2:0 über Hoffenheim - Ya Konan ist wieder da und trifft

    HANNOVER (dik). Wenn nicht in dieser Saison, wann dann? Im sechsten Anlauf gelang Hannover 96 der erste Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Die Roten setzten sich mit 2:0 gegen die TSG durch. Kein Wunder, dass die Hannoveraner unter den 47.200 Zuschauern nach dem Abpfiff lautstark den „96-Walzer“ in der AWD-Arena tanzen wollten. Danach wurden die Vertragsverlängerungen mit Christian Schulz und Karim Haggui über je drei, Sofian Chahed über zwei und Markus Miller über ein Jahr bekanntgegeben.
Trainer Mirko Slomka konnte gegen die TSG wieder auf Angreifer Didier Ya Ko­nan (Knieprobleme) zurückgreifen. Mittelfeldakteur Sergio Pinto hatte seine Mandelentzündung überwunden und Offensivakteur Jan Schlaudraff, er saß zunächst auf der Bank, seine Magen-Darm-Grippe auskuriert. So fehlte einzig Ron-Robert Zieler (Schulterverletzung), für ihn hütete Florian Fromlowitz das Tor.
In der ersten Halbzeit zeigten sich die Gäste über weite Strecken entschlossener. Sie wirkten zweikampfstark und nach vorne zielstrebiger. Vedad Ibisevic (5.) vergab eine Riesenchance für die TSG. In der 27. Minute zog Ryan Babel aus 20 Metern ab, doch der Hoffenheimer Stürmer verfehlte.
Die Roten leisteten sich zu viele einfache Ballverluste im Aufbauspiel. Wenn sie denn zunächst gefährlich wurden, dann über Standardsituationen. Nach Pinto-Freistoß (16.) wurde ein Kopfball von Haggui, eine Minute später nach Ecke von Konstantin Rausch ein Kopfball von Schulz jeweils zur Ecke abgewehrt.
Und Ya Konan, um dessen Einsatz es während der Woche so viele Diskussionen gegeben hatte? Der litt wie sein Sturmpartner Mohammed Abdellaoue zunächst da­runter, dass kaum Anspiele in die Spitze kamen. Dafür entschädigte sein zwölftes Saisontor nachhaltig. Ein Zuspiel von Manuel Schmiedebach nutzte der Ivorer (38.) aus kurzer Distanz.
Nach der Pause begann 96 stürmisch. Verpasste Abdellaoue in der 49. Minute eine Hereingabe von Lars Stindl, nutzte der Norweger Stindls Pass vier Minuten später zum achten Saisontor. Dies war dann doch schon so etwas wie eine Vorentscheidung.
Nun entwickelte sich die Partie so, wie es die Gastgeber mögen. Die TSG musste stürmen, um vielleicht noch zum Anschlusstreffer zu kommen, 96 hatte Räume im Spiel nach vorne. In der 75. Minute legte Stindl mustergültig quer, doch da fehlte bei Ya Konan ein wenig die Kraft. Drei Minuten später traf Ibisevic die Latte des 96-Tores. Das war es dann, der zehnte Heimsieg dieser Saison war unter Dach und Fach.
96: Fromlowitz - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Stindl, Schmiedebach, Pinto, Rausch (84. Carlitos) - Ya Konan (79. Schlaudraff), Abdellaoue (88. Stoppelkamp)

Das sagen die Trainer zum Spiel …

Mirko Slomka, Hannover 96:
„Glücklich über den Vereinsrekord“
In der ersten Halbzeit haben sich beide Mannschaften sehr taktisch verhalten. Es spielt uns in die Karten, wenn wir Chancen zum Kontern haben. Mit dem 1:0 strahlten wir eine großartige Souveränität aus. Eine der wenigen Chancen haben wir dann zum 2:0 genutzt. Wir sind unheimlich glücklich, den Vereinsrekord mit 50 Punkten geschafft zu haben. Mannschaft und Fans haben eine leistungsfördernde Einheit gebildet.

Marco Pezzaiuoli, TSG 1899 Hoffenheim: „96 in die Karten gespielt“
Wir haben das Spiel gesehen, auf das ich meine Mannschaft genau vorbereitet habe. 96 ist eine der besten Kontermannschaften und das ist uns widerfahren. Wir haben Hannover in die Karten gespielt. 96 ist effektiver und braucht nur wenige Möglichkeiten. Uns haben die letzte Aggressivität, Durchsetzungsvermögen und Laufbereitschaft gefehlt. Wir haben verdient verloren.

Nachspielzeit

96 ist nicht im Topfe, noch …

von Dieter Kösel

Martin Kind sprach vor der Partie gegen Hoffenheim vom Druck, der im Kessel Bundesliga besteht. Der 96-Boss genießt es nach unruhigen Zeiten, dass etwa Schalke, Wolfsburg oder der HSV im Topfe sind, aber nicht die Roten. Es passt, dass Jörg Schmadtke nun seinen Vertrag unbefristet verlängert hat. 2009 hatte Kind für die Position des Sportdirektors (ab 1. Juli Geschäftsführer Sport) endlich einen gefunden, der sein Handwerk gut versteht und hierher passt. Der Aufschwung ist eng mit seinem Namen verknüpft. Dass Schmadtke seinem Job unaufgeregt nachgeht und lieber Ergebnisse sprechen lässt, hebt ihn positiv von vielen Selbstdarstellern der Liga ab. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, heißt es bei den Grimms. Mit dem Sieg gegen Angstgegner Hoffenheim haben Mirko Slomka und seine Spieler den Deckel zu den Lostöpfen für den europäischen Wettbewerb wieder ein Stück weiter geöffnet. Noch sieben Partien und die Auslosung kann starten!

So waren die Roten in Form

Florian Fromlowitz - 2,5
Meisterte die schwierige Situation gut. Er leistete sich in seinem ersten Spiel der Rückrunde von Beginn an keinerlei Patzer, fing hohe Bälle souverän ab und spielte mit.

Steven Cherundolo - 3
So wie in Minute 31 wollen ihn die Anhänger gerne öfter sehen. Endlich wagte sich der Kapitän mal bis zur gegnerischen Grundlinie vor und flankte auch noch gut. Anfänglich mit einigen gravierenden Fehlpässen, steigerte er sich aber anschließend.

Karim Haggui - 2
War meist ein gewohnt sicherer Rückhalt. Einzig in der fünften Minute ließ er Ibisevic zum Abschluss kommen.

Emanuel Pogatetz - 2
Defensiv wie sein Partner ohne Fehler, war immer auf dem Posten, wenn er gefordert war. Seine gelegentlichen Spieleröffnungen landeten allerdings nicht immer bei einem Mitspieler.

Christian Schulz - 3
Erneut eine solide Leistung, ohne allerdings großartig in Erscheinung zu treten. .

Lars Stindl - 2
Im ersten Durchgang weniger auffällig, steigerte er sich nach dem Seitenwechsel aber erheblich. Er brachte mit seinen Flügelläufen die Hoffenheimer Hintermannschaft mehrmals ins Schwitzen, legte das zweite Tor glänzend auf.

Manuel Schmiedebach - 1,5
Unermüdlich und mit gewohnt großem Arbeitseifer präsentierte sich der defensive Dauerläufer. Er erkämpfte sich viele Bälle, bereitete den ersten Treffer schön vor.

Sergio Pinto - 3
Er blieb im Gegensatz zu seinem Nebenmann Schmiedebach unauffälliger, zeigte sein gutes Ballgefühl aber bei ein paar schönen Pässen in die Spitze.

Konstantin Rausch - 3
Er zeigte ein eher schwächeres Spiel. Arbeitete defensiv nicht immer gut mit und blieb offensiv ebenfalls ohne auffällige Aktionen.

Didier Ya Konan - 2
Als wäre er nie weggewesen: Der Torjäger trifft und trifft. Trotz seiner vierwöchigen Verletzungspause war der Publikumsliebling beim 1:0 zur Stelle. Er rackerte bis zu seiner verdienten Auswechselung viel. Er wurde mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Mohammed Abdellaoue - 2,5
Ebenfalls ein fleißiger Arbeiter in der Spitze. Er hatte das 2:0 auf dem Kopf (43.), verwertete stattdessen die gute Hereingabe Stindls.

Jan Schlaudraff
Nach einer zweitägigen Pause aufgrund eines Magen-Darm-Infekts reichte es doch nicht für die Startelf. Kam in der 79. Minute für Ya Konan.

Carlitos
Durfte für Rausch ran (84.), konnte sich aber nicht mehr in Szene setzen.

Moritz Stoppelkamp
Ein zu kurzer Einsatz, um sein Können zeigen zu können. bo/dik
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