Gib niemals auf
Im Gespräch mit Christian Pander
Gute Zeiten, schlechte Zeiten – so lautet der Titel einer Fernsehserie. Und dies beschreibt auch die Karriere von Christian Pander. Nach Verletzungen wurde der auf der linken Seite in Abwehr und Mittelfeld einsetzbare Akteur, er wurde am 28. August 1983 in Münster geboren, von vielen schon abgeschrieben. Nach seinem Wechsel von Schalke 04 zu Hannover 96 widerlegt der zweifache A-Nationalspieler alle Zweifler und schreibt mit seinen Vorlagen, Freistößen und Toren kräftig an dem neuen Kapitel zu „Gute Zeiten“. Heute stellen wir Ihnen Christian Pander von A wie Asamoah bis Z wie Zukunft vor.
Asamoah
Gerald Asamoah und ich haben neun Jahre lang bei Schalke zusammengespielt, und er war mein Sitznachbar im Bus. Er ist ein toller Typ, und wir haben immer noch Kontakt miteinander.
Brandfackeln
Nach einem Spiel, in dem ich zwei Tore vorbereitet hatte, prägte Ralf Rangnick gegenüber der Presse das Wort von den „Brandfackeln“ für meine Vorlagen und Freistöße. Seitdem hat mich dieser ungewöhnliche und leicht martialische Begriff ein wenig verfolgt.
Die Roten
Ich fühle mich hier wohl. Der Wechsel zu 96 war der richtige Schritt. Auf Grund meiner langen Ausfallzeiten habe ich in einer Schublade gesteckt, da wollte ich herauskommen. Nach zehn Jahren mit Höhen und Tiefen auf Schalke habe ich einen Neuanfang gewagt und bin bis jetzt nicht enttäuscht worden und ich meine, der Verein auch nicht.
Großvater
Meine Mutter hat ein Geschäft, dadurch habe ich in meiner Kindheit viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht. Mit meinem Opa habe ich die ersten Gehversuche mit dem runden Leder unternommen, er hat mir das Kicken beigebracht.
Hamburger SV
Es wird schwer werden. Der HSV steht unten, obwohl er über ein gutes Team verfügt und jetzt auch Hoffenheim geschlagen hat. Da müssen wir aufpassen und nach der bitteren Niederlage in Wolfsburg die Kurve kriegen, damit wir zu Standard Lüttich ein Erfolgserlebnis mitnehmen können.
Hiphop
Hiphop habe ich durch meinen Kumpel Dominik Becker, der früh als DJ tätig war, kennengelernt. Diese musikalische Richtung hat mir gefallen, und ich bin ihr treu geblieben. Derzeit sind Drake und Kool Savas meine Favoriten.
Hood Production
Dominik und ich haben in dieses Projekt viel Energie und Herzblut hineingesteckt und konnten innerhalb unseres Rahmens als kleines Plattenlabel und Aufnahmestudio Erfolge und gute Resonanzen verbuchen. Unser musikalisches Programm reichte breitgefächert von Rock über Techno bis hin zu Trance. Über die Jahre bleibt auf Grund unserer beruflichen Entwicklungen nicht mehr viel Zeit dafür.
Münster
Dort bin ich geboren worden und bis zu meinem Wechsel zu 96 nie weggezogen. Mein Sohn, Familie und Freunde leben dort, und deshalb habe ich in Münster weiterhin meinen Lebensmittelpunkt, obwohl mein beruflicher seit dem Sommer in Hannover liegt. Münster ist eine richtig schöne Stadt und jeder, der einmal dort war, kann dies bestätigen.
Nationalmannschaft
Auch dort gab es Höhen und Tiefen. Ich habe viele Einladungen bekommen, die ich absagen musste. Das Länderspiel im damals neuen Wembley-Stadion gegen England mit meinem Tor zählt für mich zu meinen Karrierehöhepunkten.
Never give up
Gib niemals auf – diese Einstellung ist bei mir während meiner Verletzungen entstanden. Ich lasse mich nicht unterkriegen und habe mir dies als Tattoo verewigen lassen. Auf der anderen Seite habe ich mich in dieser Zeit als Persönlichkeit weiterentwickelt. Es war schwer, aber lehrreich. Aufgeben kommt nicht in Frage!
Preußen Münster
Seit der C-Jugend bis hin zur A-Jugend-Bundesliga habe ich bei den Preußen gespielt. Es war eine super Erfahrung, in meiner Heimatstadt in den höchsten Jugendklassen spielen zu können.
Schalke 04
Auf Schalke habe ich fast meine gesamte Karriere verbracht, bin Bundesliga- und Nationalspieler geworden und habe dort meine bisherigen Erfolge gefeiert. Deshalb ist Schalke für mich etwas ganz Besonderes.
Verletzungen
Ich hatte immer den Glauben, dass meine Verletzungen nicht so schlimm waren, wie sie öffentlich wahrgenommen worden. Mein Innenband im Knie war ausgerissen und beim ersten Mal ist zudem das hintere Kreuzband gerissen. Die Prognose der Ärzte war jedoch stets positiv. Ich bin jetzt gesund und das ist erst einmal die Hauptsache.
Vertragsverlängerung
Ich bin erst seit Saisonbeginn bei 96 und wenn die Zeit dafür reif ist, werden wir uns zusammensetzen. Alles zu seiner Zeit.
Zukunft
Ich wünsche mir Gesundheit, und der Rest kommt dann von alleine.
Dieter Kösel
Das war der 16. Teil unserer 96-Serie – kommenden Mittwoch geht es weiter, stellen wir Ihnen einen weiteren Profi vor.
Mehr im Internet. Sollten Sie eine Folge verpasst haben, dort können Sie sie nachlesen.
www.wochenblaetter.de

