

Wohnzimmer

Sofern sich im Wohnzimmer sehr viele Pflanzen oder andere Quellen für Feuchtigkeit wie etwa Wäsche befinden, so sollte besonders viel Wert auf das Lüften gelegt werden. Generell sollte Wäsche nach Möglichkeit nicht drinnen getrocknet werden – besteht jedoch keine andere Möglichkeit, so bietet es sich an, den entsprechenden Raum zu schließen, währenddessen ein Fenster anzukippen und im Nachhinein zu lüften. Das Lüften wird hier spätestens dann notwendig, wenn erste Wassertropfen an den Scheiben zu sehen sind oder die Luftqualität allgemein als unangenehm wahrgenommen wird.

Schlafzimmer

Im Schlafzimmer schadet es nichts, wenn das Fenster nachts gekippt oder sogar ganz geöffnet bleibt. So kann ein maximaler Luftaustausch gewährleistet werden. Das mag gerade im Winter nicht jedem gefallen, in diesem Fall sollte aber wenigstens nach dem Aufstehen eine intensive Stoßlüftung anstehen.

Küche und Bad

Sowohl in der Küche als auch im Bad können unter Umständen große Mengen an Feuchtigkeit anfallen, die beispielsweise durch das Duschen, Baden oder Kochen entstehen. Umso wichtiger ist daher ein unverzügliches Lüften der Räumlichkeiten, damit die Feuchtigkeit sich nicht absetzt. In Bädern, in denen keine Fenster vorhanden sind und das Lüften entsprechend schwer ist, sollte das entstandene Wasser zumindest von Wänden und Boden entfernt werden.

Keller

Da der Keller generell über kalte Außenwände verfügt und nur selten komplett beheizt wird, schlägt sich die Feuchtigkeit schnell an den dortigen Wänden nieder. Schimmelpilze können daher schnell entstehen. Dies gilt insbesondere für den Sommer, wenn warme Luft in den Keller gelangt. Aus diesem Grund sollte in den Sommermonaten nicht tagsüber, sondern besser nachts oder sehr früh morgens im Keller gelüftet werden. Im Winter kann man unbesorgt zu jeder Tageszeit lüften.

In besonderem Maße gilt dies für Gebäude, die vor dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden, denn bei ihnen fehlt die Abdichtung der Keller, sodass eine Durchfeuchtung wahrscheinlicher ist. Gegenstände des täglichen Bedarfs oder wertvolle Güter sollten in solchen Kellern besser nicht gelagert werden.

Tipps für richtiges Heizen

Eng verbunden mit dem Lüften ist auch der Heizprozess in den heimischen vier Wänden, denn er sorgt ebenfalls dafür, dass die Wände trocken bleiben, nicht auskühlen und die Raumatmosphäre durchgehend angenehm ist. Auch hier sollte jedoch einiges bedacht werden, damit die Kosten im Rahmen bleiben und Schimmel in der Wohnung vermieden wird. Dieser kann diesbezüglich vor allem aufgrund einer zu geringen Raumtemperatur entstehen.

Heizen der verschiedenen Räume

Idealerweise liegt die Temperatur in der Wohnung zwischen 18 und 21 Grad. Ähnlich wie auch beim Lüften sollten verschiedene Räume jedoch unterschiedlich behandelt werden.

  • Für das Wohnzimmer wird eine Temperatur von 21-23°C empfohlen, da die Heizkosten im Winter so nicht zu hoch sind, die Wohnung aber auch nicht zu kalt ist.

  • Im Kinderzimmer darf es hingegen etwas wärmer sein, vor allem dann, wenn die Kinder noch klein sind. Etwa 23°C sind als Richtwert zu berücksichtigen.

  • Das Badezimmer wird generell etwas stärker beheizt, um nach dem Bad oder der Dusche nicht zu frieren. Bei Nichtbenutzung des Bads kann die Temperatur aber auch heruntergeregelt werden.

  • In der Küche beträgt die empfohlene Temperatur etwa 18-19°C und ist damit insgesamt etwas kühler. Dies wird jedoch ausgeglichen durch den regelmäßigen Einsatz von Herd und Ofen.

  • Besonders wichtig ist die Temperatur im Schlafzimmer, denn dort sorgt sie für einen erholsamen Schlaf. Optimal sind 16-19°C in der Nacht, auch am Tag kann die Temperatur ein wenig heruntergeregelt werden – sofern der Raum nicht genutzt wird, genügt hier auch die Wärme aus Flur oder Wohnzimmer. Im Sommer kann diese empfohlene Raumtemperatur nicht immer erreicht werden. In diesem Fall bietet es sich an, vor dem Schlafengehen durchzulüften, indem die Fenster kurz komplett geöffnet werden.

Einrichtung muss berücksichtigt werden

Vor die Heizung gestellte Möbel sowie ungünstig platzierte Vorhänge schlucken rund acht Prozent der Wärme. Ebenso sollte das Thermostat nicht verdeckt werden, da es so die Temperatur nicht vernünftig regulieren kann. Als Ablage sollten die Heizkörper ebenfalls nicht dienen, denn so entstünde ein Wärmestau, der einen erhöhten Verbrauch an Heizwärme und damit höhere Kosten mit sich bringt.

Möbelstücke gilt es generell nicht zu dicht an die Wand zu stellen, da eine ausreichende Luftzirkulation zwischen Wand und Mobiliar bestehen sollte. Andernfalls würden auch hier ein Auskühlen der Wände und mögliche Schimmelbildung die Folge sein. Ein Abstand von 5-10 cm ist für diesen Zweck bereits ausreichend.

Empfehlenswert ist außerdem der Verzicht auf oberflächenversiegelnde Anstriche oder Tapeten, denn diese unterbinden die Atmungsfähigkeit der Wände.

Sonstige Tipps für das Heizen

Weiterhin sollte die Heizung auch bei längerer Abwesenheit nicht komplett ausgeschaltet werden. Das ständige Auskühlen und Wiederaufheizen ist so meist teurer als das Halten einer insgesamt niedrigen Durchschnittstemperatur. Zudem gilt es die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen nach Möglichkeit zu schließen, denn ansonsten würden kühlere Räume mit der Luft aus wärmeren Räumen beheizt werden – dies hätte zur Folge, dass meist wenig Wärme, dafür aber viel Feuchtigkeit in den kühleren Raum gelangt, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit steigt und damit auch die Gefahr von Schimmelpilzen. Generell sollte es selbst in wenig genutzten Räumen nicht zu einer Raumtemperatur von unter 14°C kommen, da es sonst zu Kondensation von Feuchtigkeit kommen kann.

Wer seine Raumtemperatur lediglich um ein Grad absenkt, der kann dadurch bereits sechs Prozent Energieeinsparung erreichen. Das soll keineswegs bedeuten, dass in der Wohnung gefroren werden muss, sondern vielmehr, dass nicht mehr Energie verbraucht wird als notwendig ist.

Nach einigen Jahren in Gebrauch arbeiten viele Heizkörper nicht mehr so effizient wie am Anfang, sie werden nicht mehr richtig warm oder machen „gluckernde“ Geräusche. Um die Effizienz des Heizkörpers zu erhöhen, sollte dieser bei Bedarf entlüftet werden. Unerwünschte Luft im System lässt sich so ablassen.

Santino Donnarumma, Geschäftsführer der Innotech GmbH , einem Sanierungsfachbetrieb für feuchte Bauwerke sagt:

innotech-donnarumma„Durch richtiges Heizen und Lüften kann Schimmelbildung verhindert werden. Sollten jedoch bauliche Mängel vorliegen, muss unbedingt ein Experte hinzugezogen werden.“

Weitere Gründe für Feuchtigkeit im Haus

Wenngleich Schimmel und Feuchtigkeit sich zu einem großen Problem im Haushalt entwickeln können und das richtige Lüften und Heizen hier in vielen Fällen Abhilfe schafft, so sollten Verbraucher dennoch berücksichtigen, dass die schlechte Raumluft gegebenenfalls auch andere Gründe haben kann. Die Verbreitung von Schimmelpilz kann ebenfalls durch Ursachen wie Probleme mit der Bausubstanz oder aber eine schlechte Dämmung entstehen, die im Nachhinein Schwierigkeiten bereiten.

Bauliche Maßnahmen helfen vorbeugen

Um Schimmelpilzbefall von vornherein zu vermeiden, sollte dies bei der Errichtung des Gebäudes berücksichtigt werden, zudem sollte es außerdem auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Hier greifen einige wichtige Richtlinien und Vorschriften, die bei der Vermeidung von Schimmel helfen:

  • Mindestwärmeschutz

  • Schutz vor Schlagregen

  • Wasserdichte Installationen

  • Abdichtung gegenüber aufsteigender Bodenfeuchte

  • Regelgerechte Dachkonstruktion

Gerade der Decken-, Außenwand- und Dachbereich ist dabei mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten, denn undichte Stellen sorgen dort für eine gesteigerte Kondensationsfeuchte. Zudem ist gerade bei frisch sanierten oder neu errichteten Wohnräumen darauf zu achten, dass es eine grundsätzliche Restbaufeuchte gibt, die über einen gewissen Zeitraum mit einer erhöhten Lüftung behandelt werden sollte. Ist der Feuchteanfall hier besonders hoch, so reicht ein manuelles Lüften gegebenenfalls nicht mehr aus und eine weitere mechanische Be- oder Entlüftung muss her.

Mangelhafte Dämmung und Wärmebrücken

Ein weiteres weitverbreitetes Problem sind unzureichende Dämmungen am Haus, die für eine sogenannte indirekte Durchfeuchtung sorgen können. Darunter ist eine Durchfeuchtung der Wandoberfläche zu verstehen, obwohl diese äußerlich intakt scheint. Die Isolierung ist in diesem Fall nicht ausreichend, anderseits können aber auch entstandene Wärmebrücken die Ursache sein. In beiden Fällen entstehen Feuchtigkeit und Kondensation auf der Wandoberfläche, da feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft.

Als Wärmebrücke wird ein auf kleine Flächen beschränkter Bereich bezeichnet, bei dem geringe Oberflächentemperaturen aufgrund der nach außen abfließenden Wärme entstehen. Unterschieden wird zwischen stoffbedingten, geometrischen und konvektiven Wärmebrücken, die jedoch auch kombiniert auftreten können. Ganz klassisch treten sie unter anderem bei Fensterlaibungen, Balkonen, Rollladenkästen, Heizkörpernischen oder ungedämmten Stahlbetonbauteilen auf, aber auch nicht gedämmte Sockelbereiche wie beispielsweise ein herausragender Keller sind dafür anfällig. Am einfachsten kann eine solche Wärmebrücke mithilfe der Thermographie ermittelt werden. Dabei kommt ein bildgebendes Verfahren zum Einsatz, welches die Infrarotstrahlung aufzeichnet und die gefährdeten Bereiche aufdeckt.

Wer zahlt bei Schimmelbefall: Mieter oder Vermieter?

Während Eigenheimbesitzer sich in der Regel selbst mit einem Schimmelbefall auseinandersetzen müssen, so kommt es bei Mietwohnungen immer wieder zu Streitfällen zwischen Mieter und Vermieter. Dabei muss unter anderem geklärt werden, wie genau der Schimmel entstanden ist, wer die Kosten für die Beseitigung und/oder Sanierung übernimmt und ob eine Mietminderung möglich ist. Grundsätzlich gilt Schimmelbefall als Sachmangel in großem Ausmaß, denn er kann den Mieter krank machen und ein vertragsgemäßer Gebrauch der Wohnung ist in diesem Zustand nicht mehr tragbar. Trotzdem hat auch der Vermieter in einem solchen Fall Rechte, weshalb dem Mieter nur unter bestimmten Voraussetzungen Gewährleistungsrechte wie beispielsweise eine Mietminderung in Anspruch nehmen kann. So darf er den gesundheitsgefährdenden Zustand nicht etwa selbst herbeigeführt haben, indem er womöglich unzureichend gelüftet hat. Wäre dies der Fall, so hätte der Vermieter weiterhin ein Anrecht auf die vollständige Miete und könnte darüber hinaus auch noch die Übernahme der Beseitigungskosten des Schimmels verlangen. Anders sieht es bei Baumängeln aus, die vom Mieter nicht verschuldet wurden. Hier ist der Vermieter als Eigentümer selbst verantwortlich und der Mieter wird entsprechend entschädigt.

Trotz dieser auf den ersten Blick klaren Gesetzeslage ist die Entscheidung zwischen Mieter- oder Vermieterverschulden nicht immer eindeutig, denn es greifen keine festen Regeln. So hängt es zum Beispiel vom Alter und Zustand des Mietshauses ab, wie der Mieter sich zu verhalten hat, der Vermieter kann andererseits aber auch Richtlinien für das Lüften festlegen. Andererseits steht der Vermieter in der Pflicht, Vorkehrungen zu treffen, um einen regelmäßigen Luftaustausch zu ermöglichen. Oft kommen allerdings sowohl Baumängel als auch ein falsches Nutzerverhalten als Ursache in Frage, sodass keine eindeutige Einigung besteht – meist werden die Kosten dann zu jeweils 50% aufgeteilt.

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