Seit 15 Jahren schenkt das NKR Leben
Darya (Mitte) mit ihre Retterin Heike Renniger (links) und ihre Mutter Andrea Villaverde.

Seit 15 Jahren schenkt das NKR Leben

Darya lebt. Das hat die heute 15-Jährige einer Institution zu verdanken, die jetzt genauso alt wurde wie sie: Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) hat sein 15-Jähriges Bestehen gefeiert, zu dem auch Darya, ihre Retterin Heike Renniger (Bild links) und ihre Mutter Andrea Villaverde eingeladen waren.

Heike Renniger, Darya und ihre Mutter Andrea Villaverde. Darya erkrankte mit drei Jahren, mit sechs Jahren wurden ihr Stammzellen transplantiert. Heike Renniger spendete.

Heike Renniger, Darya und ihre Mutter Andrea Villaverde. Darya erkrankte mit drei Jahren, mit sechs Jahren wurden ihr Stammzellen transplantiert. Heike Renniger spendete.

An die Zeit, in der sie totkrank war, kann sich Darya kaum erinnern. Doch wenn ihr heute jemand erzählt, dass allein für sie damals 27.000 Menschen eine Probe abgegeben haben, um zu einem potenziellen Spender für sie zu werden, strahlt die Jugendliche übers ganze Gesicht. Stolz macht es sie – und das NKR und dessen Geschäftsführerin Marlena Robin-Winn auch ganz besonders.
Andrea Hoops, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, überbrachte die Grüße von Ministerpräsident Stephan Weil, der zur selben Zeit in der VW-Aufsichtsratssitzung saß und aus diesem Grund nicht dabei sein konnte. „Das NKR ist eine humanitäre Erfolgsgeschichte“, sagt sie. Die Zahl der potenziellen Spender, die sich im Laufe der 15 Jahre haben registrieren lassen, sei beeindruckend: 325.000 Menschen haben dem NKR inzwischen geholfen, helfen zu können. Sie alle seien potenzielle Retter.

Oberbürgermeister Stefan Schostok gehört ebenfalls zu ihnen, auch wenn er bislang nicht als Spender angefordert wurde. Als vor Jahren im Freundeskreis jemand erkrankte, entschied er sich, ebenfalls Mitglied in der Kartei des NKR zu werden. „Den Ausweis habe ich immer dabei“, verriet Schostok. Er wertschätze die Arbeit von Robin-Winn besonders: „Sie arbeitet beharrlich fürs NKR.“ Inzwischen habe er sich auch daran gewöhnt, dass es keine „Verabredungen mit Folgen“ mit der rührigen NKR-Chefin gebe.

Dass es durchaus weiterhin wichtig ist, neue, potenzielle Spender zu finden, betonte Carlheinz Müller, Geschäftsführer des Zentralen Knochenmarkspenderregisters in Ulm: „Zum Einen bekommen wir die Auswirkungen der Demographie zu spüren.“ Da mit 61 Jahren das Höchstalter der Spender erreicht sei, würden immer mehr Menschen allein altersbedingt aus dem Register fallen. „Zum Anderen sind die Gewebetypen global sehr unterschiedlich“, sagte er mit einem Hinweis auf die immer enger zusammenwachsende Welt.

Dass die Hilfsbereitschaft in Hannover ungebrochen ist, bewies auch die Geburtstags-Gästeliste: Mit dabei waren neben Prof. Arnold Ganser, zweiter Vorsitzender des NKR und Direktor der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation an    der MHH, und Alexander Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), auch die Regisseurin und Fotografin Franziska Stünkel, Polizeipräsident Volker Kluwe mit seiner Frau Angelika. Es ist ein Engagement, das sich bereits gelohnt hat: 1300 schwerkranken Menschen konnte das NKR bereits helfen – eine von ihnen ist Darya, die heute ein unbeschwerter Teenager ist.

Spenden heute
Wer heute in die NKR-Spender-Datei aufgenommen werden will, muss kein Blut mehr lassen. Ein Abstrich mit einem Wattestäbchen an der Mundschleimhaut reicht, um Gewebemerkmale festzustellen. Stimmen diese zwischen Spender und Empfänger überein, kann geholfen werden.

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