Hier stimmt die Perspektive

 

Im Gespräch mit Moritz Stoppelkamp

Die Farbe Rot hat im Fußballleben von Moritz Stoppelkamp immer eine besondere Rolle gespielt. Deswegen war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der am 11. Dezember 1986 geborene Duisburger an die Leine wechseln würde. Ob als Stürmer oder rechts im Mittelfeld: Der schnelle Offensivakteur hat sich in der 1. Liga durchgesetzt und nahtlos ins positive Gesamtbild eingefügt. Und wenn er seinen Muskelfaserriss auskuriert hat und auf dem Rasen wieder Gas geben kann, dann wird es nicht mehr lange dauern, bis wir über sein erstes Bundesligator jubeln dürfen. Heute stellen wir Ihnen Moritz Stoppelkamp von A wie Auto bis Z wie Ziele vor.

Auto
Ein Auto bedeutet für mich ein Stück Selbstständigkeit, aber ich muss auch ehrlicherweise zugeben: Seitdem ich den Führerschein besitze und fahre, bin ich auch fauler geworden. Dinge, die ich früher mit dem Fahrrad erledigt habe, geschehen jetzt eher per Auto. Ich fahre gern auch mal schneller, aber ab Tempo 220 fangen auch bei mir die Hände an zu schwitzen (lacht). Trotzdem bin ich ein rücksichtsvoller Fahrer.

Die Roten
Ich habe mich für 96 entschieden, weil ich gemerkt und gesehen habe, dass für mich die Perspektive stimmt, um in der 1. Liga Fuß zu fassen. Jörg Schmadtke hatte mir 96 schmackhaft gemacht und mich überzeugt. Er war sehr authentisch und hat mir nichts vorgemacht. Das hat mir gefallen, weil ich vom Typ her ähnlich bin. Wenn ich zurückblicke, war es der richtige Schritt. Ich habe ein wenig Pech mit Verletzungen gehabt, aber ich gebe weiter Gas.

Duisburg
Duisburg ist eine überragende Stadt. Wenn man über Metropolen wie Rom, Paris, London spricht, muss man auch Duisburg nennen oder (lacht)? Spaß beiseite, ich bin in der Stadt aufgewachsen. Man sollte nie vergessen, wo man herkommt. Das ist meine Heimat und irgendwann werde ich dort auch wieder leben.

Erstligadebüt
Am 21. August 2010 ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Mit diesem Datum verbinde ich schöne Momente. Es war mein Debüt, wir sind mit einem Sieg gut in die Saison gestartet. Ich wurde gegen Eintracht Frankfurt eingewechselt. Das war bitter für Carlitos, der nach 30 Sekunden einen Kreuzbandriss erlitt. Er hat damit immer noch zu kämpfen und ich wünsche ihm, dass er bald wieder dabei ist. Freud und Leid liegen im Fußball halt dicht beieinander.

Fortuna Düsseldorf
Ich bin als 16-Jähriger vom MSV zur Fortuna gewechselt, um in der U17 und U19 weiter in der höchsten deutschen Jugendklasse spielen zu können. Ich hatte gute Trainer und habe „richtig“ das Fußballspielen gelernt.

Kirchrode
Ich wohne in Kirchrode - das ist perfekt für mich. Ich habe eine schöne Wohnung in einer tollen Lage und es ist sehr ruhig, das ist mir wichtig. Ich bin zwar ein Stadtkind, aber ich lebe nicht gerne mitten in der City.

MSV Duisburg
Beim MSV habe ich fünf Jahre in der Jugend gespielt und war dort auch Balljunge. Früher war es mein Traum, für den MSV anzutreten. Gespielt habe ich dort nun einige Male, aber immer gegen den MSV. Wenn ich die Zeit habe, schaue ich mir immer noch die Spiele an. Und wer weiß, vielleicht laufe ich ja noch einmal für die Zebras auf.

Pokern
Abends mit den Kumpels spielen oder bei langen Auswärtsfahrten im Bus: Das ist ein perfekter Zeitvertreib. Die Freude am Spiel steht dabei im Vordergrund.
Rot-Weiß Erfurt
Ich wurde von Essen nach Erfurt ausgeliehen. Dort habe ich meine ersten Spiele im Seniorenbereich bestritten, es war eine sehr lehrreiche Zeit. Ich bin dort selbstständig geworden, denn ich war das erste Mal von zu Hause fort. Als junger Spieler habe ich sowieso nicht viel verdient, und es gab eine Zeit, da wurde auch nicht regelmäßig gezahlt. Man musste mit wenig auskommen und das prägt. Aber es war trotzdem eine tolle Zeit.

Rot-Weiß Essen
Das ist ein Mythos. Ich hatte bei RWE allerdings eine eher weniger schöne Zeit. Wir sind in die 2. Liga aufgestiegen, aber ich kam nur zu Kurzeinsätzen und habe nie richtig eine Chance bekommen. Wenn ich spielte, war es ganz gut, deshalb konnte ich auch nach Oberhausen wechseln. Jetzt scheint RWE wieder auf einem guten Weg zu sein. Solch ein Traditionsklub gehört einfach in die 2. Liga.

Rot-Weiß Oberhausen
Das war meine beste Zeit, bevor ich zu 96 wechselte. Meine Freunde wie Dimitrios Pappas haben dort gespielt. Im ersten Jahr hatte ich noch Anlaufschwierigkeiten, aber im zweiten lief es richtig gut. RWO habe ich alles zu verdanken. Ohne diesen Klub wäre ich jetzt wohl nicht hier.

Stolperkamp
Zwischen Essens und Oberhausens Fans besteht eine starke Rivalität. Ich hatte bei RWO zunächst einen schweren Stand und wurde als Stolperkamp verhöhnt. Da gab es schon Tage, an denen ich mich fragte: Warum tue ich mir das an. Daraus entstand mein Torjubel, als ich im zweiten Jahr neun Treffer erzielte. Ich trat mir selber in die Hacken und bin gestolpert. Diese Bezeichnung der Fans hat mich nur angespornt.

Viktoria Buchholz
Buchholz ist ein Duisburger Stadtteil, und bei Viktoria habe ich mit vier Jahren mit dem Fußball begonnen. Es waren fünf schöne Jahre.

Ziele
Ich möchte gesund bleiben und wieder Stammspieler werden. Ich kann das schaffen und will meinen Teil dazu beitragen, dass 96 weiterhin Erfolg hat.Dieter Kösel


Das war der zehnte Teil unserer 96-Serie – kommenden Mittwoch geht es weiter, stellen wir Ihnen einen weiteren Profi vor.
Mehr im Internet unter
www.wochenblaetter.de

 auf anderen Webseiten