Debüt gegen Deutschland
Im Gespräch mit Daniel Royer
Hannover 96 hat seine personellen Möglichkeiten in dieser Saison noch gar nicht ausgeschöpft. Und da müssen wir nur Daniel Royer nennen und an seine starken Auftritte in der österreichischen Nationalmannschaft bei den Aufeinandertreffen mit Deutschland zurückdenken. Der sechsfache Nationalspieler, er wurde am 22. Mai 1990 in Schladming geboren, ist auf der rechten und linken Mittelfeldseite zu Hause. Wenn Royer die Umstellung auf die Bundesliga bewältigt hat, dann wird er uns mit seiner Schnelligkeit und Torgefährlichkeit noch viel Freude bereiten. Heute stellen wir Ihnen Daniel Royer von A wie Alina bis Z wie Ziel vor.
Alina
Meine 13-jährige Schwester ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ich freue mich schon darauf, sie endlich wiederzusehen. Wir telefonieren täglich miteinander.
Aufsteiger der Saison
Diese Ehrung hat mich sehr stolz gemacht und war eine Bestätigung für die vergangene erfolgreiche Saison mit der SV Ried. Sie wurde mir am 3. September auf der „Bruno-Gala“ zu Ehren von Bruno Pezzey in Österreich zugesprochen. Mit dieser Auszeichnung hatte ich nicht gerechnet.
Austria Wien
Es gab in der Tat mal ein Angebot von der Austria, und wir waren über einen längeren Zeitraum in einem sehr intensiven Kontakt. Schlussendlich hat der SV Ried entschieden, mich nicht gehen zu lassen.
Berufsausbildung
Ich habe maturiert, also mein Abitur gemacht. Danach habe ich mich entschlossen, mich voll auf den Fußball zu konzentrieren. Später könnte ich mir ein Sportmanagement-Studium vorstellen.
Die Roten
Es gab schon vor einem halben Jahr Kontakt, aber es wurde nicht konkret. Und dann ging alles ganz schnell. Innerhalb von zwei Tagen musste ich mich entscheiden und habe zugesagt. Ich war gerade bei der Nationalelf und habe Emanuel Pogatetz befragt. Er hat mir alles beschrieben, das klang sehr positiv. Als Österreicher sollte man bei einem solchen Angebot auch nicht lange überlegen. Seit meiner Kindheit habe ich die Bundesliga verfolgt, und die positive Fußballverrücktheit in Deutschland hat mich immer fasziniert.
Europa League
In diesem Wettbewerb darf ich für 96 nicht spielen, weil ich da bereits für die SV Ried aktiv war. In der ersten Runde der Playoffs hatten wir Bröndby Kopenhagen herausgeschossen, was uns niemand zugetraut hatte. Gegen den PSV Eindhoven war es auf des Messers Schneide. Zu Hause spielten wir 0:0, das hätten wir gewinnen können. Beim PSV war die Partie über 60 Minuten ausgeglichen, dann kam ein Einbruch und wir verloren mit 0:5.
FC Pasching
Für die dritte österreichische Liga hatten wir ein sehr gutes Team mit vielen ehemaligen Erstliga-Profis wie Edi Glieder, der ja auch mal für Schalke 04 gespielt hat. Das war ein lehrreiches Jahr, weil ich mit vielen Routiniers zusammenspielen konnte. Wir sind Meister geworden, durften als Nachfolgeverein des FC Superfund aus finanziellen Gründen jedoch nicht aufsteigen.
FC Schladming
Als Sechsjähriger habe ich beim FC mit Fußball begonnen und dort acht Jahre lang bis zur U14 gespielt. Ich konnte mich über unser Landesausbildungszentrum für höhere Aufgaben empfehlen. Dort wurden die besten Talente aus der Region individuell trainiert, und dann durfte man ein Probetraining bei Sturm Graz bestreiten. Dort wurde Sturm auf mich aufmerksam.
Hannover
Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Die Menschen sind hier sehr freundlich und hilfsbereit. Einiges in der Stadt habe ich auch schon erkundet, ich habe bereits den Zoo besucht und war auf dem Rathausturm.
Lieblingsposition
Die ist im linken oder rechten Mittelfeld. Eigentlich bin ich ein gelernter Rechtsfuß, aber in den vergangenen Jahren wurde ich immer links eingesetzt. Mein linker Fuß ist gut trainiert, aber der rechte ist schon der bessere.
Nationalmannschaft
Während meiner Zeit bei Ried wurde ich zunächst für die österreichische U21 berufen und konnte mich empfehlen. Mein Debüt für das A-Team war etwas Besonderes, denn das können nicht viele unserer Fußballer von sich behaupten, ihr erstes Länderspiel gegen Deutschland bestritten zu haben.
Schladming
Schladming ist sehr schön und ein bekannter Wintersportort. Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch und freue mich immer sehr, wenn ich nach Hause komme, um meine Familie und Freunde zu besuchen.
Sturm Graz
Bei Sturm habe ich die Nachwuchsakademie durchlaufen und dann anderthalb Jahre in der II. Mannschaft in der dritten Liga gespielt. Ich habe dort zunächst vier Jahre im Internat und dann in einer eigenen Wohnung gelebt. Ich habe mir gesagt, wenn ich bis zur Matura nicht den Sprung in den Kader der „Kampfmannschaft“, also des Erstligateams geschafft habe, dann will ich mich verändern. Nach dem Abitur wechselte ich nach Pasching.
SV Ried
Ich bin von Pasching mit geringen Erwartungen nach Ried gewechselt und wollte mich über Kurzeinsätze für mehr empfehlen, aber es ging dann alles sehr viel schneller. Ich wurde eigentlich sofort Stammspieler.
Ziel
Der Unterschied zwischen der österreichischen und deutschen Liga ist sehr groß, auch von der Trainingsintensität und Konkurrenz her. Es braucht ein wenig Zeit, um sich an das Ganze zu gewöhnen. Von meinem Naturell her bin ich ungeduldig, aber eigentlich läuft mir nichts davon. Ich werde versuchen, mich so schnell wie möglich weiterzuentwickeln, mich zu empfehlen und dann sollte es so laufen, wie man sich das vorstellt.
Das war der 13. Teil unserer 96-Serie – kommenden Mittwoch geht es weiter, stellen wir Ihnen einen weiteren Profi vor.
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